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Advertorial
Prof. Markus Rose zum Thema: Präbiotika Probiotika Synbiotika Allergien

Prof. Markus Rose zum Thema: Präbiotika, Probiotika, Synbiotika: Schützen sie vor Allergien?

Präbiotika, Probiotika, Synbiotika: Schützen sie vor Allergien?

Welche Wirkmechanismen könnten bei den möglichen Wechselwirkungen zwischen Präbiotika und Probiotika und allergischen Erkrankungen eine Rolle spielen?

Prä- und Probiotika haben immunmodulatorische Effekte, das heißt, sie verbessern gleichzeitig das Abwehrsystem und hemmen Entzündungen. Dies geschieht über eine verminderte Aufnahme von Allergenen und Krankheitserregern über den Darm und die Stimulierung von Abwehrzellen, zum Beispiel Fresszellen/Phagozyten. Gleichzeitig kommt es zu einer Förderung der Abwehrkräfte durch den Anstieg von Immunglobulin A, einem für die Schleimhaut wichtigen Abwehrstoff, einer Runterregulierung entzündungsfördernder Botenstoffe und einer Begünstigung entzündungshemmender Signalstoffe. Haben Säuglinge vermehrt „gute“ Bifidobakterien im Stuhl, haben sie im Verlauf weniger Asthma und allergische Hautprobleme. Hierbei können sogar Immunzellen so umprogrammiert werden, dass sie langfristig nachhaltige positive Effekte entfalten.

Auch sind förderliche Einflüsse auf den Stoffwechsel beschrieben: Große Studien beobachteten unter probiotischer Nahrungsergänzung eine verbesserte Verdauung und eine verbesserte Aufnahme von Mineralien und Vitaminen, die Senkung des Blutzuckerspiegels, antioxidative Effekte und eine Verbesserung der Leberleistung. Da Fehlernährung und Übergewicht oft mit allergischen Erkrankungen einhergehen, sind hier doppelte Nutzen denkbar.

Experten diskutieren auch über die Potentiale einer Kombination von Probiotika und der allergenspezifischen Immuntherapie (ASIT) ...

Die Kombination von Probiotika und allergenspezifischer Immuntherapie („Hyposensibilisierung“) ist der plausible Ansatz, ähnliche immunologische Wirkmechanismen synergistisch, das heißt „sich gegenseitig verstärkend“, einzusetzen. Erste Studien zeigen mögliche Erfolge für diesen eleganten Ansatz.

Woran wird zurzeit im Hinblick auf den Zusammenhang von Präbiotika, Probiotika und Allergien geforscht?

Kommensale Bakterien gelten mittlerweile als zentrales Element menschlicher Gesundheit wie auch der Krankheitsentstehung. Aktuell gibt es Forschungsansätze zum Einsatz von Probiotika in der Dermatologie, wo nicht nur die Darm-Haut-Achse untersucht wird, sondern die Möglichkeit, über probiotische Nahrungsergänzung oder topische Anwendung das Haut- und Schleimhaut-Mikrobiom zu verbessern.Unser Hautmikrobiom steht in ständigem Austausch mit der Hautbarriere und dem kutanen Immunsystem. Die bei atopischer Dermatitis beobachtete Dysbiose mit erhöhte Keimlast von Staphylococcus aureus und einer Verringerung kommensaler Hautbakterien ist ein gutes Modell, den Einfluss der Dysbiose und des kutanen Mikrobioms auf die Entstehung und den Verlauf des atopischen Ekzems zu verstehen. Mittels moderner Sequenzierungsmethoden wird hier derzeit die entsprechende Pathogenese entschlüsselt und nach Kandidaten an Mikroorganismen gesucht, die als Intervention geeignet sind. Amerikanische Forscher arbeiten zudem an “Hautbakterien-Transplantationen”, um mittels dieser Bakterientherapie als weitere Option ein gesundes Mikrobiom herzustellen.

Bei den Präbiotika gibt es interessante Ansätze zu humanen Milch-Oligosacchariden (HMOs), deren Verabreichung bei gesunden Kindern zu weniger Bronchitis-Episoden als bei den unbehandelten Placebo-Gruppen führte.

Die Zukunft sind sogenannte „Post-Biotika”. Dabei werden immunologisch wirksame Zellwandbestandteile der probiotischen Mikroorganismen künstlich hergestellt und in standardisierter Form, zum Beispiel bei allergischen Hauterkrankungen, verabreicht.

Eine Verbesserung der Verdauung, antientzündliche, abwehrfördernde und allergiehemmende Effekte sind schon heute ein Grund, den vorbeugenden Einsatz wie auch eine Mitbehandlung mit Prä- und Probiotika zu erwägen. Auch wenn es noch keine durchgängigen Beweise für generelle förderliche Wirkungen gibt, so kann doch bei chronischen Beschwerden, insbesondere bei Hinweisen auf ein gestörtes Mikrobiom eine mindestens achtwöchige prä- und/oder probiotische Nahrungsergänzung sinnvoll sein.

Können Sie von eigenen Erfahrungen zum Einsatz von Präbiotika, Probiotika und Synbiotika bei atopischen Erkrankungen aus Ihrer Praxis berichten?

Gerne – ich setze in meiner Sprechstunde entsprechende Präparate indikationsbezogen ein. Kinder und Jugendliche mit allergischer Rhinonjunktivitis („Heuschnupfen“) erhalten beispielsweise eine symbiotische Kombination aus Bifidobacterium lactis, Lactobacillus acidophilus und Fructo-Oligosacchariden, worunter sie mir berichten, dass sie weniger Antihistaminika brauchen. Bei Patienten mit atopischer Dermatitis erlebe ich gute Verbesserungen des Beschwerdebildes durch Synbiotika kombiniert mit Vitamin D. Und auch zur Verstärkung der allergenspezifischen Immuntherapie („Hyposensibilisierung“) können probiotische Nahrungsergänzungen sinnvoll sein.

Herr Prof. Rose, herzlichen Dank für dieses Interview!

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