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Sorbitintoleranz Sorbit

Dipl. oec. troph. Stefanie Brunstering aus Horstmar

Sorbitintoleranz: Wenn Sorbit unverträglich ist

Eine Unverträglichkeit von Sorbit gehört zu den nicht allergischen Nahrungsmittelunverträglichkeiten und ist deshalb nicht allein für die Menschen ein Problem, die an Diabetes leiden oder Gewicht reduzieren wollen und deshalb Zucker durch Sorbit ersetzen. Auch in natürlichen Nahrungsmitteln kann Sorbit enthalten sein und ebenso wird bei industriell gefertigten Lebensmitteln Sorbit eingesetzt. MeinAllergiePortal sprach mit Dipl. oec. troph. Stefanie Brunstering aus Horstmar über Sorbitintoleranz, deren Ursachen und Auswirkungen und Sorbitquellen, die man meiden sollte.

Frau Brunstering, was genau ist Sorbit und wie unterscheidet es sich von Fruktose? 

Sorbit und auch Fructose werden als Zuckeraustauschstoffe bezeichnet. Die Fructose ist ein Einfachzucker (Monosaccharid). Bei Sorbit handelt es sich um ein Zwischenprodukt des Kohlenhydratstoffwechsels. Da die chemische Verbindung Sorbit zu den Alkoholen gehört, bezeichnet man Sorbit auch als Zuckeralkohol.

Die Fructose enthält ebenso viele Kalorien wie Haushaltszucker (Saccharose), nämlich 4 kcal/g. Sorbit liefert mit 2,4 kcal/g etwas weniger Energie. Ein weiterer Unterschied liegt in der Süßkraft. Fruchtzucker ist etwas süßer als Saccharose, Sorbit ist jedoch nur halb so süß.

Sorbit findet sich in natürlicher Form in einigen Obstsorten. Früher wurde aus der Eberesche gewonnen. Heute nutzt die Industrie die in Weizen- oder Maisstärke enthaltene Glucose zur Sorbit-Herstellung.

Verwendung findet das industriell gewonnene Sorbit in der Lebensmittelindustrie nicht nur als Süßungsmittel, sondern auch als Trägerstoff oder Feuchthaltemittel.

Wie äußert sich die Sorbitunverträglichkeit?

Bei einer Sorbitmalabsorption können Bauchschmerzen und/oder Bauchkrämpfe auftreten. Es können Durchfälle, d.h. Diarrhöen, oder auch Verstopfung, d.h. Obstipation auftreten. Zudem berichten die Betroffenen häufig über Blähungen, d.h. Flatulenz, und einen aufgeblähten Bauch, d.h. Meteorismus. Auch Magenschmerzen, Übelkeit und auch Kopfschmerzen können auftreten. Müdigkeit und Abgeschlagenheit werden auch oft genannt.

Wird die Sorbitunverträglichkeit, wie die Fruktosemalabsorption, über einen Atemtest diagnostiziert?

Bei der bakteriellen Verstoffwechselung von Sorbit im Dickdarm entsteht wie bei der Fructoseverstoffwechselung Wasserstoff. Daher kann eine Sorbitmalabsorption ebenfalls durch den H2-Atemtest diagnostiziert werden. Da wir Menschen jedoch von Natur aus weniger Sorbit als Fruktose verstoffwechseln können, wird vor dem Test eine Lösung mit maximal 10 g Sorbit verabreicht.

Reagiert man automatisch auch unverträglich auf Fruktose, wenn unter einer Sorbitintoleranz leidet und umgekehrt?

Nein, eine Sorbitintoleranz tritt häufig isoliert auf. Da Sorbit und Fructose jedoch um den gleichen Stoffwechselweg konkurrieren, gehört zur Therapie der Sorbitintoleranz auch eine Reduzierung der aufgenommen Fructosemenge.


In welchen Nahrungsmitteln kommt Sorbit natürlicherweise vor? Welche sollte man meiden, wenn man eine Sorbitunverträglichkeit hat?

Sorbit ist in einigen Obstsorten natürlicherweise enthalten. Birne, Pflaume und Pfirsich enthalten eine hohe Menge Sorbit. Äpfel und Weintrauben eine mittlere und Beerenfrüchte eine geringe Menge.

In der Ernährungstherapie einer Sorbitmalabsorption gibt es zunächst eine 14tägige Karenzphase. In dieser Phase sollten Betroffene sich sorbitfrei und fructosearm ernähren. Dazu gehört ein Verzicht auf Lebensmittel, die als "zuckerfrei" oder "zahnschonend" beworben werden. Auch weitere Zuckeralkohole sollten gemieden werden.

Welche industriell gefertigten Nahrungsmittel enthalten häufig Sorbit? Unter welchen Bezeichnungen ist es auf den Zutatenlisten aufgeführt?

Industriell gefertigte Lebensmittel die häufig Sorbit enthalten sind energiereduzierte Süßwaren, wie Bonbons, Dessert oder Speiseeis. Auch zahnschonende Kaugummis enthalten (fast) immer Sorbit und auch andere Zuckeralkohole.

Als Trägerstoff von Aromen ist Sorbit in Soßen zu finden.

In Senf, Mayonnaise, Marzipan, Toast, Biskuit, Schokoladenfüllungen und Pralinenfüllungen kann Sorbit als Feuchthaltemittel enthalten sein.

Auf der Zutatenliste findet sich Sorbit unter den Bezeichnungen E 420: Sorbit; Zuckeraustauschstoff, Sorbitol. Es kann sich auch hinter den Emulgatoren auf Sorbitbasis E 432: Emulgator, E 433: Emulgator, E 434: Emulgator, E 435: Emulgator oder E 436: Emulgator verbergen.

Die weiteren Zuckeralkohole, die gemieden werden sollen sind:

  • E 953: Isomalt (Handelsname: Palatinit)
  • E 421: Mannit
  • E 966: Laktit
  • E 965: Maltit und Maltitsirup

Die Zuckeralkohole E 967: Xylit und E 968: Erythrit werden von manchen Betroffenen in Maßen toleriert.

Sorbit findet man auch in Zahncremes. Ist die hier enthaltene Menge bereits relevant für Menschen mit Sorbitintoleranz?

Da Zahncreme nicht geschluckt wird, ist das enthaltene Sorbit unbedenklich, da es nicht in den Dickdarm gelangt. Das gilt auch für Mundspülungen. Reagieren Betroffene jedoch schon auf sehr geringe Mengen oder möchten auf Nummer sicher gehen, dann gibt es sorbitfreie Zahnpasta.

Anders sieht es aus bei Medikamenten. Hier werden häufig Mengen an Sorbit eingesetzt, die von Betroffenen nicht mehr vertragen werden.

Welche Therapien sind bei der Sorbitintoleranz möglich? Gibt es hier so etwas wie eine adaptive Desaktivierung?

Eine adaptive Desaktivierung ist lediglich bei der Acetylsalicylsäureintoleranz möglich.

Bei der Sorbitintoleranz bietet die 3-stufige Ernährungstherapie unter Anleitung einer allergologisch geschulten Ernährungsfachkraft die beste Option.

Frau Brunstering, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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