Schwellungen Angioödem

Privatdozentin Dr. med. Petra Staubach, Leiterin der Urtikaria und Angioödem-Sprechstunde der Hautklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz zu Schwellungen und möglichen Ursachen!

Schwellungen? Wann ist es ein Angioödem? Mögliche Ursachen?

Kann man am klinischen Bild der Angioödeme die Ursache erkennen?

Allein aufgrund des klinischen Bildes die Ursache für die Angioödeme zu erkennen ist schwierig. Erst aufgrund der Angaben der Patienten bei der sogenannten Anamnese klärt sich das Bild. Wenn die Patienten z.B. berichten, dass die Angioödeme stets länger als drei bis vier Tage auftreten, häufig von Magen-Darm-Symptomen begleitet sind und mit einem ausgeprägten Krankheitsgefühl einhergehen, und wenn die Erkrankung weder auf Antihistaminika noch auf Kortison anspricht, könnten dies Hinweise auf ein nicht-mastzellassoziiertes Angioödem sein. Diese Gruppe der Angioödeme ist jedoch seltener. Eine wichtige Frage bei de rAnamnese ist jedoch auch die Frage, welche Medikamente der Patient einnimmt.

Advertorial

Welche Rolle spielen Medikamente beim Auftreten von Angioödemen?

Wir wissen mittlerweile, dass ACE-Hemmer, d.h. bestimmte Blutdruck-Medikamente, Bradykinin-induzierte Angioödeme auslösen können. Häufig treten diese nicht-mastzellassoziierten Angioödeme nur im Gesichtsbereich auf, und es kann auch zu Zungenschwellungen und Lippenschwellungen kommen, aber so gut wie nie zu Magen-Darm-Attacken.

Oft wundern sich die Patienten dann und berichten, dass sie ein bestimmtes Blutdruck-Medikament schon seit langem einnehmen und in letzter Zeit keine neuen Medikamente eingenommen haben. Es ist typisch, dass ACE-Hemmer über Monate und Jahre eingenommen werden können, ohne dass etwas passiert, und dennoch können sich plötzlich Angioödeme entwickeln. Beim Absetzen dauert es dann auch manchmal einige Wochen, bis die Angioödeme völlig sistieren.

Advertorial

Gibt es Alternativen zu ACE-Hemmern, wenn Patienten aufgrund dessen Angioödeme entwickeln?

Natürlich gibt es gerade in Europa unzählige Alternativen, z.B. Kalziumantagonisten, und deshalb empfiehlt sich eine Umstellung, die mit dem behandelnden Kardiologen oder Internisten abgestimmt werden muss. Wichtig ist dabei, nicht auf benachbarte Wirkstoffgruppen zuzugreifen, die ebenfalls Angioödeme auslösen könnten. Wir empfehlen in diesen Fällen eine Ausschlussliste mit Medikamenten, auf die man nicht umstellen sollte, z.B. andere ACE-Hemmer oder AT1-Antagonisten. Welches Medikament dann letztendlich für den jeweiligen Patienten geeignet ist, muss der Spezialist entscheiden.

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden.