Keine Allergie-News verpassen!

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

Sie wollen stets zu Allergien und Intoleranzen informiert werden? Abonnieren Sie kostenlos unseren MeinAllergiePortal-Newsletter!

 

x

CookingDaddy Martin Willmann glutenfrei kochen Kind

CookingDaddy Martin Willmann - glutenfrei kochen mit Kind!

Glutenfreie Rezepte bei CookingDaddy – glutenfrei kochen mit Kind: Yes you can!

„Kochen und genießen“ darauf wollte Martin Willmann auch dann nicht verzichten, als er Gluten aus seinem Speiseplan streichen musste, und so begann das Experimentieren mit der glutenfreien Küche. Unterstützt wird er dabei von seiner kleinen Tochter und das Ergebnis kann man auf seinem Blog  „CookingDaddy – glutenfrei kochen mit Kind“ in Augenschein nehmen. MeinAllergiePortal sprach mit ihm über seine glutenfreien Küchenexperimente!

Herr Willmann, Sie schreiben auf CookingDaddy, dass Sie zwar keine Zöliakie haben, aber „glutenfrei“ besser vertragen. Wie kamen Sie auf die Idee, das zu testen?

Ich leide schon seit meiner Jugend unter regelmäßigen Magen-Darmbeschwerden. Ich habe alles Mögliche an Tests über mich ergehen lassen. Es wurde regelmäßig dabei entdeckt, dass etwas nicht stimmt, aber woran es liegt, konnte mir keiner sagen. Sämtliche Tests auf die gängigen Krankheiten waren immer negativ.

Im Juni 2014 ging es mir so schlecht, dass ich mir erneut einen Termin bei einem Gastro-Enterologen holte. Ich beschrieb ihm meine Symptome und er wollte eine Magenspiegelung inkl. Biopsie des Dünndarms durchführen. Auf den Termin dafür musste ich sechs Wochen warten. Da es mir wirklich sehr schlecht ging, entschied ich direkt mit glutenfreier Ernährung anzufangen, da dieses das Einzige war, was ich noch nicht probiert hatte. Es war meine letzte Hoffnung.

Nach drei Tagen ging es mir so gut, dass ich dachte, ich sei ein neugeborener Mensch. Diese Kraft, ein gutes Wohlbefinden und endlich ohne Probleme aufzustehen und den Tag zu verbringen, kannte ich schon gar nicht mehr. Obwohl ich mindestens zwei Wochen vor der Spiegelung täglich reichlich glutenhaltig essen sollte, habe ich mich nicht daran gehalten, da es mir mit Gluten sofort wieder schlechter ging. Ich aß fünf bis sechs Tage vor der Spiegelung hier und da ein bisschen Gluten.

Die Spiegelung ergab dann am Ende auch ein negatives Ergebnis auf Zöliakie. Wer weiß, vielleicht wäre es anders ausgefallen, wenn ich mehr Gluten konsumiert hätte. Der Arzt empfahl mir, auf Gluten zu verzichten, wenn es mir ohne besser ginge - ich solle da auf mein Bauchgefühl hören.

Seitdem ernähre ich mich fast ausschließlich glutenfrei. Ab und zu kleinere Ausnahmen wie z.B. ein Stück selbst gebackenes Brot in einem guten Restaurant kann ich ohne Probleme konsumieren.

Was war für Sie am schwierigsten bei der Umstellung auf das glutenfreie Kochen?

Da Kochen wirklich meine größte Leidenschaft ist, war die Umstellung auf eine glutenfreie Küche kein Problem -das hatte mich sehr überrascht.

Fertigprodukte gab es auch vorher in meiner Küche schon seit Jahren nicht mehr, und die meisten frischen Produkte sind fast immer ohne Gluten. Für Pasta und Paniermehl gibt es mittlerweile sehr gute Fertigprodukte. Die sind leider sehr teuer, schmecken dafür aber hervorragend und sind auch die einzigen Fertigprodukte in meiner Küche. Außerhalb Essen gehen ist da eine andere Geschichte. Das ist oft sehr mühsam.

Und das glutenfreie Backen fiel Ihnen auch so leicht?

Das glutenfreie Backen war viel schwieriger!

Backen war absolut nicht meine Stärke. Genauer gesagt, ich hasste Backen :)

Glutenfreie Fertigbrote schmeckten mir aber nicht und sehr teuer waren sie auch noch. Also musste ich mir das (glutenfreie) Backen selbst beibringen. Die ersten Versuche hätten ohne Probleme in der neuen Elbphilharmonie als Ziegelsteine verbaut werden können -optisch und geschmacklich war das nicht schön.

Es hat sehr viele Versuche gebraucht, bis das Brot halbwegs genießbar war. 2 Jahre später, mit viel Lesen und Recherchieren und einer Menge „trial and error“-Versuchen, backe ich mittlerweile ganz gerne und kann essbare Brote und Brötchen vorweisen, die auch Menschen schmecken, die sich glutenhaltig ernähren. Mit glutenhaltigen Broten und Brötchen, sind diese in meinen Augen aber nicht zu vergleichen. Das Original schmeckt immer am besten.


Gibt es auch glutenhaltige Rezepte, die ohne Gluten überhaupt nicht funktionieren?

