Reizdarmsyndrom Nahrungsmittelunverträglichkeiten Zusammenhänge

Oecotrophologin Jennifer Fritz, „iss gut - Praxis für Ernährungstherapie und –beratung“ in Düsseldorf zu den Zsammenhängen zwischen Reizdarmsyndrom und Nahrungsmittelunverträglichkeiten!

Reizdarmsyndrom? Nahrungsmittel-unverträglichkeiten? Gibt es Zusammenhänge?

Weiß man, was zuerst da war, das Reizdarmsyndrom oder die Nahrungsmittelunverträglichkeiten?

Leider nein, man weiß nicht, was zuerst da war. Das Reizdarmsyndrom gilt immer noch als nicht vollständig heilbar. Zwar können die Symptome wie Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung medikamentös und ernährungstherapeutisch reguliert werden, aber die Erkrankung und die Empfindlichkeit des Darms bleiben meist bestehen.

Ganz anders bei den Lebensmittelunverträglichkeiten, diese können bei entsprechender Ernährungstherapie mit jeweiligen Karrenzeiten so gut wie „verschwinden“.

Welche Therapieoptionen gibt es für Patienten, die sowohl ein Reizdarmsyndrom als auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten haben?

Da das Reizdarmsyndrom zahlreiche Ursachen hat, gibt es auch nicht eine einzig richtige Therapie. Die Behandlungsansätze orientieren sich an den Symptomen und um welchen Reizdarm-Typen es sich handelt. Man unterscheidet beim Reizdarm zwischen dem Durchfall-Typ (Diarrhoe-Typ), dem Verstopfungs-Typ (Obstipations-Typ), dem Schmerz-Typ, dem Wechsel von Durchfall und Verstopfung und dem Blähungs-Typ.

Abgesehen von eingesetzten Medikamenten gerade beim Reizdarmsyndrom, wie krampflösende Mittel, Mittel gegen Durchfall oder Verstopfung und Antidepressiva helfen im Bereich der Ernährungstherapie häufig Ballaststoff-Präparate wie Mittel aus Flohsamen, Probiotika, Verzicht auf Alkohol, Koffein, Rohkost, Salate, blähende Gemüsesorten (Kohlsorten, Zwiebeln, Lauch, Hülsenfrüchte wie Bohnen und Linsen), grobkörnige Getreidesorten und kohlensäurehaltige Getränke.

Bei Vorhandensein von zusätzlichen Unverträglichkeiten muss das entsprechende Kohlenhydrat (Fruktose, Laktose, Sorbit) oder Gluten vorerst in der Karenzphase von 3 bis 4 Wochen vollständig gemieden werden, um danach in der Aufbauphase die sogenannte individuelle Toleranzgrenze mit den entsprechenden Lebensmitteln auszutesten.

Begleitend und unterstützend dazu ist es ratsam, Stress, gerade beim Essen, zu vermeiden, sowie eher kleinere Mahlzeiten bzw. Portionen über Tag verteilt zu essen, anstatt eine große Portion zu sich zu nehmen. Ebenfalls wichtig ist es, ausreichend Flüssigkeit zu trinken und sich ausreichend zu bewegen. Schnelles Essen und hastiges Schlucken sollten zusätzlich dabei Tabu sein.

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Gibt es Möglichkeiten, akute Symptome zu lindern?

Akute Symptome werden meistens medikamentös gelöst und können kurzfristig eingenommen werden.

Die entspannende Wirkung von Wärme, z.B. mit Hilfe einer Wärmflasche oder durch ein Entspannungsbad, hilft meistens unterstützend.
Gegen Blähungen helfen auch pflanzliche Mittel, z.B. Kümmel, Fenchel, Anis in Form von Tees etc..

Vermeidung von Stress, Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Yoga oder progressive Muskelrelaxation helfen, Stress zu bewältigen und zur Ruhe zu kommen.

Frau Fritz, herzlichen Dank für dieses Interview!

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