Keine Allergie-News verpassen!

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

Sie wollen stets zu Allergien und Intoleranzen informiert werden und als erstes erfahren wann unsere Webinare stattfinden? Abonnieren Sie kostenlos unseren MeinAllergiePortal-Newsletter!

 

x

Allergie Gräserpollen Allergene Diagnose Therapie

Allergie auf Gräserpollen: Allergene, Diagnosemethoden, Therapien! (Quelle: Pixaby/fietzfotos)

Allergie auf Gräserpollen: Allergene, Diagnosemethoden, Therapien!

Die Allergie auf Gräserpollen ist neben Baumpollen eine der häufigsten Pollenallergien. Relevante Auslöser von Pollenallergien sind insbesondere die Süßgräser, aber es gibt auch noch andere, weniger geläufige Gräserpollenarten, die Allergikern Probleme bereiten können. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur Gräserpollen-Allergie, den Diagnosemethoden und Therapien.

Autor: Irene Brandenburg

Heuschnupfen – die häufigste Allergie!

Die Lebenszeitprävalenz allergischer Erkrankungen liegt für Heuschnupfen (Pollinosis) bei 14,8 Prozent, für Asthma bronchiale bei 8,6 Prozent, Kontaktekzeme bei 8,1 Prozent, Nahrungsmittelallergien bei 4,7 Prozent, für Neurodermitis und Urtikaria bei 3,5 Prozent und für Insektengiftallergien bei ca. 2,8 Prozent.

Die durch Aeroallergene, also Allergene aus der Luft, ausgelöste allergische Rhinitis lässt sich mehrheitlich auf Baum – und Gräserpollen zurückführen. Mit rund 70 Prozent stellen Birkenpollen die wichtigsten allergenen Pollen dar, gefolgt von Gräser– und Beifußpollen. In den letzten Jahren auf dem Vormarsch sind zusätzlich Ambrosiapollen. Eine weitere Unterteilung der Häufigkeiten einzelner Gräserpollen ist jedoch bislang nicht weiter von Interesse gewesen.

 lebenszeitpraevalenzen von asthma atopischen und anderen allergischen erkrankungen nach geschlecht und altersgruppeLebenszeitprävalenzen von Asthma bronchiale und anderen atopischen und allergischen Erkrankungen nach Geschlecht und Altersgruppen, Quelle: Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz 5/6 · 2013 U. Lang

Welche Gräserpollenarten können eine Allergie auslösen? Und wie häufig sind sie?

Es gibt tausende Gräserarten. Sie kommen auf Wiesen, Rasen und Weiden vor und breiten sich auch über Landesgrenzen hinweg aus. Die häufigste und im Zusammenhang mit einer Gräserallergie relevanteste Pflanzenfamilie, ist die der Süßgräser. Die Süßgräser (Gramineae oder Poaceae) sind in Deutschland, Mittel– und Nordeuropa, sowie in Nordamerika weit verbreitet.

Zu den Süßgräsern, die Pollenallergien auslösen können, zählen:

  • Ruchgras
  • Knäuelgras
  • Lolchgras
  • Wiesenlieschgras
  • Wiesenrispengras
  • Getreide

Auch die folgenden Pollen von Getreide oder Kräutern können der Grund für Heuschnupfen sein:

