Entzündung Allergie antientzündliche Ernährung

Prof. Dr. med. Dr. med. habil. Olaf Adam, Präsident der Deutschen Akademie für Ernährungsmedizin in Freiburg und Physiologikum der LMU München zur antientzündlichen Ernährung

Entzündungen lindern: Wie kann eine antientzündliche Ernährung helfen?

Entzündungen treten bei zahlreichen Erkrankungen auf. Ob Allergie, Asthma, Zöliakie, chronisch entzündliche Darmerkrankung oder Rheuma, stets spielen Entzündungen eine Rolle. Dass die Nahrung Entzündungen befeuern, aber auch hemmen kann, haben Studien gezeigt. Wie genau beeinflussen Nahrungsmittel das entzündliche Geschehen? Welche Mechanismen stecken hinter Entzündungsprozessen? Wie kann antientzündliche Ernährung Entzündungen lindern? Darüber sprach MeinAllergiePortal mit Prof. Dr. med. Dr. med. habil. Olaf Adam, Präsident der Deutschen Akademie für Ernährungsmedizin in Freiburg und Physiologikum der LMU München.

Herr Prof. Adam, können Sie kurz erläutern, was man über die Prozesse weiß, die sich bei einer Entzündung im Körper abspielen?

Die Entzündung ist zunächst ein wichtiger Prozess, der den Körper vor Eindringlingen schützt. Es kann jedoch auch unter bestimmten Umständen durch überschießende Reaktionen zu entzündlichen Prozessen kommen, die den Körper krank machen. Z.B. werden bei Allergien oder bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen körpereigene Zellen plötzlich als „fremd“ eingestuft. Dadurch kommt es zu Entzündungen, die leider auch chronisch werden können.     

Weiß man, wie der Entzündungsprozess verläuft und welche Stoffe an der Entzündungsreaktion beteiligt sind?

In den letzten Jahren hat man gesehen, dass alle Entzündungen gleich verlaufen und dass dabei auch die gleichen Entzündungsstoffe gebildet werden. Es spielt es kaum eine Rolle, ob die Entzündung von einer Allergie, einer Autoimmunerkrankung oder durch Fremdkörper, wie z.B. einen Holzsplitter im Finger ausgelöst wurde.

Unabhängig von der Entzündungs-Ursache werden Entzündungsstoffe gebildet, die sich aus einer mehrfach ungesättigten Fettsäure, der Arachidonsäure, formen. Die Arachidonsäure kommt nur in tierischen Produkten vor und aus diesem Grund hat man die Möglichkeit, die Entzündung durch die Ernährung zu beeinflussen.

Was genau bewirkt die Arachidonsäure im Zusammenhang mit der Entzündung?

Die Arachidonsäure ist eine sehr wichtige Fettsäure, die der Körper für normale Funktionen von z.B. Magen, Nieren und Lungen benötigt. Ist jedoch zu vielArachidonsäure im Körper vorhanden, werden auch unter Bedingungen, die eigentlich nicht mit Entzündungen einhergehen sollten, vermehrt Entzündungsstoffe gebildet und es kommt zu überschießenden Entzündungsreaktionen.

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