Zöliakie und Nährstoffmangel: Woran erkennt man das? Wie kann man gegensteuern? Wie kann man vorbeugen?
Führt Zöliakie zu Nährstoffmangel? Diese Frage beschäftigt viele von Zöliakie Betroffene. Und das zu Recht, denn sowohl durch die Erkrankung Zöliakie selbst als auch durch die glutenfreie Diät kann es zu einem Mangel an wichtigen Nährstoffen kommen. Welche das sind, wie man gegensteuert und wie man vorbeugen kann, erklärt.Katharina Knoblich, Ernährungstherapeutin beim Fachzentrum für Ernährung in Nürnberg, im Interview mit MeinAllergiePortal..

Interviewpartner: Katharina Knoblich, Ernährungstherapeutin beim Fachzentrum für Ernährung in Nürnberg
Autor: Sabine Jossé M.A.
Zöliakie und Nährstoffmangel: Die wichtigsten Fakten!
▶Ein Nährstoffmangel kann bei Zöliakie bereits bei der Diagnose bestehen oder sich unter glutenfreier Diät entwickeln.
▶Der Nährstoff-Status sollte deshalb bei Diagnose ermittelt und regelmäßig überprüft werden.
▶Je nachdem, an welchem Nährstoff Mangel herrscht und in welchem Ausmaß, kann ein Ausgleich über die Ernährung oder durch Supplementierung angeraten sein.
▶Mit einer auf Zöliakie spezialisierten Ernährungsberatung lassen sich Mangelsituationen und Fehlsupplementierungen vermeiden.
Liebe Katharina, was sind bei Zöliakie die Ursachen für Nährstoffmangel?
Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankungen. Das Immunsystem reagiert fälschlicherweise auf das Gluten aus der Nahrung mit einer Entzündung der Dünndarmschleimhaut. In der Folge verringert sich die Aufnahmefläche des Dünndarms und ein Nährstoffmangel kann über kurz oder lang entstehen.
Mit der Diagnose und Umstellung auf die glutenfreie Ernährung setzt die Erholung und Regeneration der Dünndarmschleimhaut ein. Gleichzeitig verändert sich oft die Lebensmittelauswahl. Glutenhaltige Getreideprodukte fallen weg, glutenfreie Fertigprodukte werden in den Speiseplan integriert. Fehlt insgesamt eine ausgewogene Ernährung, wird zu wenig auf eine vielfältige, bunte Auswahl geachtet oder ist zusätzlich eine vegetarische oder vegane Ernährung gewünscht oder liegen weitere Unverträglichkeiten oder Allergien vor, kann auch unter glutenfreier Ernährung eine Versorgungslücke entstehen.
Kommt es eher vor oder eher nach der Diagnose Zöliakie zu Nährstoffmangel?
Beides ist möglich. Häufig, aber nicht immer, bestehen Nährstoffmängel bereits zum Zeitpunkt der Diagnose. Nicht selten ist ein Eisenmangel oder eine Anämie, eine Blutarmut, der erste und einzige Hinweis darauf, dass überhaupt nach Zöliakie gesucht wird.
Nach Beginn der glutenfreien Ernährung erholt sich die Dünndarmschleimhaut bei den meisten Betroffenen nach und nach. Dadurch verbessert sich auch die Nährstoffaufnahme. Trotzdem verschwinden Mängel nicht immer sofort und eine Supplementierung kann sinnvoll sein. Außerdem kann eine unausgewogene glutenfreie Ernährung neue Defizite begünstigen. Glutenfrei bedeutet also nicht automatisch nährstoffreich - und muss nicht nährstoffarm sein.
An welchen Nährstoffen kann es Menschen mit Zöliakie mangeln?
Typisch bei Zöliakie sind vor allem Mängel bei Eisen, Folsäure, Vitamin B12, Vitamin D und Calcium, weshalb diese laut Leitlinie zum Diagnoszeitpunkt direkt mit bzw. anschließend überprüft werden sollten. Darüber hinaus sind Defizite bei Zink, Kupfer, Magnesium, Vitamin A und B6 zu beobachten. In schweren Fällen kann ein Eiweißmangel und ein Mangel an Carnitin vorliegen.
Wovon hängt es ab, an welchem Nährstoff ein Mangel besteht?
