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Refraktäre Zöliakie Symptome Diagnose Komorbiditäten Therapie

Dr. med. Michael Schumann zum Thema: Refraktäre Zöliakie (RCD) - Symptome, Diagnose, Komorbiditäten, Therapie!

Refraktäre Zöliakie: Symptome, Diagnose, Komorbiditäten, Therapie

Mit welchen Nebenwirkungen muss man bei der Behandlung einer refraktären Zöliakie Typ I mit Immunsuppressiva rechnen?

Immunsuppressiva unterdrücken das Immunsystem. Dementsprechend besteht die Gefahr, dass die Patienten häufiger Infekte bekommen. Ein Teil der Patienten zeigt unter Immunsuppressiva auch schlechtere Leberwerte oder eine verminderte Nierenfunktion. Deshalb sollte man diese Werte – in Abhängigkeit des Immunsuppressivums, das gegeben wird, regelmäßig überprüfen.

Bei den Immunsuppressiva handelt es sich natürlich um ganz unterschiedliche Medikamente. Dabei hat jedes Medikament sein eigenes Spektrum an Nebenwirkungen. Man kann also durchaus, bei Auftreten von Medikament-spezifischen Nebenwirkungen, das Präparat wechseln oder die Dosis anpassen und so versuchen, die Nebenwirkungen so weit wie möglich zu reduzieren.

Und wie erfolgt die Therapie der refraktären Zöliakie Typ II mit der Chemotherapie?

Zunächst zum Verständnis: Beim refraktären Zöliakie-Typ II besteht für die Patienten, wie gesagt, die Gefahr, ein T-Zell-Lymphom, das heißt einen bösartigen Tumor zu entwickeln. Man bezeichnet die refraktäre Zöliakie Typ II deshalb auch als prä- T-Zelllymphom. Das heißt es handelt sich um die Vorstufe zu einem T-Zelllymphom, das im Rahmen einer Enteropathie, das heißt einer Darmerkrankung, entstehen kann.

Und nun zur Chemotherapie: Man wendet die Chemotherapie bei der refraktären Zöliakie Typ II phasenweise, in sogenannten „Zyklen“, an, noch bevor der Tumor entstanden ist. In diesem Vorstadium findet man bei den Patienten lediglich Tumorzellen in der Deckschicht der Darmwand. Die Chemotherapie verhindert die Zellteilung, auch die der Tumorzellen, und hat das Ziel die Tumorentstehung zu unterbinden. Der Patient wird dazu für mehrere Tage stationär in die Klinik aufgenommen.

Ist das Lymphom, d.h. der Tumor der spezifischen Immunzellen erst einmal entstanden, so ist die Prognose des Patienten reduziert. D.h. der Patient kann an dieser Lymphomerkrankung versterben.

Sie erwähnten im Zusammenhang mit der refraktären Zöliakie Typ II auch eine Antikörpertherapie…

Die Wirkung von Antikörpertherapien, bzw. Biologika-Therapien, beruht darauf, dass sie gezielt bestimmte Proteine, bzw. Botenstoffe, erkennen und blockieren. Botenstoffe, die bei der refraktären Zöliakie eine Rolle spielen, sind zum Beispiel Interleukin-15 (IL-15), CD52 und CD30. In der Regel handelt es sich bei Therapien mit monoklonalen Antikörpern um dauerhafte Therapien.

Würden sich bei der refraktären Zöliakie Typ I und Typ II durch die jeweiligen Therapien die Darmzotten normalisieren?

Das beste Ergebnis der Therapien wäre eine Remission der histologischen Veränderungen, das heißt eine Erholung der Darmzotten in Richtung Normalzustand.

Es kann aber bei beiden Verlaufsformen der refraktären Zöliakie sein, dass sich durch die Therapie vorwiegend die Symptome zurückentwickeln, eine endoskopische Untersuchung im Erkrankungsverlauf unter Therapie aber zeigt, dass die Darmzotten weiterhin flach sind.

Herr Dr. Schumann, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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