Chronische Urtikaria homöopathisch Brennnessel

Dr. med. Christian Hentschel, Allergologe, Psychotherapeut, Allgemeinmediziner und Experte für Naturheilverfahren in Düsseldorf zur homöopathischen Behandlung der chronischen Urtikaria mit der Brennnessel!

Chronische Urtikaria homöopathisch behandeln: Wie kann die Brennnessel helfen?

Bearbeitet: 8.1.2018 Zur Therapie von chronischer Urtikaria gibt es eine Reihe von Medikamenten, die schulmedizinisch anerkannt sind und auch vielen Patienten helfen. Es gibt aber auch immer wieder Chronische Urtikaria-Patienten, die nicht auf diese Medikamente ansprechen. Dass auch die Homöopathie eine Behandlungsmöglichkeit für die chronische Urtikaria bereithält, wissen die Wenigsten. Mit Hilfe von Urtica, der Brennnessel, können manchen Patienten beschwerdefrei werden. Allerdings beruht diese Therapie nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern auf Beobachtungen und in den Urtikaria-Leitlinien ist sie deshalb nicht aufgeführt. Es gibt nicht viele Ärzte, die bei chronischer Urtikaria nicht nur schulmedizinisch, sondern auch homöopathisch mit der Brennnessel therapieren. Eine der wenigen Ausnahmen ist Dr. med. Christian Hentschel, Allergologe, Psychotherapeut, Allgemeinmediziner und Experte für Naturheilverfahren in Düsseldorf. Mit ihm sprach MeinAllergiePortal im Rahmen der Düsseldorfer Allergietage 2016 über die homöopathische Behandlung der chronischen Urtikaria mit der Brennnessel.

Herr Dr. Hentschel, wie setzen Sie die Homöopathie zur Behandlung der chronischen Urtikaria ein?

Die chronische Urtikaria behandeln wir nicht allein mit Antihistaminika, Kortison oder monoklonalen Anti-IgE-Antikörpern, d.h. Biologika, sondern auch homöopathisch. Dazu geben wir den Patienten Urtica, die Brennnessel, als homöopathisches Medikament. Zwar existieren hierzu keine Studien, aber ein Versuch lohnt sich.

 

Wie sind Ihre Erfahrungen mit der Wirksamkeit der Brennnessel Therapie bei chronischer Urtikaria?

Unsere Erfahrungen mit der Brennnessel-Therapie bei Patienten mit chronischer Urtikaria sind sehr gut. Aber, wie bereits gesagt, basieren diese Erfahrungen nicht auf einer wissenschaftlichen Grundlage. Ich behandele Patienten mit chronischer Urtikaria schon seit 30 Jahren und kann, rein empirisch, sagen, dass ich hier Erfolge sehe.

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Daraus kann man keinen spezifischen Effekt ableiten, weil immer ein Placebo-Effekt möglich ist. Dafür müssten randomisierte doppelblind-placebo-kontrollierte klinische Studien durchgeführt werden.

Gerade für  Patienten, die schon lange, zum Teil 25 Jahre und länger, unter einer chronischen Urtikaria leiden, ist ein Versuch mit der Brennnessel-Therapie unschädlich.

 

 


In welcher Form erhalten Patienten mit chronischer Urtikaria die Brennnessel?

Die Brennnessel wird den Patienten  10 mal, zwei mal pro Woche, intramuskulär verabreicht. Wenn die Therapie anschlägt, müsste es im Zeitraum von fünf Wochen einer Verbesserung der Symptome kommen.  

 

Hält die Brennnessel-Therapie bei den Patienten mit chronischer Urtikaria dauerhaft an?

Wir haben Patienten, die hervorragend auf die Brennnessel-Therapie reagieren und danach bis zu 10 Jahren beschwerdefrei bleiben. Andere Patienten bemerken nach drei bis vier Jahren wieder  Urtikaria-Symptome und in diesen Fällen frischen wir die Brennnessel Therapie nochmals auf.

Natürlich gibt es auch bei der Brennnessel-Therapie, wie bei allen anderen Therapien auch, die sogenannten „Non Responder“, die gar nicht auf die Brennnessel-Therapie reagieren. Wichtig ist mir, dass man mit der Brennnessel –Therapie dem Patienten nicht schadet und dass es keine unerwünschten Nebenwirkungen gibt.

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Sie sagten, die Wirkweise der Brennnessel-Therapie ist nicht bekannt, aber ist es nicht auch ein homöopathisches Grundprinzip, Gleiches mit Gleichem zu behandeln?

Genau genommen funktioniert auch die subkutane Immuntherapie oder Hyposensibilisierung nach dem homöopathischen Prinzip, auch hier therapiert man Gleiches mit Gleichem. Z. B. behandelt man einen Allergiker, der auf Gräserpollen allergische reagiert, mit einem Extrakt aus gereinigten Gräserpollen  und einen Birkenpollenallergiker mit gereinigten Birkenpollen.

Nach dem gleichen Prinzip gebe ich bei der Brennnesseltherapie dem Patienten mit chronischer Urtikaria ein Brennnesselextrakt, das bei dem Gesunden eine urtikarielle Hautveränderung auslöst.

Ein ähnlicher Wirkmechanismus findet sich auch bei vielen schulmedizinischen Therapien, z.B. bei Krebstherapeutika. Die Vinca ist z.B. eine Pflanze, die Krebs auslösen kann, aber auch zur Krebstherapie eingesetzt wird. Auch die Pflanze Digitalis, die in sehr geringer Dosis für herzstärkende Medikamente eingesetzt wird, kann in Überdosierung zu Herzrhythmusstörungen führen.     

Herr Dr. Hentschel, herzlichen Dank für dieses Gespräch!                     

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