Hereditäres Angioödem HAE Schwangerschaft

Dr. med. Inmaculada Martinez Saguer, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Naturheilverfahren in Mörfelden-Walldorf

Hereditäres Angioödem (HAE): Was ändert sich in der Schwangerschaft?

Bearbeitet: 8.1.2018 Was ändert sich beim hereditären Angioödem (HAE) in der Schwangerschaft? Diese Frage stellen sich viele werdende Mütter, wenn sie unter dem hereditären Angioödem leiden. Kommt es zwangsläufig zu häufigeren Schwellungsattacken? Wie behandelt man sie während der Schwangerschaft? Was sollten werdende Mütter wissen? Wie groß ist das Vererbungsrisiko fürs Kind? MeinAllergiePortal sprach mit Dr. med. Inmaculada Martinez Saguer, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Naturheilverfahren in Mörfelden-Walldorf über das hereditäre Angioödem in der Schwangerschaft.

Frau Dr. Martinez Saguer, welche Symptome können beim hereditären Angioödem (HAE) in der Schwangerschaft auftreten?

Das hereditäre Angioödem kann im Rahmen einer Schwangerschaft die gleichen Symptome verursachen wie außerhalb der Schwangerschaft. In den meisten Schwangerschaften kommt es jedoch zu einer Zunahme der Schwellungsattacken. Und: Je größer der Embryo im Verlauf der Schwangerschaft wird, desto eher kann es unter Umständen vermehrt zu Bauchattacken kommen.  

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Bedeutet das, dass das hereditäre Angioödem in der Schwangerschaft auch an den gleichen Stellen auftritt, wie zuvor?

Normalerweise tritt das hereditäre Angioödem in der Schwangerschaft auch an den gleichen Stellen auf wie zuvor. Das heißt, bei Patientinnen, bei denen es durch das hereditäre Angioödem bereits öfter zu Schwellungsattacken an den oberen und unteren Gliedmaßen kam, kommt es in der Schwangerschaft vermehrt zu äußerlichen Schwellungen.

Es kann jedoch auch vorkommen, dass sich das hereditäre Angioödem in der Schwangerschaft an neuen Stellen zeigt, z.B. im Magen-Darm-Bereich.

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Wie kommt es, dass es in der Schwangerschaft beim hereditären Angioödem vermehrt zu Schwellungsattacken kommt?

Grundsätzlich ist die Frequenz der Schwellungsattacken beim hereditären Angioödem sehr unterschiedlich. Auch im Verlauf eines Lebens kann sich beim hereditären Angioödem die Frequenz der Schwellungsattacken sehr stark unterscheiden.

Zu den Einflussfaktoren für Schwellungsattacken beim hereditären Angioödem gehören z.B. Infekte, Stress und hormonelle Veränderungen, wie sie in der Pubertät und in der Schwangerschaft vorkommen. Man weiß auch, dass man beim hereditären Angioödem keinesfalls Östrogene bei den  hormonellen Kontrazeptiva einsetzen darf. Östrogene, so wie sie in vielen „Pillen“ zur Schwangerschaftsverhütung vorkommen“, triggern  Schwellungsattacken beim hereditären Angioödem in hohem Maße.  

In der Schwangerschaft kommt es ebenfalls zu einem Ansteigen des Östrogenspiegels. Dadurch kann es beim hereditären Angioödem gehäuft zu Schwellungsattacken kommen.

Ich selbst habe dies beobachtet an 22 Patientinnen mit 35 Schwangerschaften, d.h. manche Patientinnen hatten mehrere Kinder.1) Hier konnte ich nachweisen, dass die Schwellungsattacken - verglichen mit der Zeit vor Eintritt der Schwangerschaft - bei 80 Prozent der Patientinnen mit hereditärem Angioödem während der Schwangerschaft zugenommen haben.   

 

 

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