Low-FODMAP-Diät Reizdarm-Syndrom

Dr. Yvonne Braun zum Thema: Low-FODMAP-Diät beim Reizdarm-Syndrom: Das muss man beachten!

Low-FODMAP-Diät beim Reizdarm-Syndrom: Das muss man beachten!

Wie führt man jetzt eine Low-FODMAP-Ernährung durch?

Die FODMAP-arme-Diät sollte auf jeden Fall nicht ohne einen geschulten Ernährungsberater durchgeführt werden. Das hat folgende Gründe: Zum einen widersprechen sich häufig die Listen, die man im Internet zu Low-FODMAP-geeigneten Lebensmitteln findet. Manche Lebensmittel sind laut der einen Liste erlaubt, bei der anderen Liste verboten, oder nur in ganz kleinen Mengen erlaubt. Deswegen sollte man sich hier auf jeden Fall an einen Ernährungsberater wenden, um eine Hilfestellung bei der Auswahl der richtigen Nahrungsmittel zu bekommen.

Ein weiterer Grund dafür, dass man sich fachkundige Unterstützung holen sollte, ist, dass es sich bei der Low-FODMAP-Diät um eine sehr einschränkende Kostform handelt. Als Dauerernährung ist sie nicht geeignet. Gerade gegen Ende der Diät, insbesondere dann, wenn sich die Symptome unter der Diät gebessert haben, trauen sich viele Patienten nicht, die Diät zu beenden. Es ist aber wichtig, die während der FODMAP-Diät verbotenen Lebensmittel auch wieder einzuführen. Deswegen sucht man sich hier wirklich am besten die Hilfe eines Ernährungsberaters, der einem dann auch wieder beim Einführen der Lebensmittel hilft.

Unabhängig davon empfehle ich bereits vor der Ernährungsumstellung auf eine Low-FODMAP-Kost das Führen eines Ernährungs- und Symptomprotokolls. Geschulte Ernährungstherapeuten können anhand dessen erkennen, welche Lebensmittelgruppen oder Lebensmitteln mit welchen Symptomen verknüpft sind. Das hilft nach Abschluss der FODMAP-armen Diät bei der Wiedereinführung von Lebensmitteln.

Wie lange sollte denn eine Low-FODMAP-Ernährung durchgeführt werden?

Das Ziel der Low-FODMAP-Ernährung ist die Beschwerdefreiheit, beziehungsweise die Symptomreduktion. Mit der Beschwerdefreiheit ist die Therapie jedoch noch nicht beendet. Im Anschluss an die Low-FODMAP-Ernährung, die maximal vier bis sechs Wochen durchgeführt werden sollte, schließt sich das sukzessive Wiedereinführen von Lebensmitteln an, um den Patienten wieder an eine normale Kost heranzuführen.

In Studien konnte gezeigt werden, dass auch bei Patienten, die sehr gut auf Low-FODMAP ansprachen und dadurch beschwerdefrei wurden, eine Wiedereinführung FODMAP-reicherer Lebensmittel sehr gut möglich ist. Diese Patienten blieben dann auch unter FODMAP-haltiger Kost beschwerdefrei.

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Warum eignet sich die Low-FODMAP-Ernährung nicht als dauerhafte Diät?

Bei einer Low-FODMAP-Diät werden einige wichtige Lebensmittelgruppen komplett aus dem Speiseplan eliminiert. Das heißt, man muss darauf achten, dass es nicht auch über diesen kurzen Zeitraum von vier bis sechs Wochen zu einem Nährstoffmangel kommt.
Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass die Low-FODMAP-Ernährung nicht unbedingt förderlich für die Darmflora ist, da unter dieser Ernährung eher das Wachstum der schädlichen, ungünstigen Darmbakterien gefördert wird. Zum Beispiel fördert gerade die Gruppe der Oligosaccharide, die während der Low-FODMAP-Ernährung weggelassen wird, das Wachstum von positiven Darmbakterien.

Nicht zu vernachlässigen ist aber auch wirklich die stark eingeschränkte Lebensqualität während einer Low-FODMAP-Ernährung. Es erfordert ein hohes Maß an Disziplin eine Low-FODMAP-Ernährung wirklich streng durchzuführen und eigentlich „normale“ Dinge, wie zum Beispiel Essen gehen oder Essen in der Kantine, sind in unter einer FODMAP-armen Diät unmöglich.

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