Advertorial
Wann sind Schwellungen allergisch Allergie hereditäres Angioödem HAE

Prof. Dr. med. habil. Bettina Wedi zur Frage Frage: Wann sind Schwellungen allergisch, wann handelt es sich um ein hereditäres Angioödem?

Wann sind Schwellungen allergisch, wann ein HAE?

Wann können Schwellungen als Fernreaktion auftreten?

Als Fernreaktion können Schwellungen z.B. nach Insektenstichen auftreten. So kann es durch einen Wespenstich am Fuß zu Schwellungen am Auge kommen. Dies wäre z.B. eine wichtige Differenzialdiagnose zum hereditären Angioödem.

Zu nennen wären auch noch die pseudoallergisch bedingten Angioödeme.

Wann sind Schwellungen bzw. Angioödeme pseudoallergisch?

Man spricht von „pseudoallergisch“, wenn die Schwellungen von bestimmten Medikamenten ausgelöst werden. Gerade die nicht-steroidalen Antirheumatika oder Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen können Schwellungen auslösen. Hier spricht man nicht von einer Allergie, denn diese Reaktionen sind nicht durch allergene IgE-Antikörper vermittelt, zumindest konnte man dies bislang nicht nachweisen. Man spricht deshalb von „Pseudoallergien“.

Aber, um das Ganze noch komplizierter zu machen: Es gibt auch echte allergische Reaktionen auf Medikamente.

Wann sind Schwellungen als Reaktionen auf Medikamente echte Allergien?

Eine echte Allergie kann man auf Beta-Lactam-Antibiotika, wie z.B. Penicillin, entwickeln. Auch dadurch kann es zu Schwellungen bzw. Angioödemen kommen.

Penicillin selbst enthält zwar keine Proteine, es ist jedoch ein Hapten, d.h. eine niedermolekulare Substanz, die erst durch die Verbindung mit einem Carrier eine Immunantwort auslösen kann. Die Beta-Lactam-Ringe werden aufgespalten und können sich so mit Proteinen verbinden. Penicilline, Aminopenicilline und Cephalosporine gehören zu den Beta-Lactam-Antibiotika und hier lässt sich bei einer Allergie vom Soforttyp auch IgE nachweisen.

Sind die Schwellungen bzw. Angioödeme, die durch Allergien oder Pseudoallergien ausgelöst werden, alle histaminvermittelt?

Sowohl durch Allergien als auch durch Pseudoallergien ausgelöste Schwellungen gelten als histaminvermittelt. „Histaminvermittelt“ bedeutet, die so genannten Mastzellen werden aktiviert und schütten das Gewebshormon Histamin aus. Das Histamin ist dann die Ursache für die Schwellungen.

Und: Auch die Schwellungen, die im Zuge einer auch Nesselsucht genannten Urtikaria auftreten können, gehören zu den histaminvermittelten Angioödemen.

Haben Patienten, die an einer Urtikaria leiden Quaddeln und Schwellungen bzw. Angioödeme?

Nein, nicht unbedingt. Man geht davon aus, dass ca. 15 Prozent der Patienten mit chronischer spontaner Urtikaria Schwellungen haben, ohne dass Quaddeln auftreten. Bei diesen Patienten kann man weder eine Allergie noch eine Pseudoallergie nachweisen.

Oft besteht bei diesen Patienten ein Virusinfekt oder ein bakterieller Infekt, was bei der Entstehung von Angioödemen durchaus eine Rolle spielen könnte. Weiter gibt es Theorien, nach denen bei diesen Patienten eine so genannte „Autoallergie“ bestehen könnte. Einen Nachweis hierfür gibt es jedoch noch nicht. Die Ursachen für die Überaktivität des Immunsystems sind in diesen Fällen nicht bekannt, und auch diese Schwellungen sind vom hereditären Angioödem schwer abzugrenzen.

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden. Bitte beachte auch unsere Datenschutzbestimmungen gemäß DSGVO.