Asthma Krankenkasse Erstattung

Günter Budelski, Initiator und Gründer sowie 1. Vorsitzende der Selbsthilfegruppe Asthma und Allergie Kronberg

Chronisches Asthma: Was erstatten Krankenkassen, was tun, wenn nicht?

Asthma gehört zu den chronischen Erkrankungen. Das bedeutet, dass der Patient lebenslang bestimmte Medikamente oder auch bestimmte Maßnahmen benötigt, um seine Gesundheit zu erhalten. Mit jeder Gesundheitsreform stehen jedoch weitere Kostendämpfungsmaßnahmen ins Haus. Asthma-Patienten sehen sich deshalb mit zum Teil starken Einschränkungen konfrontiert. Welche Leistungen stehen den Versicherten bei Asthma zu? Was ist aus Kulanz möglich? MeinAllergiePortal  sprach mit Günter Budelski, Initiator und Gründer sowie 1. Vorsitzender der Selbsthilfegruppe Asthma und Allergie Kronberg über die Erstattungsmöglichkeiten bei gesetzlichen und privaten Krankenkassen

Herr Budelski, welche Kosten für Medikamente müssen die gesetzlichen Krankenkassen für Menschen mit Asthma übernehmen und was darf verordnet werden?

Wie viele chronisch kranke Menschen, benötigen Asthmatiker eine Dauermedikation. Die Entscheidung, welches Medikament zur Behandlung des Patienten das richtige ist, fällt der behandelnde Arzt und verschreibt es. In früheren Zeiten wurde das Medikament daraufhin von den Krankenkassen bezahlt. Heutzutage und nach mehreren Gesundheitsreformen, die seit den 90er Jahren umgesetzt wurden, erstatten die Krankenkassen bei vielen Medikamenten nur noch einen Teilbetrag des Preises, man nennt das „Festpreisregelung“. Die Differenz zwischen Festpreis und tatsächlichem Preis des Medikamentes zahlt der Patient.

Hinzu kommt die sogenannte Zuzahlung, d.h. der Eigenanteil des Patienten in Höhe von 10 Prozent - mindestens 5 € und maximal 10 €  - die gesetzlich Versicherte für jede medizinischen Leistung bezahlen müssen, auch für Medikamente.

In der Praxis heißt das, der Patient muss pro Medikament entweder  5,- oder  10,- € zuzahlen, zusätzlich zu der Summe, die durch die Festpreisregelung vom Patienten finanziert werden muss.

Aus Sicht eines chronisch kranken Patienten, der dauerhaft Medikamente benötigt, wäre es dann natürlich sinnvoll, wenn der Arzt größere Gebinde verschreiben würde, damit es nicht zu häufig zu Zuzahlungen kommt. Allerdings ist aufgrund der Budgetbeschränkungen nicht jeder Arzt bereit dazu. Je nachdem, welches Medikament in welcher Packungsgröße der Arzt verschreibt, wie die Festpreisregelung aussieht und wie hoch die Zuzahlung ausfällt, kommen für Asthmatiker daher leicht Kosten in Höhe von 40,- € monatlich und mehr zusammen. Insbesondere für Rentner kann die Kostenbelastung sehr problematisch werden.

Welche Rolle spielen die Budgetbeschränkungen des Arztes?

Im Zuge der Gesundheitsform wurde den Ärzten in Bezug auf das Verschreiben von Medikamenten ein gewisses Budget zugeordnet. Sind diese Verordnungsgrenzen ausgeschöpft, verordnet der Arzt das Medikament als sogenanntes „grünes Rezept“. Grüne Rezepte fallen nicht unter das ärztliche Budget und müssen voll vom Patienten getragen werden.

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