Grundsätzlich halte ich jedes glutenhaltige Gericht auch in glutenfrei für machbar. Die Frage ist nur, wie hoch ist der Aufwand und wie nah kommt das glutenfreie Gericht an das Original heran.

Es gibt viele natürlicherweise glutenfreie Mehlsorten. Welche Mehle eignen sich für welche Gerichte bzw. Gebäcke?
Reismehl eignet sich in kleineren Mengen für alles Mögliche - perfekt um den Anteil an Fertigmischungen zu reduzieren und mit Reismehl aufzufüllen.

Für Kuchen und Muffins benutze ich auch sehr gerne viel Reismehl. Der Geschmack ist neutral und es lässt sich super verarbeiten.

Für Waffeln nutze ich sehr gerne Kartoffelmehl. Dann werden sie schön knusprig und schmecken etwas deftiger.

Buchweizenmehl nutze ich regelmäßig in kleinen Anteilen zum Brot backen. Auch für Pfannkuchen eignet es sich sehr gut. Mir schmeckt es jedoch schnell zu stark nach Buchweizen, daher nutze ich es nie in größeren Mengen. Den Geschmack von Buchweizen muss man mögen.

Mein aktueller Liebling ist das Kichererbsenmehl. In kleinen Mengen für Pizzateige oder Pfannkuchen ergibt sich ein wirklich toller Geschmack, und der Teig lässt sich roh sehr gut verarbeiten. Damit werde ich in Zukunft viel experimentieren und sicherlich auch auf meinem Blog dazu etwas veröffentlichen.

Ansonsten nutze ich ehrlich gesagt für Brot & Brötchen zum Großteil die Fertigmischungen von Schär. Aus Bequemlichkeit, solange, bis ich aus reinen Mehlen etwas „Besseres“ entwickelt habe, die meine bewährten Brotrezepte übertreffen. Brote ohne Fertigmehlmischungen (zum Anteil) sind wirklich sehr schwer zu backen.

Sie setzen häufig die Avocado ein – was kann man damit ersetzen bzw. für welche Rezepte eignet sich Avocado?

Die Avocado ist mein absoluter Küchenfavorit. Nicht erst seitdem die Avocado zum Superfood erklärt wurde, oder ich mich glutenfrei ernähre, sondern schon seit vielen Jahren. Mit ihr kann man wirklich alles zubereiten. Beim glutenfreien Backen sorgt die Avocado dafür, dass das Ergebnis am Ende schön saftig wird, und auch noch nach zwei bis drei Tagen nicht steinhart ist. Das gleiche gilt übrigens für die Süßkartoffel.

Seit kurzem ernähre ich mich vegetarisch/vegan. Deshalb probiere ich im Moment die Milchprodukte in Brot, Brötchen und Gebäck gerade durch Avocado zu ersetzen. Mit meinen Brötchen hat das super geklappt. Was das Backen von Kuchen etc. angeht, vermute ich in naher Zukunft viel „trial & error“ -wie so oft.

glutenfreier avocadokuchen Glutenfreier Avocadokuchen - ein Rezept von CookingDaddy!In größeren Mengen und als Ersatz habe ich sie das erste Mal in meinem glutenfreien Avocadokuchen ausprobiert. Das Ergebnis war direkt beim ersten Versuch perfekt. Ich habe den Kuchen mit zu meiner Arbeit genommen und dort einfach auf den Tisch gestellt. Jedem hat der Kuchen gut geschmeckt und niemand hat erraten, dass dieser Kuchen glutenfrei war. Wenn ich ein Avocado-Rezept empfehlen würde, dann den glutenfreien Avocado-Kuchen.

Die Bilder auf Ihrem Blog sind toll arrangiert und extrem professionell? Wie lange dauert es, bis Sie und Ihre Familie zum Essen kommen? ☺

Danke für das Kompliment. Das „extrem professionell“ in ihrer Frage schmeichelt mir. Ich denke davon bin ich noch sehr weit weg. Aber das ist ok. Ich bin ja auch kein Profi, sondern Hobbyknipser. Als Mann ohne Talent für Dekorationen und Farben, fällt es mir oft schwer, ein brauchbares Gesamtbild aufzubauen. Das ist einfach nicht meine Stärke. Daher geht dafür meistens viel Zeit verloren. Das Erledige ich meist vor oder während des Kochens.

Am Anfang habe ich erst den Fototeller hübsch angerichtet und fotografiert, während meine Familie am Tisch auf das Essen gewartet hat. Meine kleine Tochter war dann jedoch sehr schmerzfrei mit dem Rufen nach Essen, sodass ich mittlerweile erst meiner Tochter etwas zu essen gebe, dann fotografiere und hinterher mit meiner Freundin zusammen esse. Sie ist da wirklich sehr geduldig mit mir. Auch wenn das Essen ab und zu nur noch lauwarm am Tisch ankommt. Dafür danke ich ihr jedes Mal erneut.

Die meisten Bilder versuche ich mittlerweile in meiner Freizeit zu produzieren, wenn ich alleine zu Hause bin. Das ist für alle Beteiligten am entspanntesten.

Herr Willmann, herzlichen Dank für dieses Interview!

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden. Bitte beachte auch unsere Datenschutzbestimmungen gemäß DSGVO.