Mikrobiologische Therapie

Dr. med. Annette Jänsch zum Thema: Mikrobiologische Therapie: Was ist das?

Mikrobiologische Therapie: Was ist das?

Welche Mechanismen stecken hinter der mikrobiologischen Therapien bzw. wie wirkt sie?

Zunächst sollte man wissen: Bei allen Erkrankungen, bei denen die Schleimhaut involviert ist, spielen auch die Bakterien eine Rolle. Man spricht inzwischen nicht mehr isoliert von der Darmschleimhaut, der urogenitalen Schleimhaut oder der Bronchialschleimhaut, sondern vom sogenannten „Schleimhautorgan“. Das bedeutet, alles hängt zusammen. Jegliche Schleimhaut ist mit einem Schleimfilm überzogen und stellt eine Grenzfläche dar, die sehr komplexe Funktionen zu erfüllen hat. Die Schleimhaut des Darms muss z.B. einerseits Stoffe von außen aufnehmen und sortieren, d.h. sie hat eine Schleusenfunktion, aber andererseits müssen auch Stoffe aus dem Körperinneren in den Darm gelangen. Auch die anderen Schleimhäute haben ähnliche Aufgaben zu erfüllen.

Man weiß, dass bestimmte Keime benötigt werden, sogenannte mukonutritive Keime, die Schleim herstellen oder sich davon ernähren. Die mukonutritiven Keime, z.B. Fäkalibakterien oder Akkermansia, gewährleisten eine funktionierende Schleimproduktion und stellen sicher, dass der Schleim auch regelmäßig erneuert wird. Damit sie gut wachsen und sich vermehren können, benötigen diese Bakterien Ballaststoffe, insbesondere resistente Stärke.

Zusammenfassend kann man sagen: Die mikrobiologische Therapie wirkt über eine Stärkung des gesamten Schleimhautorgans.

Was versteht man unter „resistenter Stärke“?

Resistente Stärke ist ein Ballaststoff, den man schon lange kennt, der aber in letzter Zeit mehr in den Fokus gerückt ist. Gemeint ist, dass der Mensch diese Stärke nicht verstoffwechseln kann, so dass sie in die unteren Darmabschnitte gelangt und dort den Bakterien als Nahrung dient. Diese Bakterien können resistente Stärke verstoffwechseln und daraus kurzkettige Fettsäuren etc. herstellen.

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In welchen Nahrungsmitteln ist resistente Stärke enthalten?

Gute resistente Stärke ist z.B. in gekochten und dann abgekühlten Kartoffeln enthalten, ein klassischer Kartoffelsalat ist daher sehr gesund. Auch gekochte Weizennudeln und Reis, die dann kalt, als Nudelsalat oder Reissalat verzehrt werden, enthalten reichlich resistente Stärke. Unter anderem sind Formen der resistenten Stärke auch in ganzen oder grob gemahlenen Getreidekörnern und Hülsenfrüchten enthalten.

Bei allergischen oder entzündlichen Erkrankungen will man über die mikrobiologische Therapie immunmodulierend wirken.

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