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Kälteurtikaria Wärmeurtikaria

Prof. Dr. med. Marcus Maurer zum Thema: Kälteurtikaria – Wärmeurtikaria. Was sollte man darüber wissen?

Risiko: Kälteurtikaria – Wärmeurtikaria: Was sollte man wissen?

Wenn es beim Kontakt mit Kälte oder Wärme zu Veränderungen der Haut, zu Quaddeln oder Schwellungen (Angioödemen) kommt, kann eine Erkrankung dahinter stecken. Treten die Hautsymptome nach dem Kontakt mit Kälte auf, könnte eine Kälteurtikaria die Ursache sein, bei Wärme, eine Wärmeurtikaria. Was aber ist das genau? Einen Überblick über die Erkrankungen gibt Prof. Dr. med. Marcus Maurer, Direktor für Forschung an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Charité - Universitätsmedizin in Berlin für MeinAllergiePortal.

Prof. Maurer, was versteht man unter „Kälteurtikaria“ und was bedeutet „Wärmeurtikaria“?

Bei einer Kälteurtikaria kommt es beim Kontakt der Haut mit Kälte zu Quaddeln und eventuell auch zu Angioödemen, das heißt Schwellungen. Bei der Wärmeurtikaria tritt beim Kontakt der Haut mit Wärme die gleiche Symptomatik auf.

Das Gefährliche daran ist: Wenn die Symptomatik an großen Hautarealen auftritt, im Falle der Kälteurtikaria zum Beispiel beim Schwimmen in kaltem Wasser, oder bei der Wärmeurtikaria im heißen Whirlpool, kann es auch zu weiteren generellen Beschwerden kommen, bis hin zu einer lebensbedrohlichen Anaphylaxie, einem Schock.

Sowohl die Kälteurtikaria als auch die Wärmeurtikaria heilt immer von alleine ab, jedoch dauert es oft Jahre bis das passiert. Wichtig ist, die Erkrankungen zu behandeln, so lange bis sie von alleine verschwindet. Es muss ein Schutz hergestellt werden, der den Patienten ein normales Leben ermöglicht, ohne dass sie in Gefahr geraten, Quaddeln oder Schwellungen zu entwickeln.

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Wie können Kälteurtikaria und Wärmeurtikaria diagnostiziert werden?

Sowohl die Kälteurtikaria als auch die Wärmeurtikaria sind Formen der induzierbaren Urtikaria. Das bedeutet, man kann die Hautsymptomatik auslösen, indem man die Haut mit Wärme bzw. Kälte konfrontiert. Um sicher zu sein, ob eine Kälte- oder auch Wärmeurtikaria vorliegt, führt der Arzt einen Provokationstest durch, z.B. bei Kälteurtikaria den klassischen Eiswürfeltest. Mit Hauttestungen lässt sich auch die Krankheitsaktivität bestimmen, also wie empfindlich Patienten auf Kälte und Wärme reagieren. Solche Schwellentestungen macht man z.B. mit TempTest, einem kleinen Gerät, mit dem man die Haut mit Kälte und Wärme in unterschiedlichen Stärken konfrontiert.

Warum ist es bei der Kälteurtikaria und der Wärmeurtikaria wichtig, die Krankheitsaktivität zu bestimmen?

Es ist ausgesprochen wichtig und nützlich, die jeweilige Temperatur zu kennen, bei der bei einem Patienten eine Quaddel ausgelöst wird. Solche Schwellenbestimmung helfen Patienten sich vor kritischen Temperaturen zu schützen und sie helfen dem behandelnden Arzt die Wirksamkeit der Behandlung zu messen.

Wie genau verläuft die Therapie einer Kälteurtikaria oder Wärmeurtikaria?

Bei einer Kälte- oder Wärmeurtikaria soll eine Therapie verhindern, dass durch Kälte beziehungsweise Wärme Quaddeln oder Angioödeme ausgelöst werden. Dies kann durch ein modernes Antihistaminikum der 2. Generation erreicht werden, das im Gegensatz zu den Präparaten der 1. Generation nicht sedierend wirkt, das heißt, müde macht. Hierbei ist jedoch eine ausreichende Dosierung erforderlich. Sollte eine Tablette am Tag nicht ausreichen, um die Symptomatik zu kontrollieren, lässt sich die Dosierung bis auf vier Tabletten pro Tag erhöhen. Wenn das allerdings nicht wirkt, stehen Biologika oder Cyclosporin für weitere therapeutische Maßnahmen zur Verfügung.

Herr Prof. Maurer, vielen Dank für das Interview!

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