DZG-Siegel durchgestrichene Ähre Tipps Hersteller

Wie qualifiziert man ein glutenfreies Produkt für das DZG-Siegel "durchgestrichene Ähre"? Anett Ebock, DZG, gibt Tipps für Hersteller glutenfreier Produkte!

DZG-Siegel durchgestrichene Ähre: Tipps für Hersteller

Verbraucher, die bei Nahrungsmitteln Wert auf eine gute Qualität legen, orientieren sich gerne an Qualitätssiegeln. Für Menschen, die von Zöliakie betroffen sind, gilt dies in besonderem Maße, denn glutenhaltige oder glutenkontaminierte Produkte stellen bei Zöliakie ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Die „durchgestrichene Ähre“ der DZG wird deshalb als Qualitätssiegel für glutenfreie Lebensmittel sehr geschätzt. Für die Hersteller glutenfreier Produkte wiederum ist die Lizensierung durch die DZG eine gute Möglichkeit, die Qualität der hauseigenen Produkte zu kommunizieren und das Vertrauen der Verbraucher zu gewinnen. Damit der Antrag auf Lizensierung mit der durchgestrichenen Ähre erfolgreich ist, gilt es jedoch einiges zu beachten. Anett Ebock kommt selbst aus dem Qualitätsmanagement und ist bei der DZG verantwortlich für die Lizenzvergabe der durchgestrichenen Ähre für glutenfreie Produkte. Für MeinAllergiePortal hat sie die wichtigsten Tipps für Hersteller für eine erfolgreiche Antragsstellung für das DZG-Siegel zusammengestellt.

DZG-Siegel "durchgestrichene Ähre" - Tipps für Hersteller glutenfreier Produkte

1. Lizenz-Interessierte sollten sich vor Ansprache der DZG sehr ausführlich darüber informieren, was „glutenfrei“ bedeutet und welche Ziele damit erreicht werden sollen.

2. Je nachdem, ob es sich um einen bäuerlichen Erzeuger oder einen Hersteller von glutenfreien Lebensmitteln handelt, sollten die passenden Informationsquellen genutzt werden, die auch zu „typischen Stolpersteinen“ beraten können:

  1. Erzeuger: Verband deutscher Mühlen
  2. Lebensmittelhersteller: BLL, BVE, LMIV
  3. Lebensmittelvertriebe und Händler – die gleichen Informationsquellen wie unter b.

3. Ein gut aufgestelltes Qualitätsmanagement sollte bereits etabliert sein, bevor man eine Lizensierung mit der durchgestrichenen Ähre anstrebt. Es hat sich gezeigt, dass Unternehmen sich für die durchgestrichene Ähre nur dann erfolgreich qualifizieren können, wenn die grundsätzliche Produktqualität bereits sichergestellt ist.

4. Auch ist der administrative Aufwand für das Lizenzverfahren für die durchgestrichene Ähre relativ hoch. Ein erfahrener QM-Manager ist hier eine gute Voraussetzung für einen erfolgreichen, möglichst verfahrensfehlerfreien Antrag. Das bedeutet: Die durchgestrichene Ähre kommt eher für größere Unternehmen in Frage, deren Produktionsprozesse bereits routiniert ablaufen.

5. In Bezug auf die internen Prozessabläufe sollten die Unternehmen sich die Fragen stellen:

  1. Welche Prozesse ändern sich durch den Anspruch „glutenfrei“ und wie?
  2. Welche personellen Konsequenzen ergeben sich daraus?
  3. Welche finanziellen Konsequenzen sind zu erwarten?
  4. Ändert sich der Zeitrahmen und wie?

Hilfreich ist hier der Herstellerleitfaden der DZG, sowie der AOECS-Standard für glutenfreie Lebensmittel.

 

6. Für Start-Ups lautet die Empfehlung, das Produkt zunächst mit dem Claim „glutenfrei“ auf den Markt zu bringen und die Lizensierung mit der durchgestrichenen Ähre zu einem späteren Zeitpunkt zu beantragen.

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