Welche Nährstoffe im Einzelfall kritisch sind, hängt unter anderem davon ab, wie stark die Darmschleimhaut geschädigt war, wie lange die Zöliakie unerkannt bestand, wie gut sich der Darm nach Diagnose erholt und wie ausgewogen die glutenfreie Ernährung im Alltag gestaltet wird.
Gibt es besonders kritische Nährstoffe bei Zöliakie?
Ja. Besonders im Blick behalten sollte man Eisen, Vitamin D, Calcium, Folsäure, Vitamin B12 und Zink.
Eisen ist wichtig für die Blutbildung und die Sauerstoffversorgung. Vitamin D und Calcium spielen eine zentrale Rolle für Knochen und Zähne. Folsäure und Vitamin B12 sind unter anderem für Blutbildung, Zellteilung und Nervensystem wichtig. Zink wird für Immunsystem, Haut, Wundheilung und viele Stoffwechselprozesse benötigt.
Woran merkt man bei Zöliakie, wenn ein Nährstoffmangel droht?
Viele Symptome sind unspezifisch. Müdigkeit, Erschöpfung, Konzentrationsprobleme, blasse Haut, Haarausfall, brüchige Nägel, eingerissene Mundwinkel, Infektanfälligkeit, Muskelkrämpfe oder Kribbeln können Hinweise sein. Sie beweisen aber keinen Mangel.
Diese Beschwerden sollten ernst genommen und spätestens im Rahmen der jährlich empfohlenen Laborkontrolle gezielt geprüft werden. So lässt sich erkennen, ob wirklich ein Nährstoffmangel dahintersteckt oder ob andere Ursachen abgeklärt werden müssen.
Wie erfolgt die Diagnose eines Nährstoffmangels - gibt es Tests auf Nährstoffmangel?
Eine Blutabnahme ist nicht immer sofort nötig. Sinnvoll ist in der Regel eine Kombination aus Anamnese, Beschwerden, Ernährungstagebuch und Essgewohnheiten oder Essvorlieben, um dann eine Blutuntersuchung spezifischer Laborparameter anzustoßen. Eine zu breite Analyse kann unnötig teuer werden, bei einer losen Auswahl an Blutwerten könnten die Wichtigen fehlen.
Für manche Nährstoffe, wie Calcium, ist der Laborwert wenig aussagekräftig. Die Knochengesundheit lässt sich mit der sogenannten Knochendichtemessung, der DXA-Messung, in einem radiologischen Zentrum viel besser beurteilen. Hinzu kommt, dass versierte Fachkräfte bereits basierend auf dem sogenannten kleinen Blutbild Tendenzen erkennen können, ob an einen Eisen-, B12- oder Folsäuremangel gedacht werden sollte.
Welche Laborwerte sollten Menschen mit Zöliakie im Hinblick auf die Nährstoffversorgung regelmäßig kontrollieren lassen?
Wie gesagt, sollten mit der Diagnose oder spätestens bei der ersten Kontrolle der Zöliakie-Antikörper nach drei bis sechs Monaten der Eisenstatus mit dem Ferritin, Folsäure (Folat), Vitamin B12 über das Holotranscobalamin und Vitamin D als 25-OH-Cholecalciferol bestimmt werden. Wird ein Mangel nachgewiesen, lohnt eine Kontrolle im drei bis sechs Monatsabstand bis zur Normalisierung der Werte. Später können die Abstände größer werden, wenn alles stabil ist.
Gibt es weitere Laborwerte, die bei Zöliakie immer wieder überprüft werden sollten?
Neben diesen Nährstoffen ist auch an die Kontrolle der Leberwerte über die Transaminasen GOT/AST, GPT/ALT und die alkalische Phosphatase, die Schilddrüsenwerte über TSH, fT3 und fT4 sowie das Parathormon für den Knochenstoffwechsel bestimmt werden. Die Überprüfung des Langzeitblutzuckers mit dem HbA1C sowie der Schilddrüsenantikörper TG-AK und TRAK geben Hinweise, ob weitere autoimmune Erkrankung wie der Typ-1-Diabetes, Hashimoto-Thyreoiditis oder Morbus Basedow abzuklären sind. Liegen bereits weitere Begleiterkrankungen vor, ist die Diagnostik nach medizinischer Notwendigkeit auszuweiten.