  • Roggenpollen gehören zu den häufigsten Auslösern einer Gräserpollenallergie und somit zu den häufigsten Allergenen überhaupt. Der Roggenpollen gilt als der aggressivste Allergenträger unter den Gräsern in Europa. Die weitverbreitete Kulturpflanze produziert bis zu 21 Mio. Pollenkörner.
  • Glatthafer erzeugt mit bis zu 3,7 Mio. Pollen pro Pflanze relativ viele Pollen und ist zusammen mit den Pollen des
  • Hundszahngrases (hohe allergene Potenz jedoch erstaunlicherweise niedrige Kreuzallergenität) und des
  • Straußgrases, sowie weiteren Gräsern von sehr hoher allergener Bedeutung.
  • Gerstenpollen, die in Deutschland als Aeroallergene kaum eine Rolle spielen, gehören in den Mittelmeerländern zu den häufigsten und aggressivsten Heuschnupfen – Auslösern.
  • Mais gehört zur Familie der Gräser. Seine Pollen sind zwar aggressiv, haben aber aufgrund der Größe und der klebrigen Beschaffenheit der Fäden nur einen unwesentlichen Pollenflug. In der unmittelbaren Nähe von Maisfeldern können jedoch ausreichende Allergen-Konzentrationen erreicht werden.
  • Beifußpollen stellen nicht nur das häufigste Kräuterpollenallergen dar, sondern sind auch aufgrund der starken Kreuzallergenität von immenser Bedeutung. Diese besteht zu anderen Kräuterpollen, wobei Beifuß als Leitallergen angesehen wird. Zudem ist die Beifußpollenallergie häufig auch mit Nahrungsmittelallergien kombiniert, wie z.B. beim Kräuter–Gewürz–Syndrom oder beim Sellerie–Beifuß–Gewürz–Syndrom. Zu allergischen Reaktionen kann es z.B. auch nach dem Verzehr von Anis, Curry, Fenchel, Kamille, Karotte, Knoblauch, Koriander, Kümmel, Lorbeer, Paprika, Pfeffer, Sellerie, Senf etc. kommen.
  • Ambrosia (engl. Ragweed) ist ein weiteres wichtiges Kräuterpollenallergen, das sich in Deutschland und Mitteleuropa stark auf dem Vormarsch befindet. Relevante Bestände finden sich zum Beispiel in Bayern, im Rheintal, im Rhein–Main–Gebiet, im Großraum Berlin/Brandenburg, sowie in Österreich, der Schweiz und in Norditalien.

Allergie auf Gräserpollen: Wann blühen die Gräser?

Die Blütezeit der Gräser erstreckt sich über mehrere Monate. Die ersten Gräser öffnen bereits Anfang April ihre Blüten. Die stärkste Belastung durch Gräserpollen reicht in der Regel von Mitte Mai bis Mitte August. Es können aber bis in den späten Herbst hinein Gräser blühen und bei Allergikern für Beschwerden sorgen.

Gibt es unter den Gräserpollen Arten, die häufiger bzw. seltener als andere Arten Allergien auslösen?

Ja. Für starke allergische Beschwerden sorgen in erster Linie die hochwachsenden Gräser der Futterwiesen, wie etwa das Wiesenlieschgras (Phleum pratense), das Gemeine Knäuelgras (Dactylis glomerata), der Glatthafer (Arrhenatherum elatius) und das Englische und Italienische Raygras (Lolium perenne und L. multiflorum).

Aber auch verschiedene Getreidearten wie der Mais (Zea mays) oder der Roggen sind allergen. Dabei hat der Roggen wahrscheinlich die höchste allergene Potenz unter allen Gräsern.

Die hochallergenen Gräser gedeihen fast überall: in Wiesen und auf Weiden, an Wegrändern oder in Waldlichtungen etc..

Etliche Gräser sind jedoch auch wenig allergen und lösen nur selten Kreuzreaktionen mit Nahrungsmitteln aus, wie zum Beispiel das Schilf (Phragmites australis), verschiedene Hafergräser (Avena sp.) oder das Hundszahngras (Cynodon dactylon).

Nicht alle Pflanzen, die wie Gras aussehen, stellen eine gesundheitliche Belastung für Gräserpollenallergiker dar, wie z.B.: Seggen (Carex), Binsen (Juncus), Zypergras (Cyperus) oder Wollgras (Eriophorum). Diese sehen den echten Süßgräsern sehr ähnlich, gehören aber anderen Pflanzenfamilien an und haben kaum eine nennenswerte allergene Potenz.

Besteht bei der Gräserpollen-Allergie die Gefahr, Kreuzallergien zu entwickeln?

