Non-celiac gluten sensivity

Dr. Miriam Stengel, Vorsitzende von MAGDA – das Patientenforum für MAGen-DArm-Störungen der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM) und Ärztin an der Klinik für Innere Medizin am Martin-Luther-Krankenhaus in Berlin

Zöliakie oder Non-celiac gluten sensitivity (NCGS)?

Die Erkrankung "Zöliakie" ist heutzutage deutlich bekannter, als dies noch vor 10 Jahren der Fall war. Dennoch dauert es oft lange, bis die Patienten eine Diagnose bekommen. Erschwerend hinzu kommen Erkrankungen, die man noch nicht so lange kennt und deren Symptome der der Zöliakie sehr stark ähneln: Weizenallergie, Nichtzöliakie-Nichtweizenallergie-Weizensensitivität - im englischsprachigen Raum auch Non-celiac gluten sensitivity (NCGS). MeinAllergiePortal sprach mit Dr. Miriam Stengel, Vorsitzende von MAGDA – das Patientenforum für MAGen-DArm-Störungen der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM) und Ärztin an der Klinik für Innere Medizin am Martin-Luther-Krankenhaus in Berlin über Zöliakie, Non-celiac gluten sensitivity (NCGS) und wie man mit den Erkrankungen umgeht.

Frau Dr. Stengel, was versteht man unter "glutensensitive Enteropathie" und "Sprue"?

"Glutensensitive Enteropathie" ist ein anderer Begriff für Zöliakie und das gleich gilt für "Sprue", wenn Erwachsene betroffen sind. Dabei handelt es sich um eine lebenslange nicht-IgE-vermittelte immunologische Reaktion mit Antikörperbildung auf bestimmte Eiweiße, die in Getreide (Weizen, Roggen, Gerste und andere Getreidesorten) vorkommen. Heute sollte nur noch der Begriff Zöliakie verwendet werden.

Bei der Zöliakie kommt es zu einer Immunreaktion im Darm mit anschließender chronischer Entzündung und Rückbildung der Dünndarmzotten (Atrophie). Die Folge davon sind zum einen eine Maldigestion, d.h. die Nahrung kann nicht mehr oder nicht ausreichend in ihre resorbierbaren Bestandteile aufgespalten werden und zum anderen eine Malabsorption, d.h. die Nahrung kann nicht mehr bzw. unzureichend vom Körper aufgenommen werden.

Man hört immer wieder, dass sich die Zöliakie auf vielerlei Weise zeigen kann…

Zu den klassischen (typischen) Symptomen der Zöliakie gehören voluminöse, fettreiche Durchfälle, Gewichtsverlust und klinische Zeichen von Vitaminmangel.

Bei Kindern weisen auch Wesensveränderungen (Weinerlichkeit) oder eine Wachstumsretardierung auf die Erkrankung hin.

Viele erwachsene Betroffene leiden nicht nur unter gastrointestinalen Symptomen sondern auch unter allgemeiner Abgeschlagenheit, Schlaflosigkeit, Eisenmangelanämie, Arthritis, Arthralgien – das sind Gelenkschmerzen, neurologische Symptome, Abortneigung, Infertilität, chronischer Hepatitis, Transaminasenerhöhung und Osteoporose.

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