multiple Allergien polivalente Allergiker

Dr. Bettina Hauswald, Leiterin des Funktionsbereiches Allergologie/Rhinologie/ Olfaktologie/Gustologie, Akupunktur in der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum TU-Dresden und Organisatorin und Initiatorin des Kongresses „Allergologie im Schloss Wackerbarth“

Multiple Allergien: Was kann man tun?

Eine Allergie kommt nicht immer allein – manche Menschen werden gleich von mehreren Allergien geplagt. Diese sogenannten „polyvalenten Allergiker“ sind ganz besonders geplagt, denn die Allergien können sich zum einen an verschiedenen Organsystemen zeigen. Zum anderen können die allergischen Symptome auch über einen langen Zeitraum hinweg auftreten, weil es ständig zum Kontakt mit einem relevanten Allergen kommt. Welche Risiken unbehandelte Allergien bergen und welche Rolle die spezifische Immuntherapie bei der Behandlung spielt, beleuchtete Dr. Bettina Hauswald im Rahmen der Veranstaltung „Allergologie im Schloss Wackerbarth“ am 10. Juli 2015 in Dresden. Dr. Hauswald ist Leiterin des Funktionsbereiches Allergologie/Rhinologie/Olfaktologie/Gustologie, Akupunktur in der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum TU-Dresden und Organisatorin und Initiatorin des Kongresses „Allergologie im Schloss Wackerbarth“.

Asthma bronchiale - eine reale Gefahr bei allergischer Rhinitis

Heuschnupfen gilt oft noch als “lästig, aber harmlos“, eine Einschätzung, die durchaus nicht zutrifft. Allein die Tatsache, dass 50 Prozent der Patienten mit allergischer Rhinitis im Laufe der Zeit ein Asthma bronchiale entwickeln, belegt die Tragweite der Erkrankung. Asthma schränkt die Lebensqualität der Patienten erheblich ein. Aber nicht erst ein Asthma führt zu Einschränkungen im Alltag. Studien haben gezeigt, dass der der Leidensdruck bei Patienten mit allergischer Rhinitis ausgesprochen hoch ist. Zudem kommt es durch Fehlzeiten auch zu volkswirtschaftlichen Schäden. „Gerade Menschen mit multiplen Pollenallergien leiden oft das ganze Jahr über“ erklärte Dr. Hauswald.

Die spezifische Immuntherapie (SIT) – hilft sie auch bei multiplen Allergien?

Dass die spezifische Immuntherapie, auch Hyposensibilisierung, bei allergischer Rhinitis das Entstehen von Asthma bronchiale verhindern kann, konnte man in Studien nachweisen. Manche Patienten mit multiplen Allergien fürchten jedoch, dass eine Behandlung gegen mehrere Allergene nicht möglich sei. Zudem lassen sich viele davon abschrecken, dass bei der klassischen Langzeit-SIT wöchentliche Praxisbesuche nötig sind.

Dabei gibt es neben der klassischen Langzeit-SIT, die mindestens drei Jahre und oft auch länger dauert, weitere Möglichkeiten. Zu erwähnen sind z.B. die Cluster Therapie und die Ultra Rush Therapie, die beide in kürzerer Zeit ihre Wirksamkeit entfalten. Generell arbeiten viele Hersteller von Therapieallergenen daran, eine SIT zu ermöglichen, die auch mit einer verkürzten Aufdosierungsphase wirksam ist. „Auch die sublinguale Immuntherapie (SLIT), bei der das Therapieallergen unter die Zunge appliziert wird und die der Patient nach einer gewissen Zeit selbst weiterführen kann,  ist eine gute Alternative“ so Dr. Hauswald, „die SLIT wirkt sogar wesentlich schneller, als die SIT!“

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