Chronische induzeirbare Urtikaria

Prof. Dr. med. Marcus Maurer, Oberarzt und stellvertretender Leiter des Allergie-Centrums-Charité und Direktor für Forschung an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Charité Universitätsmedizin in Berlin

Chronische induzierbare Urtikaria: Neues zur Diagnose und zur Therapie!

Bearbeitet: 8.1.208 Bei der chronischen induzierbaren Urtikaria kommt es aufgrund bestimmter Reize zu den typischen Urtikaria-Symptomen an der Haut. Zur Diagnose und Behandlung der chronischen induzierbaren Urtikaria gibt die neue Urtikaria-Leitlinie Hinweise. Im Rahmen der Düsseldorfer Allergietage sprach MeinAllergiePortal mit Prof. Dr. med. Marcus Maurer, Oberarzt und stellvertretender Leiter des Allergie-Centrums-Charité und Direktor für Forschung an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Charité Universitätsmedizin in Berlin über wichtige Maßnahmen bei der Diagnose und Therapie der chronischen induzierbaren Urtikaria.

Herr Prof. Maurer, welche Urtikaria-Formen gehören zur chronischen induzierbaren Urtikaria?

Zur chronischen induzierbaren Urtikaria gehören die Unterformen der physikalischen Urtikaria, also die Urtikaria facticia, Kälteurtikaria, Druckurtikaria, Lichturtikaria, Wärmemeurtikaria und das vibratorische Angioödem, sowie die cholinergische Urtikaria, die Kontakturtikaria und die aquagene Urtikaria.

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Was ist wichtig bei der Diagnose der chronisch induzierbaren Urtikaria?

Bei der Diagnose der chronischen induzierbaren Urtikaria empfiehlt die aktuelle Urtikaria-Leitlinie die folgende Vorgehensweise:

1.    Man muss ausschließen, dass es sich um eine andere Erkrankung handelt.

2.    Man muss den Reiz und die Reizschwelle bestimmen.

3.    Man muss untersuchen inwieweit die Erkrankung kontrolliert ist.

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Welche anderen Erkrankungen ähneln der chronischen induzierbaren Urtikaria?

Zu ähnlichen Hautsymptome wie bei der chronischen induzierbaren Urtikaria, kann es beim angeborenen oder erworbenen Autoinflammatorischen Syndrom kommen, das oft auch mit Fieber, Gelenkschmerzen, Knochenschmerzen und einem allgemeinen Krankheitsgefühl einhergeht.

So gibt es z.B. eine autoinflammatorische Kälteurtikaria, die vererbbar ist, Interleukin-1-abhängig und nichts mit Histamin zu tun hat. Im Gegensatz zur klassischen Kälteurtikaria kann die familiäre Form weder mit Antihistaminika noch mit Omalizumab behandelt werden.

Auch die Urtikaria vaskulitis, das hereditäre Angioödem oder Arzneimittelreaktionen können ähnliche Symptome zeigen. Ärzte können sich bei der Differentialdiagnose an einer schematisierten Vorgehensweise orientieren.

 

 

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