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Psoriasis am Kopf: Was tun?

Psoriasis am Kopf
Was ist eine Psoriasis am Kopf und was hilft? Bildquelle: canva professor 25, andrey popov

Psoriasis, die man auch Schuppenflechte nennt, kann sich an verschiedenen Bereichen des Körpers ausprägen. Etwa 1,5 bis 2 Prozent der Deutschen leiden an der Autoimmunerkrankung Psoriasis. Sehr häufig befinden sich die schuppenden Hautareale auf der behaarten Kopfhaut. Diese ist möglicherweise sogar der häufigste Manifestationsort der Psoriasis. Es gibt verschiedene Arten der Psoriasis. Die Form der Schuppenflechte, die sich zumindest zu 80 Prozent auf der Kopfhaut befindet, bezeichnet man als Psoriasis der Kopfhaut, das heißt in der Fachsprache Psoriasis capillitii oder Psoriasis capitis.

Autor: Dr. med. Anna Eger

 

Schuppenflechte am Kopf: Die wichtigsten Fakten!

Schuppenflechte ist eine entzündliche Autoimmunerkrankung, die nicht nur die Haut betrifft

Psoriasis am Kopf gilt als eine eigenständige Form der Schuppenflechte

Es gibt verschiedene Triggerfaktoren, die eine Psoriasis capitis auslösen oder verschlimmern können

Charakteristisch für Schuppenflechte an der Kopfhaut sind scharf begrenzte, dunkelrote erhabene Hautveränderungen mit schuppiger Auflage

Kinder sind weniger häufig von Schuppenflechte an der Kopfhaut betroffen als Erwachsene

Die Diagnose einer Psoriasis am Kopf wird durch einen Hautarzt aufgrund des klinischen Bildes gestellt

Schuppenflechte am Kopf wird als schwer behandelbare Form der Schuppenflechte angesehenl

 

Was passiert bei Schuppenflechte im Körper?

Schuppenflechte ist keine ansteckende Erkrankung. Es handelt sich bei der Psoriasis um eine entzündliche Autoimmunerkrankung, die nicht nur die Haut, sondern auch den gesamten Körper betrifft. Das heißt, dass das Immunsystem das körpereigene Gewebe bekämpft. Bestimmte Immunzellen, sogenannte T-Lymphozyten, werden aktiviert, interagieren in den Lymphknoten und wandern dann in die Haut zurück um dort über verschiedene Mechanismen verschiedene Zellarten der Haut stimulieren. Dann findet ein übermäßiges Wachstum dieser Zellen statt. Außerdem wandern Entzündungszellen in die Haut ein und halten eine entzündliche Reaktion aufrecht.

Ursachen: Wie kommt es zu Schuppenflechte am Kopf?

Die genauen Ursachen speziell der Schuppenflechte auf dem Kopf kennt man nicht. Wenn man die Haut-Läsionen unter dem Mikroskop betrachtet, lassen sich ähnliche Phänomene nachweisen wie bei der Psoriasis des restlichen Körpers. Der Haarapparat scheint nicht ursächlich beteiligt zu sein. Eine spezielle Keimbesiedlung mit Malazessia furfur scheint bei Schuppenflechte am Kopf ein aktivierender Faktor zu sein. Es spielen vermutlich auch die hohe Haardichte, Juckreiz und Kratzeffekte eine Rolle als irritierende Faktoren. Wie bei vielen autoimmun vermittelten Erkrankungen ist eine erbliche Komponente, also eine familiäre Veranlagung, oftmals an der Krankheitsentstehung beteiligt. Generell sind Kinder nicht gleichermaßen wie Erwachsene von Psoriasis betroffen, denn die Häufigkeit von Schuppenflechte ist im Kindesalter geringer.

Welche Auslöser gibt es für die Psoriasis am Kopf?

Liegt die Veranlagung für eine Psoriasis vor, dann genügt das Vorhandensein eines oder mehrerer Triggerfaktoren als Auslöser für den Ausbruch oder die Verschlimmerung der Hauterkrankung.

Mögliche Auslöser für die Entwicklung von Psoriasis am Kopf sind:

  • Medikamente, insbesondere Betablocker, ACE-Hemmer, Lithium u.a.
  • Klimaänderung
  • Infektionskrankheiten, insbesondere HIV und Streptokokken-Infektion
  • Hautschäden wie Verletzungen, Verbrennung oder Sonnenbrand
  • Hormonumstellung
  • Stress, seelische Belastungssituation
  • Alkohol- oder Tabakkonsum
  • Fettleibigkeit

Symptome: Wie sieht Schuppenflechte am Kopf aus?

Psoriasis capitis, Schuppenflechte am Kopf, betrifft in erster Linie die behaarte Kopfhaut. Die Läsionen können sich aber auch am Haaransatz an der Stirn, seitlich und am Hinterkopf auf die unbehaarte Haut auch am Nacken ausbreiten. Dieses Merkmal grenzt die Schuppenflechte am Kopf vom seborrhoischen Ekzem der Kopfhaut ab. Auch an beziehungsweise zwischen den Augenbrauen oder an den Nasolabialfalten kann Psoriasis am Kopf auftreten, allerdings sind diese Bereiche im Gesicht häufiger von seborrhoischer Dermatitis betroffen als von Psoriasis. Schuppenflechte kann auch das Ohr betreffen oder am Nacken auftreten.

Anfangsstadium: Wie sieht eine beginnende Schuppenflechte am Kopf aus?

Im Anfangsstadium erkennt man meistens scharf begrenzte, stark schuppende Plaques, die oftmals jucken. Diese Hautstellen bei einer beginnenden Schuppenflechte sind kräftig rot und die Schuppen haften fest und sehen weiß trocken oder auch gelblich schmierig aus. Seltene Formen können auch mit Pustelbildung einhergehen.

Fortgeschrittenes Stadium: Wie sieht eine ausgeprägte Psoriasis auf der Kopfhaut aus?

Im fortgeschrittenen Stadium können die schuppigen Ablagerungen an den Haarschäften anhaften. Bei solch einer ausgeprägten Psoriasis kann es dann auch zu einem relevanten Haarausfall kommen. Dieser kann reversibel sein, das heißt, das Haar kann wieder nachwachsen, es kann aber auch zu einer Narbenbildung und Alopezie führen.

Schuppenflechte am Kopf bei Kindern

Häufige Regionen der Psoriasis am Kopf im Kindesalter sind teilweise etwas anders als bei Erwachsenen.

Schuppenflechte am Kopf bei Kindern kann außerdem an folgenden Bereichen auftreten:

  • Falten hinter den Ohren
  • Äußerer Gehörgang
  • Innerer Teil der Augenlider, insbesondere an den Oberlidern
  • Gesicht, zum Beispiel um den Mund herum

Welche Symptome zeigen sich bei Psoriasis am Kopf?

Die scharf-roten verdickten Hauterscheinungen der Psoriasis mit ihren silbrigen Schuppen können asymptomatisch sein. Sie können aber auch mit Juckreiz und, durch Kratzeffekte, bei denen zusätzliche Läsionen entstehen, mit Schmerzen verbunden sein. Wie bereits erwähnt, kann im fortgeschrittenen Stadium auch Haarausfall auftreten.

Hautprobleme am Kopf, aber nicht Psoriasis, was sind ähnliche Erkrankungen und was kann es sonst sein?

Die Diagnose der Schuppenflechte am Kopf stellt der Arzt in der Regel auf Grundlage des klinischen Bildes und des Verteilungsmusters der Hautveränderungen. Nur selten wird eine Hautbiopsie durchgeführt. Es gibt eine Reihe an Erkrankungen, die zu ähnlichen Erscheinungen an der Haut, auch auf der Kopfhaut, führen können.

Bei Hautveränderungen am Kopf können auch folgende Erkrankungen die Ursache sein:

  • Neurodermitis, atopische Dermatitis
  • Allergisches Kontaktekzem
  • Seborrhoische Dermatitis
  • Pilzinfektionen der Haut, wie die Ringelflechte oder Tinea capitis
  • Röschenflechte, medizinisch Pityriasis rosea
  • Knötchenflechte, medizinisch Lichen ruber planus
  • Lupus erythematodes der Haut
  • Selten bösartige Hauterkrankungen, wie Morbus Bowen
  • Selten Hauterscheinungen bei Syphilis

Bei Kindern sind besonders häufige Differentialdiagnosen für die Schuppenflechte am Kopf:

  • Tinea corporis
  • atopisches Ekzem
  • seborrhoisches Ekzem

Die beste Therapie bei Psoriasis am Kopf: Wie kriegt man Schuppenflechte am Kopf weg?

Psoriasis auf der Kopfhaut zu behandeln stellt eine besondere Herausforderung dar. Von den Medizinern wird die Psoriasis capitis generell als „schwierig zu behandeln“ eingeordnet. Sie bedarf in der Regel einer längeren Therapiedauer, bis hin zu mehreren Monaten. Die Haare behindern sowohl die Applikation der topischen Substanzen, als auch die Ablösung der Schuppen. Außerdem halten sie UV-Licht von der Haut ab, das sonst in Form der UV-Lichttherapie bei Psoriasis angewendet werden kann. Psoriasis am Kopf zu behandeln erfordert einerseits die konsequente Behandlung der Entzündungsreaktion und andererseits die Normalisierung der Kopfhaut mit Reduzierung der Schuppen. Das beste Mittel gegen Schuppenflechte auf der Kopfhaut hängt von dem betroffenen Hautareal und der Schwere der Hautveränderungen ab.

Schuppenaufweichende Maßnahmen bei Psoriasis am Kopf

Um die Psoriasis-Herde effektiv behandeln zu können, ist es notwendig zunächst den „Schuppenpanzer“ zu bekämpfen.

Für diesen Zweck werden unter anderem die folgenden Wirkstoffe eingesetzt:

  • Salicylsäure
  • Vitamin-A-Derivate
  • Harnstoff
  • Milchsäure

Salicylsäure bei Schuppenflechte am Kopf

Um die Schuppen aufzuweichen und zu lösen, kann abends beispielsweise 10prozentige Salicylsäure in Olivenöl gründlich in die Kopfhaut eingerieben werden. Über Nacht deckt man das Ganze mit einer Badekappe ab, um das Einwirken zu verbessern und die Bettwäsche zu schützen. Morgens wird dann alles mit einem Teershampoo ausgewaschen. Teerpräparate werden aus Schieferölen gewonnen. Sie haben neben erweichenden Eigenschaften auch antibakterielle, antimykotische und entzündungsmodulierende Eigenschaften. Es gibt auch andere salicylsäurehaltige Gele, Shampoos oder ölige Lösungen, die nicht über Nacht einwirken gelassen, sondern nach 20 bis 30 Minuten wieder ausgespült werden.

Dicaprylpylcarbonat und Dimethicon bei Schuppenflechte am Kopf

Ein anderer abschuppender Wirkstoff ist eine Lösung aus Dicaprylpylcarbonat und Dimethicon. Es handelt sich dabei um eine Mischung aus einem Fettsäureester und einem Silikonöl, die unter die Schuppen eindringt und den ganzen Zellverband infiltriert.

Milchsäure und Harnstoff bei Schuppenflechte am Kopf

Milchsäurehaltige und harnstoffhaltige Produkte haben ebenso schuppenlösende Eigenschaften. Sie wirken zusätzlich noch feuchtigkeitsfördernd. Sie können als Nebenwirkungen aber auch hautreizende Effekte haben.

Vitamin-A-Derivate bei Schuppenflechte am Kopf

Vitamin-A-Derivate gibt es als Lösungen oder Emulsionen, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Tazaroten. Dieses sollte einmal am Tag aufgetragen werden.

Entzündungshemmende topische Therapie der Psoriasis am Kopf

Im Allgemeinen ist es empfehlenswert, in die Kopfhaut regelmäßig vorübergehend eine Öl-Wasser-Emulsion einzumassieren. Zusätzlich ist aber unbedingt die Therapie der entzündlichen Prozesse in der Haut notwendig. 

