Allergie Gräserpollen Allergene Diagnose Therapie

Prof. Dr. med. Karl Hörmann, Direktor Univ. HNO-Klinik und Präsident der Deutschen HNO-Akademie, Universitätsklinikum Mannheim

Allergie auf Gräserpollen: Allergene, Diagnosemethoden, Therapien!

Die Allergie auf Gräserpollen ist neben Baumpollen eine der häufigsten Pollenallergien. Relevante Auslöser von Pollenallergien sind insbesondere die Süßgräser, aber es gibt auch noch andere, weniger geläufige Gräserpollenarten, die Allergikern Probleme bereiten können. MeinAllergiePortal sprach mit Prof. Dr. med. Karl Hörmann, Direktor Univ. HNO-Klinik und Präsident der Deutschen HNO-Akademie, Universitätsklinikum Mannheim über die Gräserpollen-Allergie, Diagnosemethoden und Therapien.

Herr Prof. Hörmann, wie häufig sind Allergien auf Gräserpollen?

Um die Frage zunächst allgemein zu beantworten, sollte erwähnt werden, dass die Lebenszeitprävalenz allergischer Erkrankungen für Heuschnupfen (Pollinosis) bei 14,8 Prozent, für Asthma bronchiale bei 8,6 Prozent, Kontaktekzeme bei 8,1 Prozent, Nahrungsmittelallergien bei 4,7 Prozent, für Neurodermitis und Urtikaria bei 3,5 Prozent und für Insektengiftallergien bei ca. 2,8 Prozent liegt.

Die durch Aeroallergene induzierte allergische Rhinitis lässt sich mehrheitlich auf Baum – und Gräserpollen zurückführen. Mit rund 70 Prozent stellen Birkenpollen die wichtigsten allergenen Pollen dar, gefolgt von Gräser– und Beifußpollen, in den letzten Jahren auf dem Vormarsch sind zusätzlich Ambrosiapollen. Eine weitere Unterteilung der Häufigkeiten einzelner Gräserpollen ist jedoch bislang nicht weiter von Interesse gewesen.


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 lebenszeitpraevalenzen von asthma atopischen und anderen allergischen erkrankungen nach geschlecht und altersgruppeLebenszeitprävalenzen von Asthma bronchiale und anderen atopischen und allergischen Erkrankungen nach Geschlecht und Altersgruppen, Quelle: Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz 5/6 · 2013 U. Lang


Welche Gräserpollenarten können eine Allergie auslösen, wie verbreitet sind sie in Deutschland bzw. in Europa und wann blühen Sie? 

Es gibt etwa 8000 Gräserarten. Sie kommen auf Wiesen, Rasen und Weiden vor und verbreiten sich auch über Landesgrenzen hinweg aus. Die häufigste und im Zusammenhang mit einer Gräserallergie relevanteste Pflanzenfamilie, ist die der Süßgräser. Die Süßgräser (Gramineae) sind in Deutschland, Mittel– und Nordeuropa, sowie in Nordamerika weit verbreitet.

Zu den Süßgräsern zählen:

•    Ruchgras

•    Knäuelgras

•    Lolchgras

•    Wiesenlieschgras

•    Wiesenrispengras

•    Getreide

Roggenpollen gehören zu den häufigsten Auslösern einer Gräserpollenallergie und somit zu den häufigsten Allergenen überhaupt. Der Roggenpollen gilt als der aggressivste Allergenträger unter den Gräsern in Europa. Die weit verbreitete Kulturpflanze produziert bis zu 21 Mio. Pollenkörner.

Auch Glatthafer erzeugt mit bis zu 3,7 Mio. Pollen pro Pflanze relativ viele Pollen und ist zusammen mit den Pollen des Hundszahngrases (hohe allergene Potenz jedoch erstaunlicherweise niedrige Kreuzallergenität) und des Straußgrases, sowie weiteren Gräsern von sehr hoher allergener Bedeutung.

Gerstenpollen, die in Deutschland als Aeroallergene kaum eine Rolle spielen, gehören in den Mittelmeerländern zu den häufigsten und aggressivsten Heuschnupfen – Auslösern.

Auch Mais gehört zur Familie der Gräser. Seine Pollen sind zwar aggressiv, haben aber aufgrund der Größe und der klebrigen Beschaffenheit der Fäden nur einen unwesentlichen Pollenflug. In der unmittelbaren Nähe von Maisfeldern können jedoch ausreichende Allergen - Konzentrationen erreicht werden.

