Neurodermitis und Nahrungsmittelallergie: Was ist bei Kindern wichtig?

Oft fürchten die Eltern, dass es an einer Nahrungsmittelallergie liegt, wenn ihr Kind unter Neurodermitis leidet. Dies ist aber nur bei einem Teil der neurodermitischen Kinder der Fall. Über den richtigen Umgang mit Ernährungsfragen sprach MeinAllergiePortal mit Annett Mattern, staatlich anerkannte Diätassistentin, Food Concept, Heidelberg.

Frau Mattern, bei Kindern mit Neurodermitis kann auch die Ernährung eine Rolle spielen, in welchen Fällen ist dies so?

Ein Drittel der Kinder mit Neurodermitis haben auch eine Nahrungsmittelallergie, die sich auch durch eine Verstärkung der Neurodermitis-Symptome äußert. Im Umkehrschluss heißt dies jedoch auch, dass die Nahrungsmittelallergie bei zwei Drittel der Kinder mit Neurodermitis keine Rolle spielt.

Der Eindruck der Eltern ist allerdings oft ein anderer. Viele Eltern sind davon überzeugt, dass die Neurodermitis der Kinder auf einer Nahrungsmittelallergie beruht. Wichtig ist es deshalb, eine genaue Diagnose zu erstellen und dann das Allergen gezielt aus dem Speiseplan zu streichen und gegebenenfalls zu ersetzen. Generelle Neurodermitis-Diäten sind überholt.

Welche Auslöser spielen bei der Neurodermitis der Kinder eine Rolle, die keine Nahrungsmittelallergie haben?

Bei einem weiteren Drittel dieser Kinder findet man einen anderen Auslöser für die Neurodermitis. Hier gibt es zahlreiche Ursachen, wie z.B. Tierhaare, Waschmittel oder Cremes. Stress oder auch das Wetter können die Haut zusätzlich reizen. Manche Kinder reagieren in der feuchten, kalten Jahreszeit mit Neurodermitis-Schüben und andere bei heißem Wetter (Salz im Schweiß kann die Haut reizen). Beim letzten Drittel kann man jedoch keinen Auslöser für die Erkrankung identifizieren.

Wenn eine Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln der Grund für die Neurodermitis der Kinder ist, geht es dann eher um allergische oder um nicht-allergische Nahrungsmittelunverträglichkeiten?

Bei den meisten Kindern handelt es sich in erster Linie um echte Nahrungsmittelallergien, nicht um Intoleranzen. Möglich ist auch eine Überempfindlichkeit der Haut. Die Kinder können dann z.B. auf große Mengen Zucker reagieren, wenn sie extrem viele Süßigkeiten essen. Manche Kinder reagieren auch empfindlich auf Säuren aus Zitrusfrüchten oder Tomaten.

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden.