Low-FODMAP-Diät Reizdarm-Syndrom

Dr. Yvonne Braun zum Thema: Low-FODMAP-Diät beim Reizdarm-Syndrom: Das muss man beachten!

Low-FODMAP-Diät beim Reizdarm-Syndrom: Das muss man beachten!

Was kann man konkret essen bei einer FODMAP-armen Diät?

Wie gesagt gibt es zahlreiche Listen mit FODMAP-armen und FODMAP-reichen Nahrungsmitteln, die sich teilweise widersprechen.

Grob gesagt kann man sagen, dass die folgenden Nahrungsmittel als FODMAP-reich gelten und deshalb bei einer Low-FODMAP-Diät verboten sind:

  • Weizen und glutenfreie Getreidesorten
  • Hülsenfrüchte
  • Milch und Milchprodukte
  • unterschiedliche Gemüsesorten
  • diverse Obstsorten
  • Light- und Diätprodukte

Als FODMAP-arme Nahrungsmittel, die bei der Low-FODMAP-Ernährung erlaubt sind, gelten:

  • Laktosefreie Milch und Milchprodukte
  • Getreidedrinks
  • Hauptsächlich glutenfreie Getreidesorten, ich sage hier "hauptsächlich glutenfreie Getreidesorten" weil in einigen Listen Dinkel, obwohl er Gluten enthält, erlaubt ist
  • bestimmte Gemüsesorten
  • bestimmte Obstsorten, zum Teil nur in bestimmten Mengen, oder nicht allzu reif
  • bestimmte Mengen an Nüssen
  • Proteinreiche Lebensmittel wie Fisch, Fleisch, Eier und Geflügel
  • Viele Gewürze und frische Kräuter

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Darf man bei der Low-FODMAP-Ernährung Fertigprodukte verwenden?

Fertigprodukte sollten bei der Low-FODMAP-Ernährung gemieden werden, weil sie häufig einen relativ hohen Gehalt an FODMAPs aufweisen.

Es gibt einige Firmen, die jetzt schon auf den Low-FODMAP-Zug „aufspringen“ und einige ihrer Produkte als Low-FODMAP-geeignet ausweisen. Diese Produkte können natürlich verwendet werden. Allerdings, egal ob Low-FODMAP oder darmgesund, immer ist es relativ wichtig, natürliche Lebensmittel und so wenig Fertigprodukte wie möglich zu verwenden.

 

Sie hatten die Gefahr des Nährstoffmangels bei der Low-FODMAP-Diät erwähnt…

Bei der Low-FODMAP-Ernährung muss man auf zahlreiche Nahrungsmittel verzichten, zum Teil auf ganze Lebensmittelgruppen. So besteht tatsächlich die Gefahr, dass sich ein Nährstoffmangel entwickeln kann, insbesondere dann, wenn man die Low-FODMAP-Ernährung sehr lange durchführt. Deswegen ist hier noch mal zu sagen, dass diese Ernährungsart wirklich nur maximal über vier bis sechs Wochen durchgeführt werden sollte, und dass eine kompetente Beratung sehr hilfreich ist. Gerade wenn sich eine Verbesserung einstellt und man langsam wieder neue Lebensmittel einführen sollte, sind viele ängstlich und trauen sich nicht.

Wenn sich keine Verbesserung der Symptome einstellt, dann waren es nicht die FODMAPs. Das bedeutet, man muss auf die Suche nach anderen Ursachen gehen.

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Sie sagten, dass eine dauerhafte Low-FODMAP-Ernährung nicht darmgesund sei…

Gerade bei Reizdarm-Patienten ist eine gesunde Darmflora, ein gesundes Mikrobiom, sehr wichtig. Daher sollte sich die Ernährung bei Reizdarmpatienten natürlich an einem gesunden Mikrobiom orientieren. Die Low-FODMAP-Ernährung entspricht einer darmgesunden Ernährung jedoch nicht. Unter anderem gehören zu einer darmgesunden Ernährung Sauermilchprodukte, wie zum Beispiel Kefir, Buttermilch, Ayran, aber auch Dickmilch und stichfester Joghurt. Auch Hülsenfrüchte und eine Vielfalt an unterschiedlichen Gemüsen sind gut für den Darm. All diese Nahrungsmittel fallen bei der FODMAP-armen Ernährung jedoch weg, so dass die guten Darmbakterien keine „Nahrung“ finden.

Deswegen ist es umso wichtiger, dass man wirklich am Ende dieser Low-FODMAP-Phase gerade die darmgesunden Nahrungsmittel, die förderlich für das Mikrobiom sind, langsam wieder einführt.

Für eine darmgesunde Ernährung spielt aber auch das Essverhalten eine Rolle. Dazu gehört, dass angemessene Portionsgrößen gegessen werden, dass beim Essen Ruhe herrscht und dass regelmäßige Mahlzeiten gegessen werden sollten. Am besten beherzigt man dies bereits während der Low-FODMAP-Phase.

Frau Dr. Braun, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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