Eibenpollen Allergie

Norbert Mülleneisen, Facharzt für Lungenheilkunde in Leverkusen

Eibenpollen-Allergie – eine unerkannte Pollenallergie! - Eine eigene Pollenfalle zu betreiben ist für einen Allergologen aber eher ungewöhnlich…

Eine eigene Pollenfalle zu betreiben ist für einen Allergologen aber eher ungewöhnlich…

Unter den niedergelassenen Ärzten bin ich der einzige, der eine Pollenfalle auf dem Dach hat. Das ist für mich eine Art „teures Hobby“, das ich selbst finanziere – eine Krankenkasse bezahlt diese Leistungen nicht!

Ich betreibe eine eigene Pollenfalle, weil ich immer wieder Patienten hatte, die zu Zeiten Heuschnupfen Symptome hatten, in denen „ihr Allergen“ laut Pollenflugkalender eigentlich gar nicht in der Luft sein konnte. Das wollte ich überprüfen und deshalb habe ich mir eine eigene Pollenfalle angeschafft.

Und was zeigte Ihre Pollenfalle im Falle der Eibenpollen-Allergiker?

Bei den Eibenpollen-Allergikern passten die Funde in der Pollenfalle eindeutig zur Anamnese. Grundsätzlich habe ich dank meiner Pollenfalle eindeutig gesehen, dass hier in der Gegend im Frühjahr extrem viele Eibenpollen in der Luft sind.

Die Anamnese, d.h. das Auftreten von Symptomen parallel zum Pollenflug der Eibe allein ist natürlich noch keine Diagnose. Ich wollte bei den betreffendenPatienten aber nachweisen, dass sie tatsächlich auf Eibenpollen sensibilisiert waren. Es gibt aber keine Prick-Test