Reisen Essen gehen Glutango Zöliakie

Christina Rückert spricht über ihren Blog "Glutango" und ihren Weg vom „Gluten-Eiertanz zum Tango!

Reisen und Essen gehen mit Glutango: Vom Gluten-Eiertanz zum Tango

Wie bereiten Sie Reisen und Restaurantbesuche heute vor?

Das hängt immer ganz davon ab, wo es hingeht und auch, wie ich mich an dem Tag fühle. Meist habe ich bereits ein grobes Wissen, wie die „glutenfreie Situation“ vor Ort ist. Wenn die Situation gut ist, suche ich spontan im Internet nach Empfehlungen, entweder direkt über die Suchmaschine oder über die Facebook Zöliakie Austausch Gruppe, und markiere mir die Orte im Handy auf der Karte. Dann schaue ich regelmäßig, ob ich mich gerade zufällig dort befinde.

Wenn es nicht viele Optionen gibt, dann plane ich auch schon mal meinen Tag so, dass ich an diesem Ort vorbeikomme. Anders ist es, wenn das Restaurant schon feststeht – zum Beispiel bei einer Familienfeier oder Treffen mit Freunden. Dann recherchiere ich spezifisch dieses Restaurant und rufe vorher dort an. Ich erfrage, was sie mir anbieten könnten. Meist klappt das auch ganz gut. Wenn das auch alles nichts hilft, esse ich einfach vorher zu Hause und bestelle im Restaurant nur etwas zu trinken.

Woran erkennen Sie, dass ein Hotel oder Restaurant vertrauenswürdig glutenfrei ist?

Am einfachsten ist es natürlich, wenn das Hotel oder das Restaurant ein „Zertifikat“ besitzt. Das habe ich relativ häufig in Portugal, Spanien und Italien gesehen. In Deutschland gibt es das leider bislang nur vereinzelt bei Restaurants. Jedoch tragen alle Vapiano Filialen dieses Zertifikat der Deutschen Zöliakie Gesellschaft. Das heißt, dass nach einem standardisierten Prozess evaluiert wird, ob Zöliakiebetroffene hier sicher essen können.

Aber auch bei diesen Zertifikaten kann man sich nicht immer zu 100 Prozent darauf verlassen. Daher stelle ich immer ein paar „Standardfragen“ zu Beginn. Zum Beispiel „Ich habe Zöliakie, kann ich bei Ihnen essen?“. Darüber hinaus schaue ich mir immer die Allergenkarte an. Finde ich hier viele konkrete „Fehler“ – frage ich noch einmal genauer nach.

Kann das Personal nichts mit „Zöliakie“ anfangen oder äußert sich zum Beispiel „Gluten – das ist das mit dem Mehl, oder?“, gehe ich lieber wieder.

Das heißt, lieber verzichten, als ein Risiko einzugehen…

Wenn ich gerade beim Vorbeischlendern auf das Restaurant aufmerksam geworden bin und sich im Gespräch herausstellt, dass man keine Ahnung von „glutenfrei“ hat, gehe ich einfach wieder.

Wenn es keine andere Option gibt, wie zum Beispiel im Hotel, bringe ich mir zum Frühstück mein eigenes Brot mit und schaue, dass es am Buffet verpackte Lebensmittel (Nutella, Butter, Marmelade, etc.) gibt.

Wichtig ist aber auch, die Restaurants und Hotels aufzuklären. So erkläre ich, wieso ich das glutenfreie Brot, was direkt am glutenhaltigen Brot liegt, nicht essen kann und gebe einfache Lösungsvorschläge. Nicht immer werden die Tipps umgesetzt. Aber ich lebe nach dem Motto, dass man die Dinge nur ändern kann, wenn man sie anspricht.

Wie gesagt, es war mir früher unangenehm, nachzufragen. Aber es nützt nichts: Wir müssen fragen, fragen, fragen.

Welche Reiseziele bzw. Städte bzw. Restaurants sind Ihre glutenfrei-Favoriten?

Das größte glutenfreie Schlaraffenland bzw. Stadt war bislang Barcelona. Es gibt allein mindestens drei 100prozentig glutenfreie Bäckereien in einem Radius von 2 km. Es gibt so viele glutenfreie Empfehlungen, ich konnte gar nicht alles probieren!

Frau Rückert, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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