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Eva Gancarz zum Thema: Einfach glutenfrei - praktische Küchenutensilien für „Zölis“!

Einfach glutenfrei: Praktische Küchenutensilien für „Zölis“

Die Kontamination mit Gluten muss man unbedingt vermeiden, wenn man Zöliakie hat. Unabsichtlich ist das jedoch schnell passiert, wenn man in einem „gemischten Haushalt“ lebt, denn eine häufige Kontaminationsquelle sind Küchenutensilien. Um dies zu vermeiden, hatte Eva Gancarz, selbst von Zöliakie betroffen, eine gute Idee. MeinAllergiePortal sprach mit ihr über ihre Portal „Einfach glutenfrei“ und ihre praktischen Küchenutensilien für Zölis.

Frau Gancarz, wie ist „einfach glutenfrei“ entstanden?

„Einfach glutenfrei“ ist dadurch entstanden, dass ich 2018 auf Weltreise war und meine glutenfreien Erlebnisse mit anderen „Zölis“  teilen wollte. Ich war erstaunt, wie einfach es ist, sich auf Reisen glutenfrei zu ernähren. Klar muss man hier und dort Abstriche machen und auf Brot und Nudeln verzichten, aber es gibt genug gesunde Alternativen, die auch glutenfrei sind – zu meiner Freude :-)

Seitdem ich wieder zurück in Deutschland bin, biete ich auch auf meiner Seite glutenfreie Schneidebretter und Pfannenwender aus Holz an, die mit einem glutenfreien Symbol (durchgestrichene Ähre) gekennzeichnet sind. Dadurch kann in gemischten Haushalten eindeutig und auf dem ersten Blick erkannt werden, dass es sich um die Koch- und Backutensilien von Zölis handelt und glutenhaltige Lebensmittel auf dem Schneidebrett nichts verloren haben.

Wie kamen Sie auf die Idee, Schneidebretter und Pfannenwender mit einem „glutenfrei“-Zeichen zu versehen?

einfach glutenfrei praktische kuechenutensilienSchneidebretter und Pfannenwender mit einem „glutenfrei“-Zeichen Die Idee kam mir durch diverse Beiträge von Mitgliedern in der Facebook Gruppe „Zöliakie Austausch“. Dort liest man regelmäßig Beiträge von Mitgliedern, die einen „Kontaminationsunfall“ hatten. Von einem solchen Unfall spricht man beispielsweise dann, wenn in einem gemischten Haushalt mit Zölis und Nicht-Zölis beim Kochen keine 100prozentige Trennung der Kochutensilien beibehalten wurde oder wenn beispielsweise der gleiche Pfannenwender für glutenfreie und glutenhaltige Pfannkuchen verwenden wurde.

 

 

Für die „Nicht-Zölis“, was ist bei einem Kontaminationsunfall das Problem?

Man mag es kaum glauben, aber bereits die geringsten Mengen verursachen bei uns Zölis Beschwerden wie beispielsweise Bauchschmerzen.

Ich musste den Fall leider auch oft genug selber erleben. Ich bin die einzige in meinem Familien- und Freundeskreis, die an einer Zöliakie leidet. Auch wenn mein Haushalt komplett glutenfrei ist, lässt es sich nicht vermeiden, dass beim Besuch bei Freunden oder bei der Familie eine Gefahr von glutenhaltigen Lebensmitteln besteht.

Es fängt schon beim Kochen und Backen an. Ich war es leid, immer wieder darauf achten zu müssen, an welchen Platz ich meinen glutenfreien Pfannenwender beim gemeinsamen Kochen mit Freunden gelegt habe und diese ihn dann doch wieder mit ihrem (glutenhaltigen) Pfannenwender vertauscht haben.

Auch beim gemeinsamen Frühstücken hatte ich zu Besuch bei Nicht-Zölis immer Angst, das gleiche Schneidebrett zu verwenden, da in den Holzrillen, die durchs Brotschneiden entstehen, die kleinsten Mengen von glutenhaltigen Spuren hinterlassen werden, die für mich eine Gefahr bergen.

Ich habe die Idee mit den glutenfreien Schneidebrettern und den glutenfreien Pfannenwendern aus Holz entwickelt, um insbesondere Familien dabei zu helfen, eine eindeutige Zuordnung zu glutenfreien und glutenhaltigen Küchenutensilien zu erhalten. Durch das „glutenfrei“- Symbol auf den Produkten sieht man auf einem Blick, ob es sich um das Schneidebrett des Zöli-Kindes handelt oder um das „normale“ Schneidebrett der restlichen Familie.


Aus welchem Material bestehen die Schneidebretter und die Pfannenwender?

Die Schneidebretter und Pfannenwender sind aus Buchenholz und stammen aus Polen.

Wieso haben Sie sich nicht für Kunststoff oder ein anderes Material entschieden?

Auf Plastik und Kunststoff können Bakterien viel länger überleben, wohingegen Bakterien auf Holz zu 99,9 Prozent nach nur zwei Stunden abgetötet werden. Durch das Schneiden von Brot auf Schneidebrettern aus Holz entstehen zwar Kerben und Furchen, in denen  sich Bakterien einnisten können. Diese werden aber durch den gründlichen Abwasch mit Wasser und Spülmittel beseitigt, und das im Holz vorhandene Tannin hilft dabei, die Bakterien abzutöten.

Muss man die Schneidebretter und Pfannenwender auch separat aufbewahren, damit sie glutenfrei bleiben?

Grundsätzlich schadet es nicht, wenn in einem gemischten Haushalt strikt nach glutenfreien und glutenhaltigen Kochutensilien getrennt wird. Jedoch ist es hier nicht so streng zu sehen wie bei Lebensmitteln. Die Pfannenwender und Schneidebretter werden nach Gebrauch gründlich gereinigt und sind danach wieder benutzbar. Demnach kann man glutenhaltige und glutenfreie Pfannenwender zusammen aufbewahren. Es ist auch nicht immer einfach, alle Koch- und Backutensilien strikt zu trennen, es sei denn, man hat eine große Küche mit viel Stauraum ;-)

Planen Sie, Ihr Sortiment zu erweitern?

Ich bin offen für jegliche Vorschläge und Ideen! In der Tat habe ich mir bereits ein Angebot für glutenfreie Backmatten aus Silikon und glutenfreie Kuchenbackformen geben lassen. Hier sind die Abnahmemenge und demnach die Investitionskosten allerdings so groß, dass ich mit diesen Produkten erst einmal abwarte.

Mein Ziel besteht darin, das Kochen und Backen in gemischten Haushalten für Zölis zu erleichtern, den Spaß dabei zu erhöhen und die Gefahr der Kontamination mit glutenhaltigen Lebensmitteln auszuschließen.

Frau Gancarz, herzlichen Dank für dieses Interview!

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