Beifußpollen stellen nicht nur das häufigste Kräuterpollenallergen dar, sondern sind auch aufgrund der starken Kreuzallergenität von immenser Bedeutung. Diese besteht zu anderen Kräuterpollen, wobei Beifuß als Leitallergen angesehen wird.

Außerdem von Bedeutung ist die Tatsache, dass die Beifußpollenallergie häufig auch mit nutritiven Allergien auftritt, wie z.B. beim Kräuter–Gewürz–Syndrom oder beim Sellerie–Beifuß–Gewürz–Syndrom. Zu allergischen Reaktionen kann es  z.B. auch auf Anis, Curry, Fenchel, Kamille, Karotte, Knoblauch, Koriander, Kümmel, Lorbeer, Paprika, Pfeffer, Sellerie, Senf etc. kommen.

Ein weiteres wichtiges Kräuterpollenallergen stammt vom Ragweed, der sich, wie bereits erwähnt, in Deutschland und Mitteleuropa stark auf dem Vormarsch befindet. Relevante Bestände sind hierbei: Bayern, Rheintal im Rhein–Main–Gebiet, Großraum Berlin/Brandenburg, sowie Österreich, Schweiz und Norditalien.

Besteht bei Gräserpollen-Allergikern generell die Gefahr, Kreuzreaktivitäten zu entwickeln?

Allgemein lässt sich sagen, dass Patienten eine hohe Kreuzreaktivität zu Pollenextrakten nahezu aller Gräserarten aufweisen, Ausnahmen bestätigen aber auch hier die Regel.

 

Kreuzreaktivitäten bei Gräserpollen-Allergie
 
Gräser, Getreide Blühperiode Bestäubung durch Allergene Bedeutung * Kreuzallergien
Flughafer (Avena fatua) Juni - August Wind Hoch Andere Gräser
Gerste (Hordeum vulgare) Juli - September Selbstbestäubung Fast keine ** Andere Gräser (meist klinisch unbedeutend)
Aufrechtes Glaskraut
(Parietaria officinalis)
Juni – September Wind Fast keine ** Brennnessel
Glatthafer (Arrhenatherum elatius) Juni – Juli Wind Hoch Andere Gräser
Hafer (Saathafer – Avena sativa) Juli – August Selbstbestäubung Fast keine ** Andere Gräser (meist klinisch unbedeutend)
Honiggras (Holcus lanatus) Juni – Juli Wind Hoch Andere Gräser
Knäuelgras (Dactylis glomerata) Mai – August Wind Hoch Alle anderen Gräser
Lolch (Raygras – Lolium perenne) Mai – Juli Wind Hoch Andere Gräser (ausgeprägt) !
Mais (Zea mays) Juli – September Wind Fast keine ** Andere Gräser
Rispengras (Poa pratensis) Mai – Juli Wind Hoch Andere Gräser (ausgeprägt) !
Roggen (Secale cereale) Mai – Juni Wind Sehr hoch ** Andere Gräser
Rauchgras (Anthoxanthum  odoratum) April – Juni Wind Hoch Andere Gräser
Wiesenschwingel (Festuca pratensis) Juni – Juli Wind Hoch Andere Gräser
Straußgras (Agrostis stolonifera) Juni – Juli Wind Hoch Andere Gräser (ausgeprägt) !
Pflanze        
Weizen (Triticum aestivum) Juli – August Wind und Selbstbestäubung Gering ** Andere Gräser
Wiesenfuchsschwanz (Alopecurus pratensis) Mai – Juni Wind Hoch Andere Gräser
Wiesenlieschgras (Phleum pratense) Mai – September Wind Hoch Andere Gräser
Kräuter        
Beifuß (Artemisia vulgaris) Juli – September Wind Sehr hoch Kräuter, Gewürze, Sellerie- Karotten-Kräuter-Gewürz-Syndrom)
Ragweed (Ambrosia artemisiifolia) August – Oktober Wind Sehr hoch Beifuß
Sauerampfer (Rumex acetosella) Mai – August Wind Hoch Keine bekannt
Spitzwegerich (Plantago species) Mai - Oktober Wind hoch Keine bekannt
* in Deutschland (in anderen klimat. Zonen kann die Belastung abweichen),
** entsprechende Produkte können bei Nahrungsmittelallergien eine Rolle spielen
Quelle: Buch Schattauer Verlag: Allergien bei Kinder und Jugendlichen Herausgeber: Klimek / Pfaar / Rietschel 
       

Gibt es unter den Gräserpollen Arten, die häufiger bzw. seltener als andere Arten Allergien auslösen?

