Luftverschmutzung Asthma COPD Luftschadstoffe

Dr. Joachim Heinrich, Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin am Klinikum der Universität München zu möglichen Einflüssen von Luftschadstoffen auf Lungenerkrankungen wie Asthma und COPD!

Luftverschmutzung – Asthma – COPD: Welchen Einfluss haben Luftschadstoffe?

Dass saubere Luft dem Menschen gut tut und „schlechte“ Luft schädlich sein kann, leuchtet ein. Wann aber ist Luft „verschmutzt“? Welches sind die Ursachen für Luftverschmutzung? Und was weiß man sicher über die Wirkung verschmutzter Luft auf den menschlichen Organismus? MeinAllergiePortal sprach mit Dr. Joachim Heinrich, Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin am Klinikum der Universität München über mögliche Einflüsse von Luftschadstoffen auf Lungenerkrankungen wie Asthma und COPD.

Herr Dr. Heinrich, wann spricht man überhaupt von Luftverschmutzung?

In der Wissenschaft sprechen wir von Luftschadstoffen. Dieser Begriff beschreibt meines Erachtens auch besser, worum es bei dem unspezifischen Begriff „Luftverschmutzung“ geht: Es handelt sich um Beimengungen in der Luft, bei denen nachgewiesen wurden oder die auch nur verdächtigt werden, Schäden an der Gesundheit von Mensch und Tier, Pflanzen und Baumaterialien zu verursachen.

Wie definieren Sie diese „Luftschadstoffe“ und was ist die Ursache?

Luftschadstoffe kann man vielfältig charakterisieren. Nämlich, ob diese durch den Menschen verursacht wurden (anthropogene Luftschadstoffe) oder natürlichen Ursprungs sind. Als Beispiel für die anthropogen verursachten Luftschadstoffe sei der Ausstoß von Schadstoffen der Kraftwerke genannt, die fossile Brennstoffe wie Kohle verbrennen.

Ähnliche Luftschadstoffe können aber auch natürlichen Ursprungs sein, wenn man an den Ausstoß von Vulkanen denkt. In unseren Breiten spielen aber bei den natürlichen Luftschadstoffen biologische Substanzen wie Pollen von Gräsern und Bäumen und deren Inhaltsstoffe eine wichtigere Rolle.

Wann wirken sich Luftschadstoffe  negativ auf die Atemwege aus und welche Faktoren spielen dabei eine Rolle?

Es bedarf zunächst einmal eines direkten Kontaktes mit den Luftschadstoffen. Dabei spielen die Atemwege und insbesondere die Lunge eine entscheidende Rolle. Patienten, die an Heuschnupfen leiden, berichten aber auch über juckende und wässrige Augen. Insofern sind nicht nur unsere Atemwege betroffen.

Zum Zweiten bedarf es einer bestimmten Konzentration von Luftschadstoffen, um gesundheitliche Effekte zu verursachen. Diese Schwellen-Konzentrationen liegen bei vielen Luftschadstoffen, wie zum Beispiel beim Schwebstaub, deutlich unter den vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Grenzwerten. So bedeutet der derzeitige Grenzwert von 40 Mikrogramm Feinstaub pro m³ Luft leider nicht, dass unterhalb dieser Konzentration keine gesundheitlichen Schadwirkungen nachzuweisen wären.

Hinzu kommt, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen besonders empfindlich auf Luftschadstoffe reagieren. Dazu gehören insbesondere Babys und Kleinkinder, deren Lungen noch nicht das Abwehrpotenzial entwickelt haben, sowie alte und lungenkranke Personen, deren Abwehrpotenzial bereits eingeschränkt ist.

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