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Chronisch induzierbare Urtikaria

Dr. Stephan Meller, Dermatologe, Allergologe und Oberarzt an der Hautklinik am Universitätsklinikum Düsseldorf UKD

Chronisch induzierbare Urtikaria: Symptome, Diagnose, Triggerfaaktoren

Urtikaria ist nicht gleich Urtikaria – es gibt unterschiedliche Formen der Nesselsucht. Zum einen die chronisch spontane Urtikaria und zum anderen die chronisch induzierbare Urtikaria. Wie definiert sich die chronisch induzierbare Urtikaria? Welche Triggerfaktoren sind relevant? Wie erfolgt die Diagnose? MeinAllergiePortal sprach mit Dr. Stephan Meller, Dermatologe, Allergologe und Oberarzt an der Hautklinik am Universitätsklinikum Düsseldorf UKD.

Autor: Sabine Jossé M. A.

Interviewpartner: Dr. Stephan Meller

Herr Dr. Meller, was unterscheidet die chronisch induzierbare Urtikaria von der chronisch spontanen Urtikaria?

Die chronisch spontane Urtikaria tritt immer wieder plötzlich auf, ohne dass man den Auslöser kennt.  Bei der chronisch induzierbaren Urtikaria ist der jeweilige Auslöser, zum Beispiel Kälte, bekannt.

Können bei der chronisch induzierbaren Urtikaria auch Angioödeme auftreten?

Bei seltenen Formen der chronisch induzierbaren Urtikaria können durch Vibration Angioödeme ausgelöst werden. So können beispielsweise beim Bedienen eines Preßlufthammers Angioödeme, also Schwellungen im Bereich der Hände, auftreten.

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Welche Reize können die chronisch induzierbare Urtikaria triggern?

Die chronisch induzierbare Urtikaria kann durch Reize wie Wärme, Kälte, körperliche Anstrengung, Druck, Vibration, Wasserkontakt und Licht ausgelöst werden.

Wie erfolgt die Diagnose?

Zur Diagnose findet man über eine sogenannte Testung physikalischer Faktoren. Hier wird der Patient unterschiedlichen Temperaturen ausgesetzt oder körperlicher Anstrengung unterzogen – je nachdem welcher auslösende Reiz vermutet wird.

Spielt der auslösende Reiz eine Rolle für die Therapie?

Der auslösende Reiz spielt weniger für die Therapie eine Rolle, als für die Beratung. Betroffene einer Kälteurtikaria dürfen nicht in einen kalten Bergsee springen – dies könnte lebensgefährlich sein. Über solche Folgen seiner Erkrankung muss der Patient aufgeklärt sein.

Warum ist es bei der chronisch induzierbaren Urtikaria wichtig, die Reizschwelle zu bestimmen?

Es ist wichtig die Reizschwelle zu bestimmen, damit der Betroffene sein Leben entsprechend organisieren kann und gegebenenfalls gefährliche Situationen von vorhinein meidet

Bleibt diese Reizschwelle im Krankheitsverlauf stets gleich?

Die Reizschwelle kann sich durch Therapie oder aber auch im Verlauf, falls die Erkrankung Aktivität verliert, ändern.

Welche Therapieoptionen stehen bei der chronisch induzierbaren Urtikaria zur Verfügung?

Leider stehen uns nicht viele Möglichkeiten zur Verfügung. Antihistaminika können vielen Patienten helfen. Erste Erfahrungen und Studien weisen darauf hin, dass auch Omalizumab hilft. Es ist aber nur für die chronisch spontane Urtikaria zugelassen und darf daher nicht zu Lasten der Krankenkassen rezeptiert werden.

Herr Dr. Meller, herzlichen Dank für dieses Interview!

Wichtiger Hinweis

Unsere Beiträge beinhalten lediglich allgemeine Informationen und Hinweise. Sie dienen nicht der Selbstdiagnose, Selbstbehandlung oder Selbstmedikation und ersetzen nicht den Arztbesuch. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.