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Sonnenallergie Mallorca-Akne

Dr. Victoria Mortasawi: Wie kommt es zu Sonnenallergie oder Mallorca-Akne?

Sonnenallergie? Mallorca-Akne? Wie kommt es dazu?

Wie kommt es dazu und was tun bei einer Mallorca-Akne oder Sonnenallergie? Das fragen sich Betroffene, denn diese Symptome an der Haut können extrem unangenehm sein. Doch was ist die Ursache dieser Haut-Phänomene? Welche Symptome sind charakteristisch? Wie kann eine Therapie dieser Allergie auf die Sonne aussehen, und kann man vorbeugen? MeinAllergiePortal sprach mit Dr. med. Victoria Mortasawi von der Klinik für Dermatologie und Allergologie am Universitätsklinikum Marburg über Krankheitsbild, Diagnose, Behandlung und welche Creme bei Sonnenallergie sinnvoll ist.

Autor: Sabine Jossé M. A.

Interviewpartnerin: Dr. Victoria Mortasawi

Update: 28.10.2021

Frau Doktor Mortasawi, Sonnenallergie, um was handelt es sich dabei genau?

Eine Sonnenallergie wird auch als polymorphe Lichtdermatose bezeichnet. Es handelt sich hierbei um eine durch UV-Licht getriggerte Erkrankung der Haut, die mit einem sehr starken Juckreiz einhergeht. Mallorca-Akne ist die akneiforme, also die Akne-ähnliche Variante dieser Hautkrankheit.

Was ist die Ursache für die polymorphe Lichtdermatose oder Mallorca-Akne? Wer ist betroffen?

Die genaue Ursache für die Entstehung von einer Allergie auf die Sonne ist bislang noch nicht bekannt. Man geht allerdings davon aus, dass es eine genetische Prädisposition gibt. Aus dieser folgt, dass fotoinduzierte Allergene zu einer verzögerten Überempfindlichkeitsreaktion der Haut führen können.

Handelt es sich bei der Sonnenallergie oder Mallorca-Akne um eine wiederkehrende Erkrankung der Haut oder kann es auch bei einem einmaligen Ausbruch bleiben?

Einmal Betroffene können immer wieder eine Sonnenallergie oder polymorphe Lichtdermatose entwickeln. Es handelt sich also leider nicht um eine Erkrankung, die nur einmal an der Haut auftritt.

Welche Symptome sind charakteristisch für eine Sonnenallergie oder Mallorca-Akne und welche Unterschiede gibt es?

Die Haut-Symptome der Lichtdermatosen treten meist zu Beginn des Frühjahrs oder des frühen Sommers auf und gehen mit Juckreiz einher. In dieser Zeit sind die Betroffenen entweder einmalig einer sehr starken Sonnenexposition oder an mehreren Tagen einer mäßigen Sonnenexposition ausgesetzt. Bei der Mallorca-Akne entwickeln sich vor allem an den Licht-exponierten Stellen derbe, follikulär gebundene, teilweise abszedierenden Papeln. Dabei handelt es sich um an den Haarwurzeln gelegene kleine mit Juckreiz verbundene Knötchen. Bei den übrigen Formen der polymorphen Lichtdermatose kann das klinische Bild, wie der Name schon vermuten lässt, vielseitig sein. Es kann zu Papeln, Plaques oder auch Papulovesikeln kommen. Allen gemeinsam ist, dass diese Symptome an der Haut nur an sonnenexponierten Stellen auftreten und, wie gesagt, mit einem sehr starken Juckreiz einhergehen.

Wie genau kommt es bei einer polymorphen Lichtdermatose zur Diagnose?

Für die Diagnose ist zum einen die Anamnese besonders wichtig. Berichten uns die Betroffenen beispielsweise von immer zu Beginn des Frühjahrs oder des Sommers auftretenden Symptomen an der Haut, die sich im Laufe der Saison bessern oder verschwinden, sollte man definitiv an eine Lichtdermatose als Ursache denken. Ansonsten kann auch eine sogenannte Fotoprovokationstestung bei der Diagnose helfen. Bei dieser erfolgt im erscheinungsfreien Intervall, also nicht im Frühjahr oder im Sommer, die Bestrahlung eines kleinen Hautareals mit UVA-Licht an drei bis fünf aufeinanderfolgenden Tagen. Nach 72 Stunden wird das Ergebnis ausgewertet. In der Regel sind auch hier wieder die typischen Hautveränderungen zu erkennen.

Gibt es denn auch Erkrankungen, die in ihrer Symptomatik einer Sonnenallergie oder Mallorca-Akne ähneln?

Insbesondere bei der Mallorca-Akne muss man auch immer an eine Acne vulgaris, also an eine „ganz gewöhnliche“ Akne denken. Im Unterschied zur Mallorca-Akne sieht man hierbei allerdings auch Komedone, also Mitesser. Und natürlich treten bei der gewöhnlichen Akne die Hautveränderungen auch an nicht lichtexponierten Stellen auf und sind nicht saisonal gebunden.

Unter welchen Umständen sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen?

Zum Arzt gehen sollten Betroffene, wenn sie sehr stark leiden. Das heißt, wenn sie von einem sehr ausgeprägten Juckreiz betroffen sind. Auch wenn es zu einer Superinfektion kommt, bei der die betroffenen Haut-Areale sehr stark gerötet sind, bereits eitern oder sich entzündet haben, sollte man zum Arzt gehen.

Wie kann man eine Sonnenallergie bzw. eine Mallorca Akne behandeln? Was hilft schnell?

Bei der Mallorca-Akne können Betroffene Vitamin-A-säurehaltige Präparate als Gel oder als Lösung auf ihre gereizte Haut auftragen. Bei den übrigen Formen der polymorphen Lichtdermatose kann man auch lokale Glukokortikosteroide, also lokalen Kortison-Cremes oder Lotionen anwenden, um die Beschwerden zu lindern. Bei weniger großem Leidensdruck muss nicht zwangsläufig eine Therapie eingeleitet werden, da die Hautveränderungen in der Regel narben- und folgenlos von alleine wieder abheilen. Generell sollte man bei dieser Erkrankung zurückhaltend in Bezug auf Sonnenexposition sein.

Kann man denn auch vorbeugen, so dass die Symptome an der Haut gar nicht erst auftreten? Helfen zum Beispiel Sonnenschutzmittel und womit sollte man sich eincremen?

Zur Vorbeugung der unangenehmen Symptome einer Sonnenallergie ist es sehr sinnvoll, die Haut nach Möglichkeit zu bedecken. An Stellen, an denen das nicht möglich ist, wie zum Beispiel dem Gesicht, sollten Betroffene eine Sonnencreme verwenden, und zwar ein Präparat mit einem ausreichenden Schutz vor UV-Strahlung. Hier gilt: Zur Vorbeugung sollte die entsprechende Sonnencreme sowohl einen UVA- und UVB-Filter bzw. einen hohen Lichtschutzfaktor enthalten. Diese Information befindet sich in der Regel auf der Verpackung. Man sollte außerdem darauf achten, keine zu öligen oder fetthaltigen Cremes, sondern lieber eine „leichte“ Creme oder Lotion zu verwenden und im Schatten bleiben. Ein Sonnenbrand sollte natürlich auch hier vermieden werden.

Mehr dazu im Video-Expertengespräch:

Frau Dr. Mortasawi, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

 

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Wichtiger Hinweis

Unsere Beiträge beinhalten lediglich allgemeine Informationen und Hinweise. Sie dienen nicht der Selbstdiagnose, Selbstbehandlung oder Selbstmedikation und ersetzen nicht den Arztbesuch. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.