Glutenfrei Reisen Glutenfallen

Kahve: Türkischer Mokka in Kadiköy, Istanbul! Quelle: glutenfreiumdiewelt

Glutenfrei auf Reisen? Die gefährlichsten Glutenfallen!

Was ist bei Straßenküchen in Bezug auf Gluten zu beachten?

glutenfreiumdiewelt smoothebowl little windows phewa see pokharaSmoothiebowl im Little Windows am Phewa See in Pokhara, Nepal! Quelle: glutenfreiumdieweltBei Straßenküchen habe ich mir angewöhnt, nach einem ganz bestimmten Schema vorzugehen. Zunächst beobachte ich aus „sicherer“ Entfernung, was generell an dem jeweiligen Stand zubereitet wird – sehe ich von Weitem schon, dass mit Sojasoße oder panierten/frittierten Lebensmitteln gearbeitet wird, suche ich lieber weiter. Hier kann ich schon davon ausgehen, dass das Kontaminationsrisiko einfach zu groß ist, selbst wenn extra das Geschirr und die Kochutensilien gereinigt würden. Meist haben die Verkäufer an solchen Ständen auch gar nicht die Zeit und Kapazität dafür, auf solche „Sonderwünsche“ einzugehen, da sie ja meist entweder nur ein Gericht oder eine ganz kleine Auswahl an Speisen haben. So ist es dann einfacher, erst einmal weiterzusuchen.

Wenn dann jedoch ein Stand in meine engere Auswahl kommt, ich mir aber immer noch unsicher bin, was alles verarbeitet wird, frage ich auch schon einmal nach, ob ich möglicherweise die Etiketten ansehen darf (manchmal hat man Glück und die Zusatzstoffe stehen auf Englisch drauf). Für solche Fälle habe ich dann meist auch die Bitte an den Koch in der jeweiligen Landessprache bei. Oft kann es aber hier auch passieren, dass jemand nicht lesen kann oder generell nicht versteht, was ich da gerade von ihm möchte. Das kann ganz schön schwierig werden. Eher in den seltensten Fällen würde derjenige ohne Umschweife sagen, dass er es nicht versteht, sondern aus Höflichkeit wahrscheinlich nicken, lächeln und mir eine Portion auf den Teller laden. Da hätten wir dann wieder das Thema mit der Höflichkeit. In solchen Fällen lächle ich dann meist auch immer das Unverständnis weg, bedanke mich sehr höflich und suche lieber weiter.

Am einfachsten ist es dann meist, wenn man sich Stände sucht, an denen unmarinierte Sachen gegrillt werden – eine große Hemmschwelle ist da natürlich immer der Grillrost. Da muss jeder für sich abwägen und entscheiden, ob er etwas essen mag, oder doch lieber die Finger davon lässt.

Auf St. Maarten hatte ich aber z.B. das Glück, dass die Dame mir an einem typischen BBQ meinen Fisch in Alufolie eingepackt und dann mit auf den Grill gelegt hat, damit ja nichts dran kommt. Solche Situationen fallen dann immer in die Kategorie „made my day“ und geben mir selbst wieder Mut, die Welt weiter zu erkunden.

Wie sorgt man vor? Was sollte in die glutenfreie Reiseproviant-Tasche?

Das A und O ist wirklich eine gute Vorbereitung - ohne genügend Vorrat verreise ich eigentlich nie. Wenn ich jedoch mit Sicherheit weiß, dass es an meinem Reiseziel genügend glutenfreie Sachen gibt, packe ich meist nur Lebensmittel für die ersten paar Tage und zusätzliche Snacks für zwischendurch ein. Aber auch hier nehme ich lieber von Anfang an ein bisschen mehr mit und laufe Gefahr, hinterher auch wieder was mit nach Hause zu nehmen, anstatt dass ich schon nach kurzer Zeit mein Essen rationieren muss, weil ich blöd geplant habe.

Reise ich nun an ein Ziel, über das ich noch gar nichts hinsichtlich des glutenfreien Essens weiß, werden die Vorräte natürlich dementsprechend aufgestockt. Vor Ort buche ich am liebsten ein kleines Appartement, so dass ich mich da bequem selbst versorgen kann. Dann sind auch meist noch Pasta im Koffer, zu denen ich dann frische Soßen mit lokalen Lebensmitteln koche. Ich liebe es einfach, über Märkte zu schlendern und mich da mit frischen Sachen einzudecken, die man hier nur selten oder sehr schwierig bekommt.

Immer dabei sind Brot und kleine Snacks wie Studentenfutter oder Salzbrezeln, die man bequem auch unterwegs in die Handtasche packen kann. Achtung! Das Brot wird in warmen Ländern oft schneller schlecht – im Kühlschrank hält es sich geöffnet dann ein bisschen länger!

Ins Flugzeug (oder natürlich auch ins Auto) nehme ich am liebsten alles mit, was nicht flüssig ist oder auslaufen kann. Achtung: Hier müssen natürlich auch immer die Handgepäcksbestimmungen beachtet werden. Mitgebrachte Flüssigkeiten, die die 100 ml- Grenze übersteigen und nicht in dem vorgesehenen Zip-Beutel transportiert werden, müssen bei der Sicherheitskontrolle abgegeben werden. So setze ich dann lieber auf feste Sachen, die ich ohne Probleme mitnehmen kann. Gerne backe ich vorher Waffeln oder Muffins und schneide mir Obst und Gemüse, das ich in Vorratsdosen- oder Gläser packe, die ich auch für Tagesausflüge im Urlaub wieder befüllen kann.

Frau Pietsch, vielen Dank für dieses Interview!

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