Betroffene haben häufig Kreuzallergien zu Pollenextrakten nahezu aller Gräserarten, es gibt aber auch Ausnahmen.

 

Kreuzreaktivitäten bei Gräserpollen-Allergie
 
Gräser, Getreide Blühperiode Bestäubung durch Allergene Bedeutung * Kreuzallergien
Flughafer (Avena fatua) Juni - August Wind Hoch Andere Gräser
Gerste (Hordeum vulgare) Juli - September Selbstbestäubung Fast keine ** Andere Gräser (meist klinisch unbedeutend)
Aufrechtes Glaskraut
(Parietaria officinalis)
Juni – September Wind Fast keine ** Brennnessel
Glatthafer (Arrhenatherum elatius) Juni – Juli Wind Hoch Andere Gräser
Hafer (Saathafer – Avena sativa) Juli – August Selbstbestäubung Fast keine ** Andere Gräser (meist klinisch unbedeutend)
Honiggras (Holcus lanatus) Juni – Juli Wind Hoch Andere Gräser
Knäuelgras (Dactylis glomerata) Mai – August Wind Hoch Alle anderen Gräser
Lolch (Raygras – Lolium perenne) Mai – Juli Wind Hoch Andere Gräser (ausgeprägt) !
Mais (Zea mays) Juli – September Wind Fast keine ** Andere Gräser
Rispengras (Poa pratensis) Mai – Juli Wind Hoch Andere Gräser (ausgeprägt) !
Roggen (Secale cereale) Mai – Juni Wind Sehr hoch ** Andere Gräser
Rauchgras (Anthoxanthum  odoratum) April – Juni Wind Hoch Andere Gräser
Wiesenschwingel (Festuca pratensis) Juni – Juli Wind Hoch Andere Gräser
Straußgras (Agrostis stolonifera) Juni – Juli Wind Hoch Andere Gräser (ausgeprägt) !
Pflanze        
Weizen (Triticum aestivum) Juli – August Wind und Selbstbestäubung Gering ** Andere Gräser
Wiesenfuchsschwanz (Alopecurus pratensis) Mai – Juni Wind Hoch Andere Gräser
Wiesenlieschgras (Phleum pratense) Mai – September Wind Hoch Andere Gräser
Kräuter        
Beifuß (Artemisia vulgaris) Juli – September Wind Sehr hoch Kräuter, Gewürze, Sellerie- Karotten-Kräuter-Gewürz-Syndrom)
Ragweed (Ambrosia artemisiifolia) August – Oktober Wind Sehr hoch Beifuß
Sauerampfer (Rumex acetosella) Mai – August Wind Hoch Keine bekannt
Spitzwegerich (Plantago species) Mai - Oktober Wind hoch Keine bekannt
* in Deutschland (in anderen klimat. Zonen kann die Belastung abweichen),
** entsprechende Produkte können bei Nahrungsmittelallergien eine Rolle spielen
Quelle: Buch Schattauer Verlag: Allergien bei Kinder und Jugendlichen Herausgeber: Klimek / Pfaar / Rietschel 
       

Wie häufig sind bei Allergien auf Gräserpollen Kreuzallergien auf Nahrungsmittel?

Bei Gräserpollenallergien spielen Kreuzreaktionen auf Nahrungsmittel nur eine untergeordnete Rolle. Sie haben nur selten eine klinische Bedeutung. Viel häufiger kommen Nahrungsmittelallergien in Verbindung mit Baum – oder Kräuterpollenallergien vor.

Beim Verzehr von nicht verbackenem Mehl kann nicht ausgeschlossen werden, dass allergische Reaktionen auftreten. In Südeuropa treten häufiger Tomatenallergien in Kombination mit Gräserpollenallergien auf. Der Vollständigkeit halber sollen hierbei die seltenen aber möglichen Kreuzallergien jedoch aufgelistet werden.

