Tight Junctions Leaky Gut

Prof. Dr. med. Thomas Frieling, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Neurogastroenterologie, Infektiologie, Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin am HELIOS Klinikum zu Tight Junctions und Leaky Gut!

Tight Junctions: Wie kommt es zum Leaky Gut?

Wie äußert es sich, wenn die Tight Junctions nicht dicht sind, bzw. ein Leaky Gut vorhanden ist?

Patienten mit einem Leaky Gut haben zum Beispiel Bauchbeschwerden wie Blähungen, Bauchkrämpfe, dünnflüssigere Stühle.

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Wie ermittelt man, ob das an einem Leaky Gut bzw. an nicht funktionierenden Tight Junctions liegt?

Um zu prüfen, ob die Tight Junction möglicherweise nicht dicht schließen, kann man einen Marker im Stuhl untersuchen. Dazu bestimmt man ein Eiweiß im Stuhl, das Calprotektin. Das Calprotektin wird im Blut gebildet und wenn eine vermehrte Darmdurchlässigkeit besteht, wird es leichter in das Darmlumen ausgeschieden. Ist der Calprotektin-Wert im Stuhl erhöht, ist dies also ein Hinweis auf undichte Tight Junctions bzw. einen Leaky Gut, vorausgesetzt es besteht keine Entzündung. Allerdings kann das Calprotektin im Stuhl auch unspezifisch erhöht sein – ein hochsensitiver Test ist das nicht.

Auch Aufnahmestörungen, das heißt, wenn bestimmte Nährstoffe nicht mehr richtig aufgenommen werden, können ein Hinweis auf einen Leaky Gut sein.
Zu einer umfassenden Diagnostik bei Verdacht auf Leaky Gut gehören zum Beispiel eine Endokapseluntersuchung des Dünndarms und die Entnahme von Dünndarmproben. Durch die Dünndarmproben ließe sich untersuchen, ob eventuell eine latente Entzündung besteht. Unter dem Mikroskop könnte man entzündliche Veränderungen der Darmschleimhaut nachweisen, die mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind.

 

Ist es möglich, undichte Tight Junctions bzw. einen Leaky Gut zu behandeln?

Bei 2/3 der Patienten gelingt es uns, dem Patienten zu einer besseren Lebensqualität zu verhelfen. Dabei ist es nicht die Beschwerdefreiheit das Therapieziel, sondern vielmehr ein besserer Umgang des Patienten mit der Erkrankung. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass man den Leaky Gut mit einem Medikament vollständig kontrollieren kann, da es Ausdruck eines an anderer Stelle bestehenden Problems ist. Wie gesagt, kann es auch durch Stress, über eine Aktivierung des Bauchhirns, zu einer Veränderung der Tight Junctions und damit zum Leaky Gut kommen.

Herr Prof. Frieling, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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