Für die antientzündliche Behandlung der Schuppenflechte am Kopf stehen als Wirkstoffe zur Verfügung:

  • Vitamin-D-Derivate
  • Fumarsäureester
  • Dithranol (Anthralin)
  • Topische Glucocorticoide

Calcipotriol bei Schuppenflechte am Kopf

Ein bewährter Wirkstoff aus der Gruppe der Vitamin-D-Derivate ist Calcipotriol. Calcipotriol bewirkt einen nachhaltigen immunsuppressiven Effekt auf die Haut und ist als Lösung auf die Kopfhaut aufgetragen gut verträglich. Für Kinder ist es jedoch in Deutschland nicht zugelassen. Bei mittelschwerem bis schweren Befall eignet sich Calcipotriol auch sehr gut zur Kombination mit anderen Mitteln wie Salicylsäure, Teer, Dithranol oder topischen Glucocorticoiden wie Betamethasondiproprionat.

Dithranol bei Schuppenflechte am Kopf

Dithranol hat neben seinen entzündungshemmenden auch antiproliferative, das heißt wachstumshemmende, Eigenschaften. Es gibt Präparate, die 1 bis 2 mal pro Woche für 7 bis 8 Stunden angewendet werden, aber auch Präparate für kürzere Anwendung von 2 bis 3 Stunden. Allerdings kann Dithranol zu Hautreizungen und Verfärbungen von Haaren und Kleidung führen. Die Anwendung erfordert besondere Vorsicht.

Kortison bei Schuppenflechte am Kopf

Bei mittelstarkem bis starken Befall der Kopfhaut können mittelstarke Glucocorticoide in einer Gel- oder Öl-Basis notwendig werden, die man beispielsweise über Nacht unter Folienabdeckung einwirken lässt. Bewährte Wirkstoffe hierfür sind Dexamethason 0,1 Prozent, Clobetasol 0,05 Prozent oder Triamcinolon 0,1 Prozent. Es stehen außerdem verschiedene steroidhaltige Shampoos, teilweise in Kombination mit anderen der genannten Wirkstoffe, zur Verfügung.

Systemische Therapie mit Medikamenten zum Einnehmen

Kopfhautplaques der Psoriasis sprechen nicht auf die herkömmliche systemische Therapie der Schuppenflechte am Körper an. Wenn die topischen Therapiemaßnahmen keinen ausreichenden Behandlungseffekt erzielen, dann muss eine systemische Behandlung erwogen werden. Gerade bei dichtem und langem Haar sind manchmal nur unter fast unmöglichem Behandlungsaufwand mittels der lokalen Therapie zufriedenstellende Ergebnisse erzielbar.

Wirkstoffe zum Einnehmen, die für die therapieresistente Psoriasis capitis eingesetzt werden können, sind:

  • Dimethylfumarat (ein Fumarsäureester)
  • Acitretin (ein Vitamin-A-Derivat)
  • Secukinumab (ein Wirkstoff aus der Gruppe der Biologika)

Dimethylfumarat bei Schuppenflechte am Kopf

Fumarsäureester wirken immunmodulierend, entzündungshemmend und neuroprotektiv, das heißt „nervenschützend“. Es wird auch in der Behandlung der Multiplen Sklerose eingesetzt.

Acitretin bei Schuppenflechte am Kopf

Acitretin kommt bei schweren Verhornungsstörungen der Haut zum Einsatz. Es wird normalerweise einmal täglich mit einer Mahlzeit oder mit Milch eingenommen. Zu beachten ist seine fruchtschädigende Wirkung, weshalb es bei schwangeren Frauen oder Frauen im gebärfähigen Alter nicht eingesetzt werden darf.

Biologika bei Schuppenflechte am Kopf

In speziellen Fällen ist möglicherweise nach gründlicher Abwägung eine alternative geeignete systemische Therapie wie bei der Psoriasis vulgaris zu erwägen. Gute therapeutische Effekte konnte eine Studie beispielsweise für den monoklonalen Antikörper Secukinumab bei schwerer Psoriasis der Kopfhaut zeigen.

Was ist bei Babys, Kleinkindern, Kindern mit Psoriasis am Kopf die beste Therapie?

Bei Kindern mit Psoriasis gibt es einige Besonderheiten in Bezug auf die Therapie mit den verschiedenen Wirkstoffen, da die Resorption über die kindliche Haut deutlich höher ist als bei Erwachsenen.