 

Gräser – und Getreidepollenallergiker können auf andere Getreideprodukte und Hülsenfrüchte reagieren, dazu zählen:

  • Bohnen
  • Erbsen
  • Erdnüsse
  • Linsen
  • Soja

Kreuzallergien auf Gemüse und Gewürze bei Allergie auf Gräserpollen oder Getreidepaollen::

  • Tomaten
  • Currygewürz
  • Honigmelonen
  • Kartoffeln
  • Kiwi
  • Mangold
  • Spinat
  • Wassermelonen

Bei Kräuterpollenallergikern überwiegt die Allergie gegen Beifußpollen. Beifuß gehört zur Gruppe der Korbblütler und reagiert „kreuz“ mit:

  • Chrysanthemen
  • Gerbera
  • Goldrute
  • Kamille
  • Margerite

Eine Beifußpollenallergie kann zu Kreuzallergien mit verschiedenen Nahrungsmitteln führen. So zum Beispiel: Anis, Artischocke, Basilikum, Currygewürz, Dill, Estragon, Fenchel, Karotte, Knollensellerie, Kümmel, Majoran, Muskatnuss, Oregano, Paprika, Petersilie, Pfeffer (weiß und schwarz), Pizzagewürz, Sonnenblumenkerne, Wermut. In klinischen Untersuchungen wurde gezeigt, dass ein Teil der Patienten lediglich auf rohen Sellerie, ein anderer auf gekochten Sellerie und Stangensellerie allergisch reagiert. Das liegt daran, dass es ein hitzelabiles und ein hitzestabiles Sellerie-Allergen gibt.

 hauefige nahrungsmittelallergien aufgrund von kreuzreaktionenHäufige Nahrungsmittelallergien aufgrund von Kreuzreaktionen, Quelle: Nahrungsmittelallergien durch immunologische Kreuzreaktionen Leitlinie der Arbeitsgruppe Nahrungsmittelallergie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI) und des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA)

Wie erfolgt die Diagnose bei Gräserpollenallergien und welche Allergietests stehen zur Verfügung?

Zuallererst sollte eine eingehende Anamnese zu den Symptomen erfolgen. Man sollte außerdem darauf achten, in welcher Zeitspanne Symptome auftreten.

Hauttest – Pricktest bei Gräserpollenallergie: Wie wird getestet?

Ist der erste Schritt getan, geht es mit verschiedenen Testverfahren zur Diagnosesicherung einer Gräserpollenallergie weiter. Allen voran sind hierbei die Hauttestungen zu erwähnen. Vor allem der Pricktest weist eine gute Aussagekraft bei Allergien auf, die durch Aeroallergene ausgelöst werden. Wichtig ist jedoch, dass die Diagnose einer Allergie nicht allein aufgrund einer positiven Hauttestreaktion gestellt werden darf, sondern nur im Zusammenhang mit dem entsprechenden klinischen Bild und einer passenden Anamnese.

In der Regel wird zunächst beim Pricktest eine Standardtestreihe mit 15 bis 20 Testlösungen appliziert, die die häufigsten allergieauslösenden Stoffe umfasst. Bei besonderen Fragestellungen können allerdings auch noch weitere Substanzen wie zum Beispiel Insektengifte, seltenere Pollenarten oder Nahrungsmittel getestet werden. Der Test wird an der Innenseite des Unterarms durchgeführt. Um die Testsubstanzen voneinander zu unterscheiden, erhält jede Testsubstanz eine Nummer. Diese Nummer wird auch auf dem Unterarm notiert. Dadurch kann man sicher feststellen, welches Allergen an welcher Stelle aufgetragen wurde.

Nach etwa 15 bis 20 Minuten erfolgt die Auswertung des Pricktests: Dabei beurteilt der Arzt, ob sich eine sichtbare Hautveränderung zeigt. Hat sich an der Teststelle eine Quaddel mit einem mittleren Durchmesser von etwa drei Millimeter oder mehr gebildet, so spricht man von einer positiven Reaktion. Abhängig vom Durchmesser der Quaddel werden die positiven Reaktionen anhand einer Tabelle in ein- bis vierfach positiv eingeteilt.