Ja. Für starke allergische Beschwerden sorgen in erster Linie die hochwachsenden Gräser der Futterwiesen, wie etwa das Wiesenlieschgras (Phleum pratense), das Gemeine Knäuelgras (Dactylis glomerata), der Glatthafer (Arrhenatherum elatius) und das Englische und Italienische Raygras (Lolium perenne und L. multiflorum).

Aber auch verschiedene Getreidearten wie der Mais (Zea mays) oder der Roggen sind allergen. Dabei hat der Roggen wahrscheinlich die höchste allergene Potenz unter allen Gräsern, wie bereits erwähnt.

Die hochallergenen Gräser gedeihen fast überall: in unseren Wiesen und Weiden, an Wegrändern oder in Waldlichtungen etc..

Etliche Gräser sind jedoch auch wenig allergen und lösen nur selten Kreuzreaktionen mit Nahrungsmitteln aus, wie zum Beispiel das Schilf (Phragmites australis), verschiedene Hafergräser (Avena sp.) oder das Hundszahngras (Cynodon dactylon).

Nicht alle Pflanzen, die wie Gras aussehen, stellen eine gesundheitliche Belastung für Gräserpollenallergiker dar, wie z.B.: Seggen (Carex), Binsen (Juncus), Zypergras (Cyperus) oder Wollgras (Eriophorum). Diese sehen den echten Süßgräsern sehr ähnlich, gehören aber anderen Pflanzenfamilien an und weisen somit kaum eine nennenswerte allergene Potenz auf.

Siehe hierbei auch die Tabelle zu den Kreuzreaktivitäten

Zurück zu den Kreuzallergien, wie relevant sind bei  Allergien auf Gräserpollen Kreuzreaktionen auf  Nahrungsmittel?

Gräserpollenassoziierte Nahrungsmittelallergien spielen im Vergleich zu den baum – oder kräuterpollenassoziierten Nahrungsmittelallergien nur eine untergeordnete Rolle und sind nur selten von klinischer Relevanz.

Beim Verzehr von nicht verbackenem Mehl kann nicht ausgeschlossen werden, dass allergische Reaktionen auftreten. In Südeuropa treten häufiger Tomatenallergien in Kombination mit Gräserpollenallergien auf. Der Vollständigkeit halber sollen hierbei die seltenen aber möglichen Kreuzallergien jedoch aufgelistet werden.

Gräser – und Getreidepollenallergiker können auf andere Getreideprodukte und Hülsenfrüchte reagieren. Zu den Hülsenfrüchten zählen:

•    Bohnen

•    Erbsen

•    Erdnüsse

•    Linsen

•    Soja

Auch beim Genuss von Tomaten, noch seltener beim Genuss von:

•    Currygewürz

•    Honigmelonen

•    Kartoffeln

•    Kiwi

•    Mangold

•    Spinat

•    Wassermelonen

können Symptome auftreten.

Bei Kräuterpollenallergikern überwiegt die Allergie gegen Beifußpollen. Beifuß gehört zur Gruppe der Korbblütler und reagiert „kreuz“ mit:

•    Chrysanthemen

•    Gerbera

•    Goldrute

•    Kamille

•    Margerite

Eine Beifußpollenallergie kann zu Problemen mit verschiedenen Nahrungsmitteln führen. So z. B.: Anis, Artischocke, Basilikum, Currygewürz, Dill, Estragon, Fenchel, Karotte, Knollensellerie, Kümmel, Majoran, Muskatnuss, Oregano, Paprika, Petersilie, Pfeffer (weiß und schwarz), Pizzagewürz, Sonnenblumenkerne, Wermut. In klinischen Untersuchungen wurde gezeigt, dass ein Teil der Patienten lediglich auf rohen Sellerie, ein anderer auf gekochten Sellerie und Stangensellerie allergisch reagiert. Das liegt daran, dass es ein hitzelabiles und ein hitzestabiles Sellerie-Allergen gibt.

 hauefige nahrungsmittelallergien aufgrund von kreuzreaktionenHäufige Nahrungsmittelallergien aufgrund von Kreuzreaktionen, Quelle: Nahrungsmittelallergien durch immunologische Kreuzreaktionen Leitlinie der Arbeitsgruppe Nahrungsmittelallergie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI) und des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA)


Wie erfolgt die Diagnose bei Gräserpollenallergien bzw. welche Allergietests stehen zur Verfügung?