Milchsäure, Dimeticon, Salicylsäure bei Babys und Kindern mit Psoriasis

Um die Schuppen aufzuweichen, können bei Babys, Kleinkindern und Kindern Milchsäure und Dimeticon gut angewendet werden. Salicylsäure sollte man im Kindesalter sehr sparsam einsetzen, da es leicht zu Überdosierungen kommen kann, die gefährlich werden können. Bei Babys und Kleinkindern unter zwei Jahren dürfen salicylsäurehaltige Präparate nicht eingesetzt werden.

Calcineurininhibitoren bei Babys und Kindern mit Psoriasis

Als Creme, die bei Psoriasis im Gesicht hilft, können bei Kindern Calcineurininhibitoren, allerdings im off-label-use, eingesetzt werden. Sie können jedoch nach dem Auftragen etwas brennen.

Salicylfreie Dithranol-Produkte bei Babys und Kindern mit Psoriasis

Darüber hinaus können salicylfreie Dithranol-Produkte auch bei Kindern mit Psoriasis am Kopf zum Einsatz kommen. Jedoch können auch hier die hautreizenden Eigenschaften ein begrenzender Faktor sein. Diese Therapie darf auch nur unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle durchgeführt werden. Eine offizielle Zulassung bei Kindern fehlt derzeit noch, die Therapie wird aber in den Leitlinien für Kinder über ein Jahr im stationären oder tagesstationären Bereich empfohlen.

Kortison bei Babys und Kindern mit Psoriasis

Topische Kortokoide, also Kortison, sollten bei Kindern möglichst vermieden oder nur sehr kurzzeitig und kleinflächig eingesetzt werden. Aufgrund der relativ größeren Körperoberfläche ist das Risiko für eine Aufnahme ins Blut mit Nebenwirkungen im ganzen Körper sonst relativ hoch. Manchmal sind insbesondere aber an der Kopfhaut oder im Gesicht hochpotente Glukokortikoide notwendig. Dann ist aber darauf zu achten, dass sie grundsätzlich ausgeschlichen werden müssen, um ein erneutes Wiederaufflammen zu vermeiden.

Teerpräparate bei Babys und Kindern mit Psoriasis

Für Teerpräparate gibt es nur für einzelne eine Zulassung ab dem 12. Lebensjahr. Es sollte jedoch nie eine Langzeitanwendung erfolgen, da einige enthaltene Verbindungen krebserregend sein können.

Topische Vitamin-A-Derivate bei Babys und Kindern mit Psoriasis

Topische Vitamin-A-Derivate sind für Kinder nicht zugelassen, für topische Vitamin-D-Derivate gelten eingeschränkte Zulassungsbedingungen.

Welche Therapie sollte man bei Psoriasis am Kopf auf keinen Fall anwenden?

Auf keinen Fall sollten Patienten mit Schuppenflechte am Kopf eigenständige Therapieversuche durchführen, die nicht mit dem Hautarzt oder zumindest dem Hausarzt abgesprochen sind. Ganz im Allgemeinen gibt es Dinge, die man mit Psoriasis capitis NICHT tun sollte.

Auf keinen Fall sollte man bei Psoriasis:

  • Die Haare heiß föhnen
  • Aggressive Pflege- oder Stylingprodukte verwenden
  • Dauerwellen machen lassen
  • Harte Bürsten oder Kämme verwenden
  • Chemische Haarfärbemittel oder Tönungen verwenden
  • Kratzen auf der Kopfhaut

Generell wäre es am besten, als Patient mit Schuppenflechtenbefall an der Kopfhaut auf Schaumfestiger, Haarspray, Haarwachs und ähnliche potentiell reizende Stylingprodukte zu verzichten. Ebenso sollten duftstoffhaltige Shampoos und Pflegespülungen sowie chemische Haarfärbemittel vermieden werden.

Welches Shampoo kann man nehmen bei Psoriasis auf der Kopfhaut?

Zur Reinigung und Pflege der Haare sollte man bei Psoriasis auf ein mildes Shampoo ohne irritierende Inhaltsstoffe zurückgreifen. Optimal ist es, wenn die Haarwasch-Produkte Harnstoff und Milchsäure als feuchtigkeitsspendende Faktoren beinhalten. Es gibt auch Shampoos, die Polidocanol gegen den Juckreiz enthalten.

Die richtige Ernährung bei Psoriasis am Kopf?