Ein Intrakutantest wird in der Regel bei Gräserpollenallergie nicht angewendet.

Medikamente: Störfaktoren beim Haut-Allergietest

Der Patient ist darauf hinzuweisen, dass die Einnahme von Medikamenten wie Antihistaminika, Beruhigungs- und Schlafmittel sowie Kortisonpräparate oder anderen Arzneimitteln, die das Immunsystem dämpfen, zum Beispiel sogenannte Immunsuppressiva, das Testergebnis abschwächen können. Andererseits hat eine gereizte, geschädigte oder entzündete Haut unter Umständen eine stärkere Testreaktion zur Folge.

Bluttest auf Gräserpollen

Der Bluttest kann als Alternative oder Ergänzung der anderen Diagnoseverfahren herangezogen werden. Mit dem RAST (Radio–Allergo–Sorbent–Test) lassen sich spezifische Antikörper (Immunglobuline), gegen bestimmte Allergene nachweisen. Der Bluttest ist jedoch als alleiniges Diagnosekriterium bei der Gräserpollenallergie nicht ausreichend. Als Suchtest empfiehlt sich auch hier der Einsatz von Allergenmischungen, bei positivem Ergebnis kann die Mischung in Einzelallergene aufgeschlüsselt werden.

Molekulare Allergiediagnostik bei Gräserpollenallergie

Die molekulare Allergiediagnostik erlaubt es, falls klinisch relevant, zwischen einer primären Sensibilisierung und einer Kreuzreaktion besser zu unterscheiden, zum Beispiel bei polysensibilisierten Patienten. Diese Art der Labordiagnostik ist jedoch insgesamt noch relativ kostenintensiv und daher spezielleren klinischen Fragestellungen vorbehalten.

Nasaler, konjunktivaler und bronchialer Provokationstest bei Gräserpollenallergie

Wenn Prick– und Bluttest nicht wegweisend sein sollten, kann ein Provokationstest mit dem verdächtigen Allergen erfolgen. Er wird meist an der Nasenschleimhaut durchgeführt. Konjunktivaler und bronchialer Provokationstest sind ebenfalls möglich, werden jedoch seltener durchgeführt, da die Tests weniger standardisiert sind. Bei der bronchialen Testung ist außerdem die Anaphylaxie-Gefahr höher.

 

Beispiele für Pricktest-Lösungen
 
Bäume-Mischung1) Pferd
Gräser-Mischung 2) Hund
Roggen Katze
Beifuß Rind
Kräuter-Mischung 3) Schimmelpilze-Mischung 4)
Negativkontolle (NaCl) Hausstaubmilbe 5)
Positivkontrolle (Histamin) Mehlmilbe 6)
 
1) Bäume-Mischung: z.B. Erle, Hasel, Birke
2) Gräser-Mischung: z.B. Wiesenhafer, Knäuelgras, Wiesen-
schwingel, Wiesenlischgras, Wiesenrispengras, Raygras
3) Kräuter-Mischung: z.B. Gänsefuß, Spitzwegerich, Brennessel
4) Schimmelpilze-Mischung: z.B. Alternaria tenuis, Aspergillus sp. Cladosporium herbarum, Penicillium notatum
5) Hausstaumbilbe:Dermatophagoides pteronyssinus 
6) Mehlmilbe: Dermatophagoides farinae
Quelle: nach Prof. Dr. med. Karl Hörmann, Direktor Univ. HNO-Klinik und Präsident der Deutschen HNO-Akademie, Universitätsklinikum Mannheim
 

 

Allergie auf Gräserpollen: Wie sieht die Therapie aus?