Zuallererst sollte eine eingehende Anamnese zu den Symptomen, sowie zur Zeitspanne des Auftretens selbiger erfolgen, anschließend gefolgt von einer HNO–ärztlichen Untersuchung.

Ist der erste Schritt getan, geht es mit verschiedenen Testverfahren zur Diagnosesicherung einer Gräserpollenallergie weiter. Allen voran sind hierbei die Hauttestungen zu erwähnen. Vor allem der Pricktest weist eine gute Aussagekraft bei Aeroallergen induzierten Allergien auf. Wichtig ist jedoch, dass die Diagnose einer Allergie nicht allein aufgrund einer positiven Hauttestreaktion gestellt werden darf, sondern nur im Zusammenhang mit dem entsprechenden klinischen Bild und einer passenden Anamnese.

In der Regel wird zunächst beim Pricktest eine Standardtestreihe mit 15 bis 20 Testlösungen appliziert, die die häufigsten allergieauslösenden Stoffe umfasst. Bei besonderen Fragestellungen können allerdings auch noch weitere Substanzen wie zum Beispiel Insektengifte, seltenere Pollenarten oder Nahrungsmittel getestet werden.

Wenn die Quaddel auf der Innenseite des Unterarms einen mittleren Durchmesser von etwa drei Millimeter oder mehr aufweist, spricht man von einer positiven Reaktion. Weiterhin ist der Patient darauf hinzuweisen, dass die Einnahme von Medikamenten wie Antihistaminika, Beruhigungs- und Schlafmittel sowie Kortisonpräparate oder anderen Arzneimitteln, die das Immunsystem dämpfen, z.B. sogenannte Immunsuppressiva, das Testergebnis im Sinne einer Schwächung beeinflussen können. Andererseits hat eine gereizte, geschädigte oder entzündete Haut unter Umständen eine stärkere Testreaktion zur Folge.

Der Bluttest kann als Alternative oder Ergänzung der anderen Diagnoseverfahren herangezogen werden. Mit dem RAST (Radio–Allergo–Sorbent–Test) lassen sich spezifische Antikörper (Immunglobuline), gegen bestimmte Allergene nachweisen. Der Bluttest ist jedoch als alleiniges Diagnosekriterium bei der Gräserpollenallergie nicht ausreichend. Als Suchtest empfiehlt sich auch hier der Einsatz von Allergenmischungen, bei positivem Ergebnis kann die Mischung in Einzelallergene aufgeschlüsselt werden.

Die molekulare Allergiediagnostik erlaubt es, falls klinisch relevant, zwischen einer genuinen Sensibilisierung und einer Kreuzreaktion, v.a. auch bei polysensibilisierten Patienten besser zu unterscheiden. Diese Art der Labordiagnostik ist jedoch insgesamt noch sehr kostenintensiv und daher spezielleren klinischen Fragestellungen vorbehalten.

Ein Intrakutantest wird in der Regel bei Gräserpollenallergie nicht angewendet.

Wenn Prick– und Bluttest nicht wegweisend sein sollten, kann ein Provokationstest mit dem verdächtigen Allergen erfolgen, hierbei stellt die Nase das häufigste Erfolgsorgan dar. Konjunktivaler und bronchialer Provokationstest sind ebenfalls möglich, werden jedoch seltener durchgeführt, aufgrund einer noch geringeren Standardisierung, sowie einer höheren Anaphylaxiegefahr bei der bronchialen Testung).

 

Beispiele für Pricktest-Lösungen
 
3-Bäume-Mix1) Pferd
6-Gräser-Mix 2) Hund
Roggen Katze
Beifuß Rind
Unkräuter-Mix 3) Schimmelpilze-Mix 5)
Negativkontolle (NaCl) HSM 6)
Positivkontrolle (Histamin, 10HEP 4)) MM 7)
 
1) 3-Bäume-Mix: Erle, Hasel, Birke
2) 6-Gräser-Mix: Wiesenhafer, Knäuelgras, Wiesen-
schwingel, Wiesenlischgras, Wiesenrispengras, Raygras
3) Unkräuter-Mix: Gänsefuß, Spitzwegerich, Brennessel
4) HEP: Histamine Equivalent Prick, Konzentration, die bei 
allergischen Kontrollpersonen im Pricktest die gleiche
 Reaktionsstärke hervorruft wie Hiastain 0,1%ig
5) Schimmelpilze-Mix: Alternaria tenuis, Aspergillus sp. 
Cladosporium herbarum, Penicillium notatum
6) HSM: Hausstaubmilbe (Dermatophagoides pteronyssinus)
7) MM: Mehlmilbe (Dermatophagoides farinae)
Quelle: Prof. Dr. med. Karl Hörmann, Direktor Univ. HNO-Klinik und Präsident der Deutschen HNO-Akademie, Universitätsklinikum Mannheim
 

 

Wie behandeln Sie Patienten mit Allergien auf Gräserpollen?