Was kann man tun, wenn man bei Zöliakie einen Nährstoffmangel hat?
Die Basis ist zunächst die konsequente glutenfreie Ernährung. So wird sichergestellt, dass sich die Dünndarmschleimhaut erholen kann und Nährstoffe gut aufgenommen werden können. Dazu gehört auch, den Teller möglichst bunt und ausgewogen zu gestalten und dabei die breite Vielfalt der natürlicherweise glutenfreien Lebensmittel auszunutzen - Gemüse, Obst, glutenfreie Getreide und Pseudogetreide, tierische und pflanzliche Eiweißquellen.
Wurde ein konkreter Nährstoffmangel festgestellt, sollte ärztlich eingeschätzt werden, ob eine Supplementierung notwendig ist. Parallel unterstützt eine Ernährungsfachkraft gezielt, leichte Mängel oder kritische Nährstoffe auszugleichen. Isst eine Person wählerisch und kommen dadurch bestimmte Lebensmittelgruppen zu kurz oder ist neben der glutenfreien notwendigen Diät auch eine vegetarische oder vegane Ernährung gewünscht, lohnt sich immer der Blick von außen, damit Mängel möglichst nicht entstehen oder frühzeitig ausgeglichen werden können.
Kann man Nährstoffmängel bei Zöliakie allein über die Nahrung ausgleichen?
Ja und nein. Das hängt häufig sowohl vom Nährstoff selbst als auch vom Schweregrad des Mangels ab. Nehmen wir eine Eisenmangelanämie, die häufiger zum Diagnosezeitpunkt nachgewiesen wird. Die Leitlinie empfiehlt hier eine Eisensubstitution um den Mangel und die damit einhergehenden Symptome wie Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Appetitlosigkeit schnellstmöglich zu beheben. Über die Ernährung allein kann dies sonst häufig sechs bis zwölf Monate dauern. Ist lediglich der Ferritin-Wert erniedrigt und der Hämoglobin-Wert im Normbereich wird häufig nach Symptomlage entschieden, empfohlen auf eine eisenreiche Ernährung zu achten und die erste Laborkontrolle nach sechs Monaten abgewartet.
Ein anderes Beispiel ist der Vitamin-D-Mangel. Über Lebensmittel haben wir keine Chance einen Mangel auszugleichen. Hier ist die Substitution wichtig. Gemeinsam mit einer ausreichenden Calcium-Versorgung, vor allem über Milchprodukte, und die ausreichende Aufnahme von tierischem und pflanzlichem Eiweiß wird eine gute Osteoporose-Prophylaxe sichergestellt. Liegt bereits eine verminderte Knochendichte oder pathologisch erhöhte Parathormonspiegel vor, ist auch Calcium nach ärztlicher Rücksprache zu supplementieren.
Helfen Nahrungsergänzungsmittel, wenn man durch Zöliakie einen Nährstoffmangel hat?
Ja. Insbesondere bei Kindern mit Gedeihstörung oder Wachstumsverzögerung sowie untergewichtigen, mangelernährten Erwachsenen sollte bei nachgewiesenem Mangel an Mikronährstoffen supplementiert werden. Dies gilt insbesondere für Eisen, Folsäure, Vitamin B12, Vitamin D und Calcium. Da zum Diagnosezeitpunkt die Darmschleimhaut geschädigt und damit die Nährstoffaufnahme nicht vollständig gewährleistet ist, sind Nahrungsergänzungsmittel hier sinnvoll. Es ist darauf zu achten, dass diese glutenfrei sind und sie gezielt und nicht dauerhaft auf Verdacht eingenommen werden, sondern eine regelmäßige Kontrolle im drei- bis sechs-Monatsrhythmus stattfindet.
Wichtig ist, auch mit Nahrungsergänzungsmitteln auf eine nährstoffreiche und bedarfsgerechte Lebensmittelauswahl zu achten.
Woran erkennt man qualitativ hochwertige Nahrungsergänzungsmittel?