Die Therapie bei Gräserpollenallergie ist abhängig vom Schweregrad der Allergie. Sind Symptome vorhanden, aber die Lebensqualität ist nicht stark eingeschränkt, so sollte man die Allergene möglichst meiden. Auch Medikamente wie H1 – Antihistaminika oder Cromone kann man zur Linderung der Beschwerden einsetzen.

Bei mittel - bis schwergradiger allergischer Rhinitis, wenn die Symptome belastend sind und die Lebensqualität eingschränkt ist, empfiehlt sich zusätzlich ein Versuch mit topischen Glukokortikoiden, bzw. kurzfristig, topischen α – Agonisten (wie Otriven), sowie kurzfristig oralen Glukokortikoidtherapien (z.B. mit Prednisolon). Diese Therapie ist rein symptomatisch.

Hyposensibilisierung bei Gräserpollenallergie

Eine kausale Therapie bei Gräserpollenallergie ist nur mittels einer Hyposensibilisierung oder spezifischen Immuntherapie, sei es als SCIT (subkutane Immunspritzen) oder als SLIT (sublinguale Therapie in Form von Tabletten, Tropfen) möglich. Die Wirksamkeit einer subkutan durchgeführten Hyposensibilisierung gegen Gräserpollen ist bereits seit Jahren bekannt - auch und vor allem um einen Etagenwechsel zu vermeiden oder falls dieser schon stattgefunden hat, die Asthmakontrolle und Symptome zu verbessern.

Mittlerweile ist auch die Wirksamkeit einer oralen Hyposensibilisierung, einer SLIT mit Gräserpollenextrakten in Form von Tabletten bei der allergischen Rhinitis mit und ohne begleitendem Asthma gezeigt worden, so dass diese der Spritzentherapie gleichwertig sind, sowohl für Kinder, Jugendliche als auch für Erwachsene.

Durch eine erfolgreiche Immuntherapie lassen sich häufig auch die Kreuzallergien behandeln.

Wie erfolgreich ist die Behandlung mit einer Hyposensibilisierung bzw. SCIT (subkutane Immunspritzen) oder SLIT (sublinguale Therapie in Form von Tabletten oder Tropfen) bei einer Gräserpollen Allergie?

Der Erfolg einer Hyposensibilisierung oder Immuntherapie ist nicht ohne weiteres anzugeben, da dieser von verschiedenen Faktoren abhängt. Dazu gehören zum Beispiel: Erkrankungsdauer, Beteiligung der unteren Atemwege, Compliance des Patienten, Dosierung des verabreichten Immunpräparates etc.

Wichtiger Hinweis

Unsere Beiträge beinhalten lediglich allgemeine Informationen und Hinweise. Sie dienen nicht der Selbstdiagnose, Selbstbehandlung oder Selbstmedikation und ersetzen nicht den Arztbesuch. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Beispiele für Pricktest-Lösungen
3-Bäume-Mix1) Pferd
6-Gräser-Mix 2) Hund
Roggen Katze
Beifuß Rind
Unkräuter-Mix 3) Schimmelpilze-Mix 5)
Negativkontolle (NaCl) HSM 6)
Positivkontrolle (Histamin, 10HEP 4)) MM 7)
   
1) 3-Bäume-Mix: Erle, Hasel, Birke  
2) 6-Gräser-Mix: Wiesenhafer, Knäuelgras, Wiesen-
schwingel, Wiesenlischgras, Wiesenrispengras, Raygras
3) Unkräuter-Mix: Gänsefuß, Spitzwegerich, Brennessel
4) HEP: Histamine Equivalent Prick, Konzentration, die bei
allergischen Kontrollpersonen im Pricktest die gleiche
Reaktionsstärke hervorruft wie Hiastain 0,1%ig
5) Schimmelpilze-Mix: Alternaria tenuis, Aspergillus sp.
Cladosporium herbarum, Penicillium notatum
6) HSM: Hausstaubmilbe (Dermatophagoides pteronyssinus)
7) MM: Mehlmilbe (Dermatophagoides farinae)
Quelle: Prof. Karl Hörmann