Allergisches Asthma

Prof. Dr. med. Karl Hörmann, Klinikdirektor Universitäts-HNO-Klinik, Universitätsmedizin Mannheim

Allergisches Asthma: Genetik, Komorbiditäten, Karenzmaßnahmen

Die Entstehung eines allergischen Asthma bronchiale unterliegt einer multifaktoriellen Genese. Im Wesentlichen werden eine genetische Prädisposition, Umwelteinflüsse und sozioökonomische Faktoren dafür verantwortlich gemacht.

Bei entsprechend genetischer Veranlagung kann eine hohe Allergenexposition, z.B. gegen Hausstaubmilben, die Ausbildung eines Asthma bronchiale begünstigen. Für die asthmatischen Beschwerden und deren Schweregrad ist jedoch nicht alleine der Kontakt mit dem Allergen verantwortlich. Man kann also nicht verallgemeinernd sagen, dass ein Milbenallergiker stärkere oder andere Beschwerden hat als z.B. ein Allergiker auf Katzenallergene oder umgekehrt.

Ausschlaggebend ist, welche immunologischen Prozesse im Körper durch den Allergenkontakt ausgelöst werden. Die Reaktion auf eine allergische Sensibilisierung kann individuell sehr unterschiedlich sein und wird neben genetischen Faktoren auch durch Lebensstil, Lebensraum und verschiedene Umweltfaktoren beeinflusst. Das komplexe Zusammenspiel dieser Faktoren und ihre Rolle bei der Krankheitsentstehung sowie der Symptomschwere, ist bislang noch nicht im Detail geklärt.

Allergisches Asthma – typische Auslöser von Anfällen und wie man sie vermeidet

Zu den typischen Auslösern eines Asthmaanfalls gehören:

  • Infektionen
  • Zigarettenrauch / Passivrauchen
  • Allergene
  • Wetterveränderungen
  • Medikamente
  • Umweltschadstoffe, Reizgase, Parfüme
  • Körperliche Anstrengung
  • Refluxerkrankung
  • Emotionaler Stress

Allergisches Asthma - Karenzmaßnahmen

Eine Allergenkarenz ist bei einem allergischen Asthma besonders wichtig. Die Exposition gegen einige der o.g. Auslöser lässt sich oftmals vermeiden oder zumindest reduzieren. Das gilt z.B. für Zigarettenrauch oder eine Allergenexposition.

Lässt sich ein Allergenkontakt nicht vollständig vermeiden, z.B. gegen Hausstaubmilben, sollten hier zumindest sanierende Maßnahmen in der Wohnung durchgeführt und Encasings für die Matratzen genutzt werden. Die Vermeidung eines feuchten Innenraumklimas, das die Gefahr der Schimmelpilzbildung in sich birgt, wirkt sich ebenfalls positiv auf Atemwegsbeschwerden aus.

Von einer Haltung fell- oder federtragender Tiere sollten Asthmatiker absehen.  Eine spezifische Immuntherapie kann präventiv die Ausbildung eines allergischen Asthmas verhindern sowie bei einem bereits bestehenden Asthma die Beschwerden lindern.

Bestimmte Umweltbedingungen wie hohe Ozonwerte, Rauchentwicklung, kalte Luft oder hohe Allergenkonzentrationen in der Außenluft, z.B. Schimmelpilzsporen nach einem Gewitter, können ein Asthmaleiden ebenfalls verschlechtern. Entsprechend empfiehlt sich ein Aufenthalt in Innenräumen bei geschlossenen Fenstern während dieser Zeit.

Einige Medikamente können bei Asthmatikern eine bronchiale Obstruktion induzieren. Hierzu zählen Betablocker und nichtsteroidale Antiphlogistika. Sollten andere Grunderkrankungen die Einnahme dieser Medikamente erforderlich machen und ist ein Ausweichen auf Alternativpräparate nicht möglich, müssen Vor- und Nachteile der Einnahme streng abgewägt werden. Im Falle einer Unverträglichkeit gegen Acetylsalicylsäure (ASS) sprechen einige Asthmatiker positiv auf eine adaptive Desaktivierung an.

Bei einem allergischen Asthma bronchiale lassen sich lange symptomfreie Intervalle meist auf eine fehlende oder geringere Allergenexposition zurückführen, z.B. verminderter oder fehlender Pollenflug oder eine fehlende berufliche Exposition im Urlaub. Ebenso kann eine Vermeidung unspezifischer Triggerfaktoren (z.B. kalte Luft, Rauch) eine Besserung der Beschwerden zur Folge haben.

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