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Zöliakie Neulinge: Die Neulingsgruppe vom Zöliakie Austausch

Paddy und Jürgen Schmidtlein zum Thema: Zöliakie Neulinge: Die Neulingsgruppe vom Zöliakie Austausch

Zöliakie Neulinge: Die Neulingsgruppe vom Zöliakie Austausch

Man könnte auch sagen, Ihr unterscheidet zwischen „Zöliakie-Anfängern“ und „Zöliakie-Fortgeschrittenen“…

Paddy: Der Unterschied zu den Gruppen ist tatsächlich: Im Zöliakie Austausch erwarten wir, dass die Mitglieder selbstständiger sind, sich selbst informieren und unsere Dokumente lesen. Im Zöliakie Austausch haben wir dafür eine Art Handbuch erstellt, das für alle als Grundlage dienen soll. Bei Fragen verweisen wir dann immer zunächst auf dieses Handbuch. In der Neulingsgruppe darf aber alles immer wieder gefragt werden. Und zusätzlich haben wir dort das Handbuch in einfacher Sprache zur Verfügung gestellt. Es gibt natürlich auch Mitglieder, die sich mit solchen Dokumenten schwertun oder vielleicht auch mit einer anderen Muttersprache aufgewachsen sind. Daher wollen wir mit dem Dokument in einfacher Sprache unterstützen.

Um unsere Neulinge besser kennenzulernen erhält auch jedes neue Mitglied einen Begrüßungspost von unserem Moderator, in welchem er unter anderem dazu ermutigt, sich den anderen vorzustellen. Die meisten Posts, die man liest, wenn man durch die Gruppe scrollt, sind dann tatsächlich solche Vorstellungsposts. Das ist neben dem persönlichen Charakter, der dadurch der Gruppe verliehen wird, vor allem auch dann wieder schön, wenn Fragen gestellt werden. Wir können die Fragen dann individueller beantworten, wenn wir im Vorstellungspost noch einmal nachlesen können, welchen Hintergrund derjenige, der die Frage gestellt hat, mitbringt. Ist derjenige zum Beispiel ganz frisch diagnostiziert? Häufiger kommt es auch vor, dass die Zöliakie im Kindesalter diagnostiziert wurde und erst Jahre später wieder zum Thema wird. Je nach dem können wir Fragen dann auf die Person zugeschnitten beantworten und so besser helfenIst es nicht so, dass die Welpen dann irgendwann in das Großrudel kommen – also von der Gruppe „Zöliakie Neulinge“ in die Gruppe „Zöliakie Austausch“? Wann findet dieser Übergang statt?

Paddy: Viele sind in beiden Gruppen! Ich würde mal schätzen, dass nur ungefähr 10 Prozent in der Neulingsgruppe und nicht gleichzeitig auch im Zöliakie Austausch sind. Ebenso sind in der Neulingsgruppe natürlich auch „alte Hasen“. Einfach weil ja irgendjemand die gestellten Fragen beantworten muss. Es ist auch nicht so, dass Neulinge ihren Welpenschutz nach einer gewissen Zeit verlieren: Manchmal stellen dort auch Leute Fragen, die sich mit den Zöliakie-Regeln schwertun und auch nach Jahren das Grundwissen noch nicht vollständig verinnerlicht haben. Wir hinterfragen nicht, warum derjenige das nicht versteht, wir erklären es in dieser Gruppe gerne erneut.

Bietet Ihr den Zöliakie Neulingen neben der Bereitstellung von Infomaterial auch weitere Möglichkeiten, dazuzulernen?

Paddy: In der Gruppe gibt es immer ein lehrreiches Quiz. Das hilft den Mitgliedern, die sich selbst in dieser Gruppe nicht trauen, Fragen zu stellen, dazuzulernen. Wir haben damit angefangen, Zutatenlisten zu posten und das Ganze dann „Zutatenquiz“ zu nennen. Das heißt, ich poste eine Zutatenliste und schreibe dazu: „So, schreibt da mal drunter: Ist das glutenfrei oder glutenhaltig und begründet eure Antwort!“ Ganz wichtig für den Lerneffekt ist dabei das Begründen. Zwei Tage später folgt dann spätestens die Auflösung und wenn die jeweilige Zutatenliste zu leicht zu bewerten war, dann haken wir noch einmal genauer nach: „Ja, aber da steht doch Senfmehl! Muss ich bei Mehl nicht aufpassen?“ Dadurch entsteht wieder ein neuer Dialog. Und das ist, finde ich, immer eine schöne Übung für unsere Neulinge, um selbstständiger zu werden. Am meisten wird bei den Zutatenlisten diskutiert, die eigentlich glutenfrei sind. Da kann man noch leichter verunsichern und das ist doch ein ganz schönes Zeichen dafür, dass richtige Gefahrenquellen von den meisten direkt erkannt werden. Das ist auch für uns gut zu wissen, um den Informationsbedarf besser einzuschätzen.

Jürgen: Tatsächlich wird das Quiz von unseren Neulingen sehr gut angenommen! Beim Quiz machen alle mit – auch die, die bisher noch keine Fragen gestellt hatten. Für uns war es gut beim Quiz zu sehen, dass einige doch noch Probleme beim Lesen der Zutatenlisten haben, obwohl wir eigentlich genügend Informationen dazu bereitgestellt haben. Darauf können wir dann direkt eingehen und das in der Neulingsgruppe viel besser, als im Zöliakie Austausch.

Wir möchten die Neulinge wirklich an die Hand nehmen und möglichst individuell unterstützen. Aus dem Wunsch heraus ist auch unser Patensystem entstanden, durch das die Neulinge auch außerhalb der Gruppe betreut werden.

Wie kann man sich das Patensystem vorstellen?

Paddy: Irgendwann haben wir darüber nachgedacht, wie man die Betreuung der Neulinge noch persönlicher und individueller gestalten könnte: Die Idee war dann, den Neulingen jeweils einen eigenen Ansprechpartner zur Seite zu stellen, einen Paten. An diesen Paten können sie sich direkt per Nachricht wenden, ohne in die Gruppe schreiben zu müssen.

Auf dieses Paten-Konzept machen wir alle Neulinge im Begrüßungspost aufmerksam. In der Neulingsgruppe haben wir eine Datei zum Patensystem angepinnt. Hier stellen sich die verschiedenen Paten vor. Sie geben beispielsweise ihr Alter, sowie ihren Wohnort an, ob sie Kinder haben, studieren - eben ein paar grundlegende Informationen. So können sich die Neulinge einen passenden Paten aussuchen: Manche möchten gerne einen Paten, der in der Nähe wohnt, Studienanfänger suchen möglicherweise jemanden, der Erfahrungen mit Zöliakie im Studium hat, eine Mutter von zwei Kindern wählt wiederrum gerne eine Mutter mit Kindern im gleichen Alter. Wir haben mittlerweile über 50 Paten, unsere Neulinge haben damit eine relativ große Auswahl.