Zöliakie Folgeerkrankungen

Dr. Stephanie Baas, medizinische Beraterin der Deutschen Zöliakie Gesellschaft e.V. (DZG) in Stuttgart

Zöliakie und Folgeerkrankungen: Womit muss man rechnen? Was ist selten?

Man bringt mit der Zöliakie Krankheiten wie Krebs, Lymphome, Epilepsie etc. in Verbindung. Ist das berechtigt?

Es gibt nur bestimmte Epilepsieformen, die im Zusammenhang mit Zöliakie tatsächlich häufiger auftreten. Deshalb muss man nicht bei jeder Epilepsie eine Zöliakie vermuten.

Bei Lymphomen, insbesondere bei den Dünndarmlymphomen sollte man schon genau untersuchen, ob evtl. eine Zöliakie die Ursache ist. Hier bedarf es allerdings einer Chemotherapie – eine glutenfreie Ernährung allein ist hier nicht ausreichend.

Insgesamt hat man eine etwas höhere Rate an Lymphomen unter Zöliakie Patienten, diese beträgt aber nur 6-7:100.000 Zöliakie Patienten und ist damit extrem selten.

Inwiefern gilt all dies auch für die Glutensensitivität? Kommt hier denn auch zu Darmentzündungen?

Die Magen-Darm-Symptome bei einer Glutensensitivität können die gleichen sein wie bei einer Zöliakie und auch Mangelerscheinungen wie z.B. Eisenmangel können auftreten. Im Hinblick auf extraintestinale Begleiterscheinungen wie Autoimmunerkrankungen oder Tumore ist die Glutensensitivität noch nicht so gut erforscht. Man vermutet aber, dass hier solche Folgeerkrankungen nicht assoziiert sind.

Meist findet man hier nur sehr minimale Veränderungen im Darm. Es ist ein Kriterium bei der Glutensensitivität, dass die Darmschleimhaut völlig intakt ist. Maximal lässt sich bei manchen Patienten eine etwas erhöhte Anzahl der Entzündungszellen in der Schleimhaut nachweisen.

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Gibt es denn noch andere Unverträglichkeiten, die mit Entzündungen einhergehen?

Auch andere Erkrankungen können einer Zöliakie ähneln. Bei bestimmten Malabsorptionen kann es auch zu Schleimhautveränderungen kommen – Beispiele sind hier Morbus Crohn und Morbus Whipple. Auch ein schwerer Lamblien-Befall kann mit einer Zottenatrophie einhergehen, ebenso eine Autoimmunenteropathie.

Bei einer Laktoseintoleranz oder einer Fructosemalabsorption zeigt sich normalweise kein entzündliches Schleimhautbild, wie bei einerZöliakie, es sei denn es handelt sich um sehr schwere Formen mit massiven Durchfällen, die die Schleimhaut dann auch reizen können.

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