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Gluten Sensitivity Sabine Lisicki

Tennisspielerin Sabine Lisicki

Gluten Sensitivity - Sabine Lisicki spricht über ihre Erfahrungen!

Die Tennisspielerin Sabine Lisicki weiß erst seit einigen Jahren, dass Sie unter einer Gluten Senistivity, d.h. einer Glutenunverträglichkeit leidet und spricht sehr offen über ihre Erkrankung. Der Weg zur Diagnose war auch bei ihr „lang und steinig“ - ein häufiges Phänomen bei vielen, die unter Zöliakie oder Glutensensitivität, auch Weizensensitivitiät genannt, leiden. Nach wie vor bleiben diese Erkrankungen oft lange unerkannt. Sabine Lisicki sprach mit MeinAllergiePortal über die Auswirkungen ihrer Glutensensitivität auf ihre Lebensqualität und den Leistungssport.

Frau Lisicki, Sie hatten sehr lange Beschwerden, bevor die Diagnose „Gluten Sensitivity“ kam – welchen Einfluss hatte die späte Diagnose auf Ihre sportliche Leistung?

Ich hatte viele Jahre immer wieder Bauchschmerzen. Es war im Prinzip Alltag für mich. Dies hat mich viel Kraft gekostet, da ich einfach nicht wusste, was mit mir los war. Und niemand hat mir sagen können, warum das so ist. Bis mir dann vor drei, vier Jahren endlich jemand gesagt hat, dass ich eine Gluten Sensitivität habe und ich Gluten aus meinem Speiseplan komplett rausnehmen muss.

Sportlich hatte dies 2011 Auswirkungen auf mich, denn ich hatte ohne es zu wissen nochmals Gluten zu mir genommen, da es in einer Sauce mit verarbeitet wurde. Damals wusste ich das noch nicht, was mir im Nachhinein völlig klar ist, da Saucen oftmals mit Mehl verdickt werden. Leider musste ich dann während des Spiels auf Grund starker Krämpfe mit einer Trage vom Platz getragen werden. Heute kann mir das nicht mehr so leicht passieren, da ich nun weiß auf was ich achten muss.

Konnten Sie nach der Umstellung auf glutenfreie Ernährung positive Effekte feststellen? Sie hatten zum Beispiel erwähnt, dass Sie weniger Schlaf benötigen…

Ja, es gibt zahlreiche positive Effekte für mich, zum Beispiel, dass ich wieder beschwerdefrei leben kann. Endlich sind die Magen- und Bauchschmerzen weg. Das ist echt ein riesen Unterschied. Ich kannte es ja lange Zeit nicht anders und wenn man dann merkt, es geht auch wirklich ohne Magen- und Bauchschmerzen – das ist dann fast schon wie ein Wunder. Und zudem brauche ich, wie Sie bereits sagten, nun gut eine Stunde weniger Schlaf. Das ist für den Leistungssport sehr wichtig, wenn man sich da schneller regeneriert. Ich fühle mich einfach wieder viel wohler und richtig fit.


Die Ernährung spielt bei Profisportlern eine große Rolle für das "Management" der sportlichen Leistung. Hat sich durch Ihre Gluten Sensitivity etwas an Ihrem Ernährungsplan geändert?

Ja, es hat sich für mich einiges geändert, denn ich achte viel bewusster darauf was ich esse.

Als Sportlerin brauche ich natürlich genügend Kohlenhydrate. Hierbei helfen mir die glutenfreien Produkte schon sehr, da ich endlich wieder normales Brot essen kann. Auch Pasta und Pizza gibt es mittlerweile glutenfrei. Besonders wichtig sind für mich jedoch vor allem auch Kartoffeln, da mir diese wichtige Kohlenhydrate liefern.

Auch Obst und Gemüse spielen in meinem Ernährungsplan eine wichtige Rolle. So bekomme ich reichlich Vitamine und ernähre mich gleichzeitig auf einfache und leckere Art gesund. Das ist allerdings keine große Umstellung für mich, da ich schon immer gerne Gemüse esse. 

Quinoa und Reis habe ich jedoch neu für mich entdeckt. Die Palette der glutenfreien Produkte ist wirklich groß, deswegen ist mein Speiseplan auch sehr lecker und abwechslungsreich.

Zu wissen, dass man sich glutenfrei ernähren muss, ist eine Sache, die Umsetzung eine andere? Wie haben Sie das geschafft?

Mit der Diagnose wurde ich – mehr oder weniger – alleine gelassen. Mir wurde nur gesagt, ich darf kein Gluten mehr essen, aber wie ich damit umzugehen habe, nicht. So hatte ich auch wenig Hilfe bei der Ernährungsumstellung. Kurz nach der Diagnose dachte ich dann, dass ich nichts mehr essen kann, das ist jedoch gar nicht der Fall. Man muss nur genau aufpassen.

Und heute gibt es zum Glück mehr Infos hierüber und eine große Auswahl an unterschiedlichen Produkten. Zudem gibt es eine Menge natürlich glutenfreier Lebensmittel, wie Fleisch, Fisch, Obst, Gemüse, Kartoffeln, Reis usw. Ich habe mich damals selbst in das Thema eingelesen, allerdings gab es nur begrenzt Infomaterialien hierzu.

Heute würde ich mich auf jeden Fall wieder von einem Arzt und Ernährungsberatern beraten lassen, da die Gluten-Unverträglichkeit nun besser bekannt ist und dazu auch viele Informationsmaterialien zur Verfügung stehen. Zusätzlich würde ich mich selbst mit Hilfe von Infobroschüren in das Thema einlesen.

Damit Menschen nach ihrer Diagnose der Einstieg in eine glutenfreie Ernährung leichter fällt, möchte ich gemeinsam mit Dr. Schär auf das Thema aufmerksam machen. Denn wenn ich damals eine solche Hilfe bekommen hätte, wären mir viele Dinge erspart geblieben.


Sie reisen berufsbedingt sehr viel international und haben den Vergleich – in welchem Land lebt man am leichtesten glutenfrei?

Generell packe ich immer eine Auswahl an glutenfreien Nahrungsmitteln in meinen Koffer, wenn ich auf Reisen bin. Auch wenn sich Lebensmittelgeschäfte und Restaurants zunehmend auf die Nachfrage nach glutenfreien Produkten und Speisen eingestellt haben, möchte ich ganz sicher gehen. Da hilft aber zum Beispiel auch die Online-Plattform www.glutenfreeroads.com, die man sich als App installieren kann.

Am besten finde ich mich neben Deutschland in Florida zurecht, da ich hier lebe und mich einfach gut auskenne. Hier habe ich meine Lieblingsrestaurants und muss daher nicht mehr groß auf die Suche gehen - was die ganze Sache enorm erleichtert.

Frau Lisicki, herzlichen Dank für dieses Interview!

Glutensensitivität – ein umstrittenes Krankheitsbild

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