Bei einem echten Mangel sind ärztlich empfohlene oder verordnete Präparate oft die bessere Wahl als irgendein Produkt aus dem Internet. Nahrungsergänzungsmittel sind rechtlich keine Arzneimittel, sondern Lebensmittel. Das heißt: Sie sind nicht dafür da, Krankheiten zu behandeln, und sie durchlaufen nicht dieselben Zulassungsverfahren wie Arzneimittel.
Achten würde ich auf eine klare Deklaration, sinnvolle Dosierungen, möglichst wenige unnötige Zusätze und natürlich darauf, dass das Produkt glutenfrei ist. Bei Zöliakie ist außerdem wichtig, keine Präparate mit unklaren Pflanzenmischungen, dubiosen Heilversprechen oder extrem hohen Dosierungen einzunehmen.
Warum sind glutenfreie Ersatzprodukte nicht automatisch nährstoffreich?
Einige glutenfreie Ersatzprodukte bestehen aus Stärke, Reismehl oder Maismehl. Das ist nicht per se schlecht, aber oft liefern solche Produkte weniger Ballaststoffe, weniger Eiweiß und weniger Mikronährstoffe.
Das Problem entsteht, wenn glutenfreie Ersatzprodukte die Hauptbasis der Ernährung werden. Dann wird zwar glutenfrei, aber nicht unbedingt ausgewogen gegessen. Hier lohnt sich der Blick in die Vielfalt der von Natur aus glutenfreien Lebensmittel. Von der glutenfreien Getreidevielfalt - Hirse, Quinoa, Buchweizen, glutenfreier Hafer - über Kartoffeln, Vollkornreis, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst, Nüssen, Samen, unverarbeitetes Fleisch, Fisch, Eier sowie die zahlreichen Milchprodukte steht eine große Auswahl zur Verfügung.
Gibt es Menschen mit Zöliakie, die besonders auf Nährstoffmängel achten sollten?
Ja. Besonders aufmerksam sollte man bei frisch diagnostizierten Betroffenen sein, bei Kindern und Jugendlichen im Wachstum, bei Schwangeren, bei Menschen mit Untergewicht, bei eher wählerischem Essverhalten sowie bei vegetarischer und veganer Ernährung.
Einige verzichten aufgrund anhaltender Beschwerden auf bestimmte Lebensmittel oder Lebensmittelgruppen und haben immer wieder einen latenten Mangel, zum Beispiel bei Eisen, so dass eine regelmäßige Kontrolle sinnvoll erscheint. Auch hier lohnt es sich genauer hinzuschauen.
Was passiert, wenn man bei Zöliakie einen Nährstoffmangel nicht bemerkt und nicht behandelt?
Das hängt davon ab, welcher Nährstoff fehlt und wie lange der Mangel besteht. Ein Eisenmangel kann zum Beispiel zu Blutarmut, starker Müdigkeit, Leistungsabfall und Konzentrationsproblemen führen. Ein Mangel an Vitamin D und Calcium kann die Knochengesundheit beeinträchtigen, macht jedoch zunächst keine Beschwerden. Ein Vitamin-B12-Mangel kann unter anderem neurologische Beschwerden verursachen.
Es wird also klar, dass es sinnvoll ist, die hier genannten Mikronährstoffe mindestens einmal prüfen zu lassen, um einen unerkannten und damit unbehandelten Mangel möglichst zu vermeiden.
Zu welchen Folgeschäden kann es kommen, wenn man bei Zöliakie dauerhaft unter Nährstoffmangel leidet? (Welche Organe sind dann betroffen?)
Besonders relevant sind Anämie, dieBlutarmut, aufgrund eines Eisen-, B12- oder Folsäuremangels und eine verminderte Knochendichte. Das Blut versorgt unseren Körper mit Sauerstoff und sollte in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Aus den möglichen Symptomen wie Müdigkeit und Appetitlosigkeit könnte ein Kreislauf entstehen, der zu geringerer Energieversorgung und damit zu weiteren Mangelerscheinungen und Untergewicht führt. Dies lässt sich durch Kontrolle, gezielte Lebensmittelauswahl und gegebenenfalls Nahrungsergänzung gut beheben und verhindern.
