FODMAPS-arme Ernhährung Reizdarm

Dipl. Ernährungsberaterin FH Beatrice Schilling aus Baden in der Schweiz.

Wie hilft FODMAPs-arme Ernährung bei Reizdarmsyndrom und Intoleranzen?

Bei welchen Krankheitsbildern kann eine FODMAP-arme Diät hilfreich sein?

Vor allem beim Reizdarmsyndrom kann diese Diät helfen. Dort lohnt es sich sogar versuchsweise die FODMAPs einzuschränken, auch wenn ein Laktose- oder Fruktosetest negativ war.

Es gibt aber auch Hinweise, dass eine FODMAPs-arme Ernährung bei anderen Magen-Darm-Erkrankungen, wie beispielsweise Morbus Crohn, oder nach bestimmten Darmoperationen hilfreich sein kann. Hierzu benötigen wir aber noch weitere Studien.

Helfen kann eine FOODMAPs-arme Ernährung auch bei einer Laktose-Intoleranz oder einer Fruktose-Intoleranz, falls die Beschwerden trotz einer laktose- bzw. fruktosearmen Ernährung anhalten.

Welche Lebensmittel sind arm oder reich an FODMAPs?

Der FODMAPs-Gehalt der Lebensmittel wurde analysiert und aufgrund dessen wurden Empfehlungen zu geeigneten bzw. ungeeigneten Nahrungsmitteln erstellt. FODMAPs-reich sind, wie gesagt, Äpfel, Milch, Honig oder Weizen.

FODMAPs-arm sind beispielsweise die Früchte Banane, Kiwi, Erdbeeren und Ananas. Bei den Gemüsen und Salaten gelten Karotten, Tomaten, Kürbis und die meisten Salate als FODMAPs-arm, bei den Getreiden sind dies Dinkel und Hafer. Aber auch Fleisch, Fisch, Eier, Kartoffeln und Reis sind FODMAPs-arm.

Interessanterweise gibt es hier einige "Überschneidungen" mit einer glutenfreien Ernährung. Viele meiner Patienten, welche von sich aus "glutenfrei" essen, weil ihnen das gut bekommt, profitieren im Grunde nicht vom Verzicht auf Gluten, sondern davon, dass sie sich durch den Verzicht auf Weizen gleichzeitig auch FODMAPs-arm ernähren.

Wie sieht eine FODMAPs-arme Diät aus?

In einer ersten Phase werden alle FODMAPs-reichen Nahrungsmittel für 4 bis 8 Wochen gemieden. Das nennt man die Eliminationsphase. Dadurch sollten die Beschwerden stark nachlassen oder sogar völlig verschwinden.

Danach kann in der zweiten Phase gezielt ausprobiert werden, welche Nahrungsmittel bzw. Nahrungsmittelgruppen in welchen Mengen vertragen werden.

In der dritten Phase ist es das Ziel, die jeweils individuelle FODMAPs-reduzierte Ernährung zu ermitteln, welche mit möglichst wenigen Nahrungseinschränkungen zu einer ausreichenden Reduzierung der Beschwerden führt.

Ist bei der FODMAPs-armen Ernährung die Versorgung mit Vitaminen und Mineralien sichergestellt, oder sollte man etwas beachten?

Die FODMAPs kommen ist fast allen Nahrungsmittelgruppen vor. Es gibt aber fast überall Alternativen: z.B. Beeren an Stelle von Äpfeln, laktosefreies Joghurt an Stelle von normalem Joghurt, Dinkelprodukte an Stelle von Weizenprodukten etc.. So kann die Ernährung trotzdem ausgewogen gestaltet werden, wenn die entsprechenden Fachkenntnisse vorliegen. Eine FODMAPs-arme Ernährung sollte deshalb nur in Begleitung einer erfahrenen Ernährungsfachkraft durchgeführt werden. Diese unterstützt bei der korrekten Anwendung der FODMAPs-armen Ernährung und hilft, eine individuell angepasste und trotzdem ausgewogene Form zu finden.

Frau Schilling, vielen Dank für dieses Interview! 

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