Zöliakie Dünndarmbiopsie

Dr. Stephanie Baas zum Thema: Zöliakie - Was passiert bei einer Dünndarmbiopsie?

Zöliakie: Was passiert bei einer Dünndarmbiopsie?

Was ist im Vorfeld einer Dünndarmbiopsie zu beachten?

Bei einer Dünndarmbiopsie muss der Patient nüchtern sein, das heißt nach dem Abendessen des Vortages darf der Patient nichts mehr essen.

Ein Grund ist, dass der untersuchende Arzt nichts sehen kann, wenn noch Speisereste vorhanden sind. Außerdem kann durch das Einführen des Endoskops beim Patienten ein Würgereiz ausgelöst werden. Befänden sich dann Speisereste im Verdauungstrakt, könnte es zum Erbrechen kommen. Befindet sich das Untersuchungsgerät noch im Mund, kann eine Aspiration auftreten, das heißt Mageninhalt kann in die Lunge eingeatmet werden. Es ist deshalb zwingend notwendig, dass der Patient nüchtern ist, wenn eine Dünndarmbiopsie durchgeführt wird.

Der Vorteil der Magenspiegelung ist, dass man nicht Abführen muss. Dies ist nur bei einer Dickdarmspiegelung nötig, denn auch hier muss der Darm leer sein, damit der Untersuchende etwas sieht.

Wenn es um die Diagnose einer Zöliakie geht, ist es außerdem eine wichtige Voraussetzung für die Dünndarmbiopsie, dass der Patient sich im Vorfeld mindestens über einige Wochen glutenhaltig ernährt hat.

Außerdem muss im Vorfeld geklärt werden, ob der  Patient bestimmte Medikamente nimmt, die er absetzen sollte.

Welche Medikamente sollten im Vorfeld einer Dünndarmbiopsie angesetzt werden?

Medikamente wie Blutverdünner oder Salicylate sollte der Patient vor einer Duodenalbiopsie nicht einnehmen. Dadurch kann es vermehrt zu Blutungen kommen und sie können stärker ausfallen.

Bei der medizinischen Aufklärung zur Dünndarmbiopsie, die 24 Stunden vor der Untersuchung erfolgen sollte, erhält der Patient einen Fragebogen, in dem auch abgefragt wird, welche Medikamente der Patient einnimmt. Der Patient erhält dann die entsprechenden Informationen vom Arzt, oder der Arzt verordnet eine Alternative, zum Beispiel kürzer wirksame Heparin-Spritzen an Stelle von blutverdünnenden Tabletten.   

Warum ist es bei einer Dünndarmbiopsie zur Diagnose von Zöliakie wichtig, dass sich der Patient glutenhaltig ernährt hat?

Wenn sich ein Patient einige Monate glutenfrei ernährt hat, kann man unter Umständen die Veränderungen an der Darmschleimhaut, die durch eine Zöliakie verursacht wurden, nicht mehr eindeutig nachweisen. Deswegen ist es wichtig, dass sich der Patient bis zum Zeitpunkt der Dünndarmbiopsie glutenhaltig ernährt, oder wieder für einige Wochen Gluten zu sich nimmt, wenn er bereits eine glutenfreie oder deutlich glutenreduzierte, z. B. low carb-Kost, eingenommen hatte.

Es gibt Patienten, die sich bereits vor einem Arztbesuch „auf Verdacht“ glutenfrei ernähren. Wie lange muss man im Vorfeld einer Dünndarmbiopsie glutenhaltig essen?

Zur Frage, wie lange vor einer Dünndarmbiopsie man glutenhaltig leben sollte, gibt es unterschiedliche Studien, die zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. In einer Studie, die Herr Prof. Schuppan durchgeführt hat, konnte man bei einem gewissen Teil der Patienten sehen, dass bereits nach vier Wochen glutenhaltiger Kost Veränderungen an der Darmschleimhaut zu sehen sind. Bei einem anderen Teil der Patienten kommt es aber auch erst später zu eindeutig nachweisbaren Veränderungen. Man geht deshalb davon aus, dass Patienten, die sehr lange glutenfrei gelebt haben, bis zu zwölf Wochen, aber mindestens vier Wochen, Gluten essen sollten, bevor sie sich einer Duodenalbiopsie unterziehen.

Je länger die Patienten im Vorfeld der Dünndarmbiopsie Gluten verzehren und je größer die Mengen sind, desto sicherer ist die Aussage für die Diagnose. Eine Möglichkeit, diesen Zeitpunkt abzupassen,  wäre zu warten, ob die Antikörper deutlich ansteigen, dies wäre ein Zeichen dafür, dass eine Biopsie stattfinden kann.

Oft empfehlen ja auch die Ärzte den Patienten, versuchsweise auf glutenfreie Kost umzusteigen. Wenn sich die Beschwerden des Patienten damit bessern, ist dies zwar einerseits ein Erfolg, aber andererseits erschwert es die Diagnose. Für einen Patienten, der unter glutenfreier Kost endlich seine Beschwerden verliert, ist es psychologisch ausgesprochen schwierig, wieder glutenhaltig zu essen und erneut mit den Beschwerden konfrontiert zu werden, nur weil dies für die Dünndarmbiopsie nötig ist.

Insbesondere bei Kindern ist es wichtig, dass die Duodenalbiopsie dann durchgeführt wird, wenn der Verdacht auf Zöliakie erstmals im Raum steht.

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