Reizdarm Ernährung Diät

Dr. Sabine Poschwatta-Rupp, Ernährungskonzepte in Gießen

Reizdarm-Diät: Gibt es die richtige Ernährung beim Reizdarm-Syndrom?

Welche Probiotika-Stämme empfehlen Sie zur Behandlung des Reizdarm-Syndroms?

Es gibt Untersuchungen mit Wirkungsnachweisen zu Einzelstämmen. Die Leitlinie empfiehlt in Abhängigkeit vom Leitsymptom verschiedene Stämme, wie z.B. u.a. Lactobacillus plantarum bei Schmerzen und Meteorismus, Lactobacillus shirota sowie E. coli Nissle bei Obstipation. In der Apotheke kann man aber auch Multistamm-Präparate als Pulver mit bis zu 11 verschiedenen Bakterienkulturen im Tagesportionsbeutel erhalten, auch hier haben Studien eine Wirksamkeit nachgewiesen. Diese Präparate können das Mikrobiom sehr gut unterstützen, und auch ich persönlich habe sehr gute Erfahrungen mit Multistamm-Präparaten gemacht. Es gibt sogar Präparate mit Lactobacillus helveticus und Bifidobacterium longum, die eine cortisolsenkende Wirkung haben, was auch einen stressregulierenden Effekt hat. Zusätzlich sind Kombinationen aus Pro- und Präbiotika erhältlich, sogenannte Synbiotika. Sie liefern das „Futter“ für die Probiotika gleich mit. Durchaus lohnenswert kann es auch sein, mehrere Probiotika parallel einzusetzen, z.B. eines am Morgen und ein anderes am Abend, sodass beide Präparate ideal wirken können.

Wie können Phytotherapeutika beim Reizdarm-Syndrom helfen?

Die Reizdarm-Leitlinie gibt einen sehr interessanten Hinweis auf den Einsatz von Phytotherapeutika. Empfohlen wird beim Reizdarm-Syndrom z.B. der Einsatz von Pfefferminze, entweder als Tee, zubereitet mit dem frischen Kraut, oder als Extrakt aus der Apotheke. Pfefferminz- und Kümmelöl wirken als Spasmolytikum bei Bauchkrämpfen oder Bauchschmerzen und können von den Patienten einfach einmal ausprobiert werden. Auch Melisse hat sich bewährt und wächst hervorragend im Garten.

Die Leitlinie empfiehlt beim Reizdarm-Syndrom aber auch Kamille, Angelikawurzel, Kümmelfrüchte, Schleifenblume, Mariendistel, Schöllkraut und Süßholzwurzel. Patienten sollten diese Phytotherapeutika aber nur in Absprache mit einem Arzt einsetzen, da diese Stoffe durchaus auch andere, weniger erwünschte Wirkungen haben können.

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Zurück zur Reizdarm-Diät: Wie lange dauert es, bis die Ernährungsumstellung beim Reizdarm-Syndrom positiv wirkt?

Eine Ernährungsumstellung kann beim Reizdarm-Patienten sehr schnell Wirkung zeigen. Schon innerhalb von zwei Wochen kann sich die Zusammensetzung der Darmbakterien verändern, so dass sich relativ schnell ein Besserungseffekt zeigen kann. Begleitend empfehle ich, wie bereits thematisiert, entsprechende Pro- und Präbiotika, die durchaus auch langfristig verwendet werden können. Ist allerdings starker Stress der Triggerfaktor für das Reizdarm-Syndrom, kann es auch länger dauern. Außerdem können sich die Symptome immer dann wieder zeigen, wenn der Patient in das alte Essverhalten zurückfällt. Umgekehrt kann das Wegfallen bestimmter Triggerfaktoren, wie z.B. Stress, dazu führen, dass auch wieder mehr Nahrungsmittel verträglich sind. Bei Stress empfehle ich meinen Patienten, gezielt „Oasen“ in den Alltag einzubauen. Das kann ein kleiner Spaziergang sein, ein Treffen zum Mittagessen mit netten Freunden oder ein Plausch mit Kollegen an Stelle der obligatorischen Email. Es kann auch eine wunderbar „entstressende“ Wirkung haben, sich einfach mal etwas „zu gönnen“ -  und sei es nur der Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad anstatt mit dem Auto!

Frau Dr. Poschwatta-Rupp, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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