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Enzyme Glutenabbau

Dr. Stephanie Baas zum Thema: Enzyme zum Glutenabbau? Funktioniert das?

Enzyme zum Glutenabbau? Funktioniert das?

Heißt das, es besteht die Gefahr, dass Zöliakie-Betroffene die Zulassung des Enzyms zum Glutenabbau als Nahrungsergänzungsmittel falsch einordnen?

Der Name der Produkte lässt das befürchten. Wenn ich als Zöliakiepatient ein solches Präparat finde,  würde ich denken, dass es mir bei der Verdauung von Gluten hilft Bei genauer Durchsicht der Beipackzettel der Nahrungsergänzungsmittel zum Abbau von Gluten, sieht man, dass die Hersteller nicht den Anspruch erheben, es handele sich um ein Medikament zur Therapie von Zöliakie. Die Rede ist vielmehr von einer Unterstützung des Abbaus von Gluten in einer glutenarmen Ernährung. Als Ersatz für eine glutenfreie Ernährung oder zur Behandlung oder Vorbeugung von Zöliakie, Weizenallergie oder Glutensensitivität ist es nicht vorgesehen.

Wer profitiert dann von Enzymen zum Glutenabbau?

Die Hersteller von glutenabbauenden Enzymen argumentieren, dass  auch bei glutenfreier Ernährung die Aufnahme von geringen Glutenmengen schwer zu vermeiden sei. Enzyme zum Glutenabbau, so lautet die Begründung, können diese Kontaminations-Lücke schließen.

Die bisher zur Verfügung stehenden Studien zu glutenabbauenden Enzymen sind jedoch nicht so eindeutig in ihrer Aussage.

Was ergibt sich aus den Studien, die eine glutenabbauende Wirkung des Enzyms Prolyloligopeptidase nachgewiesen haben?

Die bisher vorhandenen Studien zu glutenabbauenden Enzymen weisen einige Schwachstellen auf. So geben sie keinen wirklichen Nachweis einer 100prozentigen Absicherung gegen Kontamination mit Gluten. Das liegt zum einen daran, dass viele der Studien nicht am Menschen, sondern in vitro bzw. Modellen, die den Verdauungstrakt simulieren, durchgeführt wurden.

Es gibt auch Studien am gesunden Menschen oder an einer kleinen Gruppe von 18 Personen, die sich selbst als glutensensitiv bezeichnet haben, nicht jedoch an Zöliakie-Patienten.

Auch wurden in den Studien nicht immer alle relevanten Faktoren erfasst. Zum Beispiel fehlt in manchen Studien die Angabe, ob die Studienteilnehmer nach Verzehr von Gluten mit und ohne Einnahme des glutenabbauenden Enzyms Symptome hatten und welche.

Allerdings hat man bei einiger dieser Studien die Wirkung des glutenabbauenden Enzyms mit Hilfe einer Flüssignahrung untersucht, die mit dem glutenabbauenden Enzym vermischt wurde. In manchen Studien wurde dieses Nahrungs-Enzymgemisch auch direkt über eine Sonde in den Magen eingeführt und erst danach wurde der Glutenabbau gemessen. Bei anderen Studien wurden Porridge-Mahlzeiten eingesetzt, die ebenfalls mit dem glutenabbauenden Enzym vermischt worden waren, oder man hat Toastbrot eingesetzt. Diese Vorgehensweise entspricht nicht der Ernährungsrealität der Zöliakie-Patienten und der Komplexität des Verdauungsprozesses.

Es gibt außerdem gewisse unerklärte Ungereimtheiten, zu Beispiel dass in manchen Studien auch bei Patienten, die Placebo erhalten hatten, der Glutengehalt im Zwölffingerdarm extrem niedrig war, vergleichbar mit dem der Verum-Gruppe.

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