Mikrobiologische Therapie Reizdarm Diagnose Therapie

Dr. med. Annette Jänsch zum Thema: Mikrobiologische Therapie bei Reizdarm & Co: Diagnose und Therapie

Mikrobiologische Therapie bei Reizdarm & Co: Diagnose und Therapie

Insbesondere beim Reizdarm-Syndrom kann die mikrobiologische Therapie Linderung bringen, aber auch bei anderen Erkrankungen wird sie erfolgreich angewendet. Bei welchen Krankheiten kann die mikrobiologische Therapie helfen? Wie erfolgt die Diagnose und wie sieht die Therapie konkret aus? MeinAllergiePortal sprach mit Dr. med. Annette Jänsch, Fachärztin für Innere Medizin mit der Zusatzbezeichnung "Naturheilverfahren", Abteilung Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus Berlin am Standort Berlin-Wannsee über die mikrobiologische Therapie bei Reizdarm & Co: Diagnose und Therapie.

Frau Dr. Jänsch, wann kann die mikrobiologische Therapie helfen?

Immer dann, wenn das Schleimhautorgan betroffen ist, kann eine mikrobiologische Therapie zum Einsatz kommen, wobei der Darm ein Schwerpunkt der Therapie ist.

Viele Patienten kommen wegen eines Reizdarm-Syndroms in die Sprechstunde. Da beim Reizdarm aber auch eine Reihe anderer Erkrankungen beteiligt sein könnten, muss zunächst geklärt werden, ob eine Unverträglichkeit auf z.B. Laktose, Histamin oder Fruktose besteht.

Aber: All diese Nahrungsmittelunverträglichkeiten basieren ja auf einer Fehlfunktion der Schleimhaut, weshalb deren Überprüfung diagnostisch an erster Stelle steht.

Abgesehen von Reizdarm Syndrom, bei welchen weiteren Erkrankungen profitieren die Patienten von der mikrobiologischen Therapie?

Eine Indikation für eine mikrobiologische Diagnostik und Therapie sind neben dem Reizdarm auch chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED). Dazu gehören die Colitis Ulcerosa, immer wieder auftretende Divertikulitis und Divertikulose.

Eine weitere wichtige Indikation ist Infektanfälligkeit, denn hier spielen die Schleimhäute eine wichtige Rolle. Dies gilt sowohl für Infekte der oberen als auch der unteren Luftwege, z.B. bei immer wiederkehrenden Nebenhöhlenentzündungen, Rachenmandelentzündungen, Bronchitis und Neigung zu Lungenentzündungen oder Asthma.

Aber auch bei immer wiederkehrenden Urogenitalinfektionen, wie Harnwegsinfekte, bis hin zu gynäkologischen Problemen, wie immer wiederkehrenden vaginalen Candidabesiedelungen und Infekten, kann eine mikrobiologische Diagnostik weiterhelfen.

Ebenso wird die mikrobiologische Diagnostik bei allergischem Asthma, Heuschnupfen, Nahrungsmittelallergien und Hauterkrankungen wie z.B. Urtikaria eingesetzt.    

Es ist mittlerweile bekannt, dass die Darmflora auch bei der Entstehung der Arteriosklerose, bei Depressionen und Schlafstörungen ein Faktor ist. Oft haben Patienten, die unter Depressionen und Schlafstörungen leiden auch Verdauungsstörungen und inzwischen weiß man, dass das Mikrobiom an vielen Prozessen beteiligt ist und z.B. auch bei chronischen Entzündungen eine Rolle spielt. Die Indikationsbreite für die mikrobiologische Diagnostik und Therapie ist enorm und wird immer vielfältiger.

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Wie erfolgt bei der mikrobiologischen Therapie die Diagnose?

Mit einer Stuhlfloraanalyse, bzw. präziser, einer Mikrobiota-Analyse. Das ist eine Untersuchung, die in speziellen Laboren durchgeführt wird. Sie ermöglicht die Untersuchung des Stuhls auf Indikatorkeime, teils mit traditionellen mikrobiologischen Methoden und teils mit Gensequenzanalysen. Dies lässt Rückschlüsse auf die Funktionsfähigkeit der gesamten Schleimhaut zu. Dazu wird die sogenannte Protektivflora, d.h. die schützenden Keime, wie die Laktobakterien und Bifidobakterien, quantitativ erfasst, d.h. die Keimzahl pro g Stuhl. Sehr häufig sieht man bei den Patienten Defizite an Laktobakterien und Bifidobakterien, denn diese Keime sind sehr anfällig für Stress, Antibiotikagaben, Schmerzmittel, Nahrungsmittelzusatzstoffe etc.

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