Glutenfrei Reisen Glutenfallen

Kahve: Türkischer Mokka in Kadiköy, Istanbul! Quelle: glutenfreiumdiewelt

Glutenfrei auf Reisen? Die gefährlichsten Glutenfallen!

Gibt es typische Glutenfallen auf Reisen? Gibt es länderspezifische Glutenfallen?

glutenfreiumdiewelt glutenfreie churros maestro chucherro madridGlutenfreie Churros bei Maestro Chucherro in Madrid! Quelle: glutenfreiumdieweltAuf Reisen ist auch, wie in der Heimat, die Kontamination die größte Glutenfalle, in die man geraten kann. In manchen Ländern sind Soßen wie z.B. Soja- oder Fischsoßen problematisch. Hier muss man dann wirklich aufmerksam sein, dass man entweder den Inhalt der jeweiligen Soße kennt oder gar nicht erst damit das Essen gewürzt wird.

Es hört sich komisch an, aber manchmal kann auch die Höflichkeit zu einer Glutenfalle werden. In manchen Kulturen kann es ganz schön kniffelig und unangenehm werden, wenn man es ablehnt, etwas zu essen. Besonders schwierig kann es werden, wenn das Essen extra für einen zubereitet wurde, aber das Bauchgefühl ganz dringend davon abrät, etwas zu probieren. Natürlich muss man hier stark bleiben und einen sehr höflichen Weg finden, aus der Situation rauszukommen. Meist baue ich dann schon mit einer kleinen Notlüge vor, wenn ich solche Situationen kommen sehe. Manchmal klappt es ganz gut, wenn man von vorne herein sagt, dass man gerade gar keinen Hunger habe.

An eine Situation in Thailand kann ich mich heute noch erinnern, als ich mit einer Freundin und einem älteren thailändischen Ehepaar in Chiang Mai auf dem Markt war. Wir saßen gerade wieder auf der Rückbank im Auto, um nach Hause zu fahren, da kam die Frau angelaufen und hatte uns eisgekühlte Getränke in Plastiktütchen besorgt. Die Geste war so süß, dass es mir wahnsinnig unangenehm gewesen wäre, wenn ich direkt gesagt hätte „Das kann ich leider nicht trinken“. Trotzdem konnte mir niemand sagen, was da alles zusammengemischt wurde. So habe ich immer wieder so getan, als wenn ich aus dem Strohhalm kleine Schlücke nehme – aber natürlich wurde die Tüte nie leerer. Bevor es zu auffällig wurde, habe ich dann einen guten Moment abgewartet und die Trinkpäckchen ausgetauscht und meiner Freundin mein volles untergejubelt.

Inwiefern kann man sich darauf verlassen, dass die „glutenfrei“ Angaben in Restaurants korrekt sind? Gibt es Warnhinweise, die einem misstrauisch machen sollten?

Das hängt immer vom Einzelfall ab und man kann nur in den seltensten Fällen pauschal sagen „Da und da kann man auf jeden Fall sicher sein, dass das ausgewiesene glutenfreie Gericht auch glutenfrei ist“. In manchen Fällen ist dabei das Problem, dass Gastronomiebetriebe auf diesen glutenfreien „Trend-Zug“ aufspringen, sich aber mit der Thematik der Kontamination- und Kreuzkontamination noch nie wirklich auseinandergesetzt haben. Glutenfreies Essen und glutenfreies Essen für Zöliakie-Betroffene sind dann oft noch zwei verschiedene Paar Schuhe!

In Porto wurde z.B. in einem süßen Café recht groß mit glutenfreien Crêpes geworben. Als ich mich jedoch genauer erkundigte, stellte sich heraus, dass glutenhaltige und die glutenfreien Crêpes auf der gleichen Platte zubereitet wurden. Somit hatte sich das dann leider erledigt.

Das andere Beispiel habe ich auf meiner letzten Reise nach Nepal erlebt. Im vergangenen Jahr hatte ich ein Restaurant gefunden, dass auch explizit einzelne glutenfreie Gerichte auf seiner Speisekarte ausgewiesen hat. So habe ich mich in diesem Jahr wahnsinnig gefreut, wieder dort essen zu gehen. Anders, als im vergangenen Jahr habe ich nun aber die angeblich glutenfreien Buchweizenrotis gar nicht vertragen und bin fest davon überzeugt, dass sie nicht kontaminationsfrei auf meinem Teller gelandet sind. Hier habe ich mich von meinen guten Erfahrungen im vergangenen Jahr leiten lassen und bin leider auf die Nase gefallen: Da sieht man, dass man immer wieder aufs Neue alles prüfen und hinterfragen muss, wenn man auswärtig isst. Auch dann, wenn Gerichte als „glutenfrei“ auf der Karte gekennzeichnet sind. Glutenfrei auf der Karte bedeutet leider an vielen Orten immer noch nicht, dass es auch glutenfrei auf dem Teller landet.

Ich bin immer glücklich, wenn ich von der Servicekraft danach gefragt werde, ob ich aus medizinischen Gründen glutenfrei bestelle, oder mich nur aus Überzeugung glutenfrei ernähre. Solche Situationen beruhigen mich immer, weil man sich einfach verstanden fühlt. Das sind diese Lichtblicke, die einem immer neuen Mut geben, auch mit der Zöliakie auswärts zu essen und vor allen Dingen zu reisen.

Es gibt Länder, die als relativ „glutensicher“ gelten, z.B. USA, UK, Italien, Spanien, Skandinavien, gibt es auch dort Glutenfallen?

Auch in diesen „glutensicheren“ Ländern kann es immer ein Problem mit der Kontamination geben. Selten verlasse ich mich auch da auf die Angaben von Speisekarten und hake immer noch einmal genau nach, wie etwas zubereitet wird.

Nur in Bologna im vergangenen Jahr habe ich mich in manchen Restaurants so sicher gefühlt, dass ich das Nachfragen als völlig überflüssig erachtet habe. Mit dem Aufkleber der italienischen Zöliakiegesellschaft an der Türe hatte ich meist solch ein sicheres Gefühl. Wenn man erwähnte, dass man Zöliakie hat, wurde man vom Service- und Küchenpersonal wie blind verstanden.

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