Intoleranz-Urtikaria Diät

Privatdozentin Dr. med. Petra Staubach, Leiterin der Urtikaria und Angioödem-Sprechstunde der Hautklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz

Intoleranz-Urtikaria: Helfen pseudoallergen- und histaminarme Diäten?

Wie sieht eine histaminarme Diät aus?

Bei einer histaminarmen Diät sind geräucherte, gepökelte, vergorene oder marinierte, aber auch schlecht gelagerte und nicht mehr ganz frische Lebensmittel grundsätzlich verboten. Aber auch der Verzehr von biogenen Aminen und die Aufnahme von Alkohol oder bestimmten Medikamenten verzögern den Abbau von Histamin. Kaffee und Schwarztee sind als Verstärker beschrieben und es gibt Nahrungsmittel, die die Ausschüttung von Histamin begünstigen können, sogenannte Histaminliberatoren, wie z.B. Erdbeeren, Tomaten usw..

Bei Unverträglichkeiten ist es oft möglich, bestimmte Nahrungsmittel nach einer gewissen Karenz wieder in den Speiseplan einzuführen. Gilt dies auch für die Intoleranz-Urtikaria oder muss man die Diät lebenslang einhalten?

Auch wir starten bei unseren Urtikaria-Patienten nach einer gewissen Zeit wieder mit einem langsamen Kostaufbau. Meist kennen die Patienten dann auch schon ihre Triggerfaktoren und wissen, was sie nicht zusammen essen dürfen. Gerade bei der Histaminintoleranz ist es ja sehr wichtig zu wissen, welche Lebensmittel man auf keinen Fall ist Kombination zu sich nehmen sollte. Ein typisches Beispiel dafür ist die Kombination von Rotwein und reifem Käse. Viele Histaminintolerante vertragen ein Glas Rotwein ohne Probleme, wenn sie dazu aber z.B. reifen Parmesan essen, vertragen sie das nicht.

Wie Sie sagten, gibt es aktuell für die Intoleranz-Urtikaria keinen Marker, wird hierzu geforscht?

Zum Thema Marker für Intoleranzen wird schon lange geforscht. Leider hat man aber bisher keine relevanten Anhaltspunkte gefunden und es gibt noch keinen Laborwert, der validiert zeigen könnte, was der Auslöser der Unverträglichkeitsreaktion ist und was man demzufolge aus dem Speiseplan streichen sollte. Deshalb kann ich den Patienten nur davon abraten, teure Laboruntersuchungen durchführen zu lassen. IgG-Tests kosten viel Geld, zu einer Klärung der Ursachen für die Beschwerden der Urtikaria-Patienten führen sie aber nicht.

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Frau Privatdozentin Staubach-Renz, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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