Hierbei sollte man zuerst nach dem Stufenplan zur Therapie der allergischen Rhinitis vorgehen. Bei einer geringgradigen allergischen Rhinitis (Symptome vorhanden, ohne Beeinträchtigung der Lebensqualität) sind Karenzmaßnahmen (soweit möglich), topische H1 – Antihistaminika, topische Cromone und auch orale H1 – Antihistaminika angeraten.

Bei mittel - bis schwergradiger allergischer Rhinitis, (Symptome sind vorhanden und belastend, mit Einschränkung der Lebensqualität) empfiehlt sich zusätzlich ein Versuch mit topischen Glukokortikoiden,bzw. kurzfristig, topischen α – Agonisten (wie Otriven), sowie kurzfristig oralen Glukokortikoidtherapien (z.B. mit Prednisolon). Diese Therapie ist rein symptomatisch.

Eine kausale Therapie ist nur mittels einer spezifischen Immuntherapie, sei es als SCIT (subkutane Immunspritzen) oder als SLIT (sublinguale Therapie in Form von Tabletten, Tropfen) möglich. Die Wirksamkeit einer subkutan durchgeführten Immuntherapie gegen Gräserpollen ist bereits seit Jahren bekannt - auch und vor allem um einen Etagenwechsel zu vermeiden oder falls dieser schon stattgefunden hat, die Asthmakontrolle und Symptome zu verbessern.

Mittlerweile ist auch die Wirksamkeit von SLIT mit Gräserpollenextrakten in Form von Tabletten bei der allergischen Rhinitis mit und ohne begleitendem Asthma gezeigt worden, so dass diese der Spritzentherapie gleichwertig sind, sowohl für Kinder, Jugendliche als auch für Erwachsene. Die Evidenzlage hierzu ist aber bei Präparaten in Tröpfchenform noch nicht einheitlich.

Durch eine erfolgreiche Immuntherapie lassen sich häufig auch die Kreuzallergien behandeln.

Wie erfolgreich ist die Behandlung mit einer SCIT (subkutane Immunspritzen) oder SLIT (sublinguale Therapie in Form von Tabletten oder Tropfen) bei einer Gräserpollen Allergie?

Der Erfolg einer Immuntherapie ist nicht ohne weiteres anzugeben, da dieser von verschiedenen Faktoren abhängt, wie z.B.: einer kurzen Erkrankungsdauer, einer geringen Beteiligung der unteren Atemwege - das heißt noch kein Asthma, gute Compliance des Patienten, eine hohe Dosis des verabreichten Immunpräparates etc.

Herr Prof. Hörmann, herzlichen Dank für dieses Interview!

Beispiele für Pricktest-Lösungen
3-Bäume-Mix1) Pferd
6-Gräser-Mix 2) Hund
Roggen Katze
Beifuß Rind
Unkräuter-Mix 3) Schimmelpilze-Mix 5)
Negativkontolle (NaCl) HSM 6)
Positivkontrolle (Histamin, 10HEP 4)) MM 7)
   
1) 3-Bäume-Mix: Erle, Hasel, Birke  
2) 6-Gräser-Mix: Wiesenhafer, Knäuelgras, Wiesen-
schwingel, Wiesenlischgras, Wiesenrispengras, Raygras
3) Unkräuter-Mix: Gänsefuß, Spitzwegerich, Brennessel
4) HEP: Histamine Equivalent Prick, Konzentration, die bei
allergischen Kontrollpersonen im Pricktest die gleiche
Reaktionsstärke hervorruft wie Hiastain 0,1%ig
5) Schimmelpilze-Mix: Alternaria tenuis, Aspergillus sp.
Cladosporium herbarum, Penicillium notatum
6) HSM: Hausstaubmilbe (Dermatophagoides pteronyssinus)
7) MM: Mehlmilbe (Dermatophagoides farinae)
Quelle: Prof. Karl Hörmann  

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