Prinzipiell gibt es keine einheitlichen konkreten Empfehlungen zur Ernährung bei Schuppenflechte am Kopf. Es existiert zumindest keine wissenschaftlich begründete Psoriasis-Diät. Eine ausgewogene vollwertige Ernährung steigert das allgemeine Wohlbefinden und senkt das Risiko für Begleiterkrankungen. Bestimmte Nahrungsmittel sind reich an Arachidonsäure, einem entzündungsfördernden Stoff. Arachidonsäure ist reichlich in Wurst, fettigem Fleisch, Sahne, Butter und Eiern enthalten. Deshalb zeigt eine vegetarische Ernährung manchmal eine Stabilisierung der entzündlichen Hautläsionen. Umgekehrt kann die Aufnahme von mehrfach ungesättigten Fettsäuren einen positiven Effekt zeigen. Diese befinden sich in Makrele, Hering, Lachs, Lein- oder Rapsöl. Ganz allgemein gilt es, Übergewicht und Alkoholkonsum zu vermeiden.

Alternative Heilmethoden bei Psoriasis am Kopf

Die Naturheilkunde sieht die Schuppenflechte nicht als alleinige Hauterkrankung an, sondern als ein Zeichen eines überlasteten Immunsystems oder der Störung innerer Organe. Auf dieser Annahme basierend werden verschiedene naturheilkundliche alternative Verfahren angeboten, wobei für die meisten kein wissenschaftlich fundierter Wirkungsnachweis vorliegt. Ein Beispiel hierfür ist ein homöopathisches Mittel mit einem Wirkstoff namens Berberin aus der Mahonie.

Als weiteres Naturheilmittel kann als Ersatz für das Standard-Teershampoo eine 5-prozentige Steinkohleteerlösung verwendet werden. Auch Zubereitungen aus sulfonierten Ölen aus schwefelreichem Schiefer sind als gebrauchsfertige Lösung erhältlich.

Stiefmütterchenkraut als Tee oder Aufguss zur Durchführung von Waschungen kann zum Abheilungsprozess der Schuppenplaques auf der Kopfhaut beitragen. Stiefmütterchen enthalten unter anderem Salicylsäurederivate und sind als traditionelles pflanzliches Arzneimittel anerkannt.

Um die trockene Kopfhaut geschmeidig zu machen, können Jojobaöl, Mandelöl oder Sheabutter verwendet werden.

Quellen:

S2k-Leitlinie Therapie der Psoriasis bei Kindern und Jugendlichen; AWMF-Register-Nr.: 013-094; 2018 (Abruf 01.05.2023)

P. Altmeyer: Psoriasis capitis; in Altmeyers Enzyklopädie; zuletzt aktualisiert 01.12.2022; https://www.altmeyers.org/en/dermatology/psoriasis-capitis-120923 (Abruf 01.05.2023)

Kopfhaut-Psoriasis: Calcipotriol als Lösung; in Deutsche Apotheker Zeitung; DAZ 1998; Nr.21, S. 44; 17.05.1998; https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/1998/daz-21-1998/uid-3377 (Abruf 01.05.2023)

Ch. Claes et al: Therapie der mittelschweren und schweren Psoriasis; Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information; Köln, 2006 (Abruf 01.05.2023)

S. Das: Psoriasis; MSD Manual, Ausgabe für medizinische Fachkreise; zuletzt überarbeitet 08/2021; https://www.msdmanuals.com/de/profi/erkrankungen-der-haut/psoriasis-und-schuppenkrankheiten-scaling-diseases/psoriasis (Abruf 01.05.2023)

P.-G. Sator: Psoriasis vulgaris; in: Österreichische Ärztezeitung; 15. Juli 2022; (Abruf 01.05.2023)

Arzneipflanzenlexikon: Stiefmütterchen; https://arzneipflanzenlexikon.info/stiefmuetterchen.php (Abruf 01.05.2023)

Wichtiger Hinweis

Unsere Beiträge beinhalten lediglich allgemeine Informationen und Hinweise. Sie dienen nicht der Selbstdiagnose, Selbstbehandlung oder Selbstmedikation und ersetzen nicht den Arztbesuch. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

09. Mai 2023

Autor: S. Jossé/A.Eger, www.mein-allergie-portal.com

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