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Zöliakie Diagnose Antikörper

Dr. Stephanie Baas zum Thema: Zöliakie-Diagnose - welche Antikörper sind relevant?

Zöliakie-Diagnose: Welche Antikörper sind relevant?

Wie erfolgt bei Verdacht auf Zöliakie der Test auf Gewebstransglutaminase-Antiköper?

Mit dem Test auf Gewebstransglutaminase-Antiköper weist man im Prinzip den gleichen Antikörper nach wie mit dem Test auf Endomysium-Antikörper, nur wie schon gesagt mit einem anderen Testverfahren. Der Test auf Gewebstransglutaminase-Antiköper wird am häufigsten als erster Test durchgeführt, auch deshalb, weil das ELISA-Verfahren deutlich weniger kompliziert ist. Aber: In der deutschen Zöliakie-Leitlinie von 2014 gelten der Test auf Gewebstransglutaminase-Antiköper und der Test auf Endomysium-Antikörper als gleichwertig. Allerdings hat der Test auf Gewebstransglutaminase-Antiköper auch Schwächen.

Welche Schwächen bzw. Probleme gibt es beim Test auf Gewebstransglutaminase-Antiköper?

Der Test auf Gewebstransglutaminase-Antiköper wird von vielen Herstellern angeboten und es gibt große Unterschiede in Bezug auf die Performance. Dies ist bei der Bewertung der Testergebnisse durchaus zu berücksichtigen. Ebenso spielt beim Test auf Gewebstransglutaminase-Antiköper das durchführende Labor eine Rolle.

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Welchen Einfluss hat das ausführende Labor auf den Test auf Gewebstransglutaminase-Antiköper?

Auch hier ist wieder die Erfahrung des Labors mit dem Gewebstransglutaminase-Antiköper-Test ausschlaggebend, was die Vergleichbarkeit der Testergebnisse fast unmöglich macht. Es kann durchaus sein, dass Zöliakie-Patienten, die mit dem Arzt ja oft unwissentlich auch das Labor wechseln, mit sehr unterschiedlichen Testergebnissen und unterschiedlichen Werten konfrontiert werden. Diese sagen dann nicht unbedingt etwas über den tatsächlichen Verlauf der Zöliakie aus. Es wäre deshalb eigentlich sinnvoll, die Tests immer im gleichen Labor machen zu lassen.

Hinzu kommt, dass die Labore sehr unterschiedliche Normbereiche ausweisen.

Wie wirken sich die unterschiedlichen Normbereiche der Labore auf den Gewebstransglutaminase-Antiköper-Test aus?

Manche Labore definieren ihren Normbereich für den Gewebstransglutaminase-Antiköper-Test bei <1 U/ml, andere bei 7 U/ml oder 20 U/ml. Diese Unterschiede machen deutlich: Ein Wert von 21 U/ml, der in dem einen Labor als dreifach erhöht eingestuft wird, gilt bei einem anderen Labor als geringfügig über der Norm. Für den Arzt reicht dieser Wert alleine also nicht aus, um den Gesundheitszustand eines Zöliakie-Patienten zu beurteilen. Man muss wissen, von welchem Normbereich ausgegangen wird. Aber: Werden die Tests auf Gewebstransglutaminase-Antiköper immer beim gleichen Labor durchgeführt, ermöglichen die Werte eine gute Vergleichbarkeit und zeigen die Entwicklung der Erkrankung an. Zur Übersicht ist der Zöliakie-Pass hilfreich, den die Deutsche Zöliakie Gesellschaft (DZG) ihren Mitgliedern zur Verfügung stellt.

Ein weiteres Problem ist der sogenannte obere „Cut-off“.

Welches Problem entsteht bei Laboren, die Zöliakie Tests auswerten, durch den oberen „Cut-off“?

Die meisten Labore arbeiten mit einem oberen Cut-off. Das heißt, Werte über einer gewissen Höhe, werden nicht mehr weiter bestimmt. In der Praxis bedeutet das, dass gerade Zöliakie-Patienten mit hohen Ausgangswerten nicht so schnell Erfolge sehen, die eine Ernährungsumstellung auf glutenfreie Diät mit sich bringen. Bei einer Kontrolluntersuchung z.B. drei bis vier Monate nach Ernährungsumstellung verbessern sich die Werte dieser Patienten zwar, bleiben aber oberhalb des Cut-offs und „gehen unter“. Der Arzt sollte deshalb das Labor explizit anweisen, den Wert genau zu bestimmen und nicht mit Cut-offs zu arbeiten. Für die Patienten ist das umso frustrierender, da deren Motivation gerade zu Beginn der glutenfreien Diät meist sehr groß ist. Wiederholt man die Kontrolle nach weiteren3 - 6 Monaten, sieht das oft schon ganz anders aus.