Fit durch Sport: Zöliakie kein Hindernis für aktiven Lebensstil

Stuttgart, Oktober 2017 - Wer die Diagnose Zöliakie erhält, muss seine Ernährungsgewohnheiten zumeist drastisch umstellen: Lebensmittel, die das in Getreidesorten wie Weizen, Dinkel oder Roggen vorhandene Klebereiweiß Gluten enthalten, müssen ab sofort strikt gemieden werden. Auf sportliche Aktivitäten müssen Zöliakiebetroffene jedoch nicht verzichten – ganz im Gegenteil, wie Prof. Dr. med. Heiko Witt von der TU München betont. „Bei einer strikt befolgten glutenfreien Ernährung hat Zöliakie keinen Einfluss auf die körperliche Leistungsfähigkeit, so dass auch Wettkampfsport nichts im Weg steht,“ so der Experte vom Else Kröner-Fresenius-Zentrum für Ernährungsmedizin.

Laufen, Schwimmen, Tennis – erlaubt ist, was gefällt. Denn wer von Zöliakie betroffen ist, muss zwar dauerhaft auf alle glutenhaltigen Lebensmittel verzichten. „Wird die glutenfreie Ernährung jedoch strikt befolgt, klingen Symptome wie Bauchschmerzen, Kopfschmerzen oder dauerhafte Müdigkeit ab und die körperliche Leistungsfähigkeit erreicht wieder ihren Normalzustand“, so Prof. Witt. Diätfehler sollten jedoch unbedingt vermieden werden. Sie führen zu schweren Entzündungen der Dünndarmschleimhaut und haben durch die verminderte Nährstoffaufnahme Leistungseinbrüche zur Folge.

Anzeige

Zöliakiebetroffenen empfiehlt Dr. Stephanie Baas, fachmedizinische Beraterin der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft (DZG), Sport Schritt für Schritt in den Alltag einzubauen: „Viele sind unsicher, ob die Glutenunverträglichkeit mit sportlichen Einschränkungen einhergeht“, so Dr. Baas. „Obwohl dies nicht der Fall ist, empfiehlt es sich, die eigenen körperlichen Grenzen nur langsam auszutesten. Ganz unabhängig von einer Unverträglichkeit ist regelmäßiges Training und eine behutsame Steigerung der Trainingsdauer und -intensität wichtig, um den Körper nicht zu überfordern.“

Auch die 27-jährige Annika Zander, die seit ihrer Kindheit von Zöliakie betroffen ist, musste sich langsam an die körperliche Herausforderung herantasten: „Ich habe mich schon immer sportlich betätigt, hatte aber das Gefühl, nicht an die sportlichen Leistungen anderer Kinder in meinem Alter herankommen zu können. Je älter ich wurde, desto mehr konnte und wollte ich diese Tatsache nicht länger akzeptieren.“ Mittlerweile absolviert die Lehrerin mehrmals wöchentlich sowohl Ausdauer- als auch Krafttrainingseinheiten und konnte bereits erfolgreich an einem der anspruchsvollsten Cross-Races in Europa, dem Reebok Spartan Race, teilnehmen.

Weitere Informationen zum Thema Zöliakie gibt es bei der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft e.V. (DZG) unter www.dzg-online.de.

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden.