Mikrobiologische Therapie Reizdarm Diagnose Therapie

Dr. med. Annette Jänsch zum Thema: Mikrobiologische Therapie bei Reizdarm & Co: Diagnose und Therapie

Mikrobiologische Therapie bei Reizdarm & Co: Diagnose und Therapie

Welche Funktion haben Laktobakterien und Bifidobakterien im Darm?

Laktobakterien und Bifidobakterien haben viele Funktionen. Unter anderem sind sie verantwortlich für einen leicht sauren pH-Wert im Darm, eine wichtige Funktion, denn dies ist die Voraussetzung für eine optimale Arbeit der Verdauungsenzyme im Darm. Störungen in dieser Protektivflora finde ich häufig dann, wenn die Patienten über starke Blähungen klagen.

Darmbakterien sind aber auch an der Vitaminproduktion und der Hormonregulation beteiligt. Darmbakterien produzieren Antikörper, wie sekretorisches IgA zum Beispiel.

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Worauf wird der Stuhl der Patienten noch untersucht?

Bei der Stuhluntersuchung wird auch auf die immunmodulierende Flora, d.h. E-Coli und Enterokokken untersucht, insbesondere wenn die Patienten über Allergien und Nahrungsmittelintoleranzen klagen.

Weiter schaut man sich die mukonutritive Flora, die für den Schutz der Schleimhäute verantwortlich ist, an.

Geprüft wird auch die Anzahl der proteolytischen Keime im Stuhl, wobei die Keimzahl keinesfalls hoch sein sollte. Proteolytische Keime treten auf, wenn der pH-Wert nicht im Gleichgewicht ist, Eiweiße nicht richtig verdaut werden und diese dann von den Keimen verstoffwechselt werden. Dabei produzieren die proteolytischen Keime Gas und Stoffe, die durch die Leber entgiftet werden müssen. Die Patienten klagen dann über Blähungen, Müdigkeit und Erschöpfung.

Außerdem wird der Stuhl auf den pH-Wert und Candida, d.h. Hefepilze, untersucht.

 

Welche Schritte kommen nach der Mikrobiota-Analyse?

Zunächst gibt die Mikrobiota-Analyse einen Eindruck vom Zustand der Schleimhaut und eventuellen Störungen. Besteht ein Mangel an bestimmten Keimen, kann man diese zwar nicht einfach „auffüllen“, aber man kann Bedingungen schaffen, die ihr Wachstum fördern. Ist z.B. die mukonutritive Flora im Defizit, d.h. die Keime, die Schleim produzieren und abbauen, muss man Ballaststoffe bzw. resistente Stärke zuführen, die den Bakterien als Nahrungsgrundlage dienen.

Ist der pH-Wert zu basisch, müsse Laktobazillen und Bifidobakterien ergänzt werden, denn sie stellen kurzkettige Fettsäuren her, die den Darm wieder etwas ansäuern. Auch hier ist es jedoch nicht möglich, Defizite „aufzufüllen“ – vielmehr muss das System sich selbst regulieren.

Man kann aber auch klare Hinweise für eine Mikrobiom-förderliche Ernährung geben.

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