Probiotika, reizdarm

Prof. Dr. med. Heiner Krammer, Praxis für Gastroenterologie und Ernährungsmedizin am End- und Dickdarm Zentrum Mannheim (edz)

Probiotika bei Allergien und Reizdarm, wann können sie Patienten helfen?

Wie genau wirken die Probiotika?

Man geht davon aus, dass die probiotischen Bakterien, die den Joghurts zugesetzt werden, die Eigenschaft haben, die Magen-Darm-Passage zu überwinden, denn sie sind besonders widerstandsfähig gegenüber Magen – und Gallensäuren. Im Dickdarm angekommen siedeln sie sich an, verstärken die dort ansässigen Mikrobiota in ihrer Funktion und entfalten ihre positive Wirkung auf die Darmflora.

Je nach Bakterienstamm können die Probiotika, ausgehend vom Darm, das körpereigene Abwehrsystem unterstützen, dabei helfen die Verdauung zu normalisieren und Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Durchfälle und Verstopfungen lindern.

Sie erwähnten, dass es bei Probiotika auf den jeweiligen Stamm ankommt….

Bei der Behandlung mit Probiotika ist es ausschlaggebend, den richtigen Stamm zur Behandlung der jeweiligen Beschwerden auszuwählen, denn Probiotikum ist nicht gleich Probiotikum. Orientierung geben hier die aktuell vorliegenden Studien.

Es liegen z.B. Studien vor, die für L. casei Kulturen eine positive Wirkung zur Infektvorbeugung nachweisen konnten. Beim Reizdarmsyndrom mit Obstipation konnte man für den Lactobacillus casei Shirota eine Wirkung nachweisen. Beim Schmerz/Blähtyp des Reizdarms zeigte sich beim Bifidumbacterium animalis ssp. Lactis DN-173010 eine positive Wirkung.

Probiotika-Staemme

In welchen Mengen müsste man mit Probiotika angereicherte Joghurtprodukte verzehren, um eine positive Wirkung zu erzielen und wann ist eine Verbesserung der Symptome zu erwarten?

Zunächst ist die Konzentration der lebenden probiotischen Bakterien im Joghurtprodukt entscheidend, seriöse Hersteller geben diese Zahl auch an. Empfohlen wird, mindestens 108, das entspricht 1 Milliarde Bakterien-Einheiten pro Tag aufzunehmen - das entspricht etwa einer Verzehrmenge von einem Becher - und dies regelmäßig.

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Eine Verbesserung der Symptome im Gastrointestinaltrakt ist in der Regel nach 10 bis 14 Tagen zu erwarten, das zeigen auch die wissenschaftlichen Studien. Um eine Wirkung auf das Immunsystem zu erzielen benötigt man etwas länger, ca. einen Monat. Wichtig ist, dass probiotische Bakterien in diesem Zeitraum auch regelmäßig, d.h. täglich, aufgenommen werden, da sie über den Darm ja auch immer wieder ausgeschieden werden.

Herr Prof. Krammer, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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