Bei der Knochengesundheit ist das ein wenig anders. Bleibt die Versorgung mit Vitamin D, Calcium und Eiweiß sowie ein paar weiteren Nährstoffen mangelhaft, bleibt das Risiko für eine Osteopenie oder Osteoporose hoch. Hier kommt es auf das Zeitfenster an. Während Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene noch im Knochenaufbau stecken, wäre es fatal dieses Potential zu verpassen. Für Erwachsene ist es ebenso hilfreich, den Mangel zu beheben und gezielt Maßnahmen zum Erhalt der Knochendichte zu beginnen.
Darüber hinaus können außerdem das Nervensystem, die Muskulatur, Haut und Schleimhäute sowie das Immunsystem betroffen sein. Welche Folgen auftreten, ob diese bleibend oder reparabel sind, hängt stark vom jeweiligen Mangel und dem Diagnosezeitpunkt ab.
Wie lange dauert es bei Zöliakie, bis ein Nährstoffmangel ausgeglichen ist?
Das ist sehr unterschiedlich. Manche Werte verbessern sich innerhalb weniger Wochen oder Monate. Andere brauchen deutlich länger.
Entscheidend sind der Schweregrad des Mangels, die passende Dosierung und regelmäßige Einnahme, die konsequente glutenfreie Ernährung und die Erholung der Dünndarmschleimhaut. Bei Eisenmangel kann es, wie gesagt, mehrere Monate dauern, bis nicht nur der Blutwert, sondern auch die Speicher wieder aufgefüllt sind. Deshalb sind Verlaufskontrollen so wichtig.
Kann man einem Nährstoffmangel bei Zöliakie von Anfang an vorbeugen?
Nach der Diagnose kann man sehr viel tun. Die wichtigste Grundlage bleibt die glutenfreie Ernährung. Dazu kommen eine nährstoffreiche, ausgewogene Lebensmittelauswahl und eine gute ernährungstherapeutische Begleitung in der Anfangszeit.
Ich empfehle, glutenfrei nicht nur als „weglassen“ zu denken, sondern als Neuanfang auf dem Teller. Es lohnt sich zu prüfen: Welche glutenfreien Lebensmittel liefern Energie, Eiweiß, Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe? Welche glutenfreien Fertigprodukte erleichtern den Alltag? Wie kann ich diese sinnvoll auswählen? Und wo braucht es bewusst mehr Vielfalt?
Bei unerkannter Zöliakie lässt sich ein Mangel natürlich nicht immer verhindern, weil die Aufnahmestörung oft schon länger besteht. Nach der Diagnose kann dann mit Hilfe regelmäßiger Kontrollen, Ernährungstherapie und einer alltagstauglichen glutenfreien Ernährung sehr gut gegensteuert werden.
Wann sollte man bei bestehenden Mängeln trotz glutenfreier Ernährung genauer hinschauen?
Wenn Mängel trotz guter Therapie immer wieder auftreten oder sich gar nicht bessern, gibt es mehrere Ansatzpunkte. Dann ist es wichtig zu prüfen: Wird bei Nahrungsergänzungsmitteln auf die regelmäßige Einnahme geachtet? Wie gut klappt die Umsetzung der glutenfreien Diät? Gibt es unbemerkte Glutenquellen? Kommt es zu Kreuzkontamination? Gibt es andere Erkrankungen oder Medikamente, die die Aufnahme beeinflussen? Liegt vielleicht zusätzlich eine andere Ursache vor?
Hier lohnt sich ein strukturiertes Vorgehen mit medizinischer und ernährungstherapeutischer Unterstützung, um die eigentliche Ursache zu finden.
Was ist dein wichtigster Alltagstipp, um Nährstoffmängeln bei Zöliakie vorzubeugen?
Nicht nur glutenfrei ersetzen, sondern eine ausgewogene glutenfrei Ernährung aufbauen. Das heißt: glutenfreie Brote, Nudeln und Backwaren sollen ihren Platz haben. Hier lohnt es sich, bewusst immer wieder neue Produkte und neue Rezepte auszutesten. Ergänzt werden sie dann in jeder Mahlzeit durch die vielen natürliche glutenfreien und nährstoffreichen Lebensmittel. Das ist lecker und macht dann auch satt.
Und: Laborwerte gezielt bestimmen lassen, statt blind zu supplementieren oder eine Chance zu verpassen, einen Mangel frühzeitig aufzudecken.
Liebe Katharina, herzlichen Dank für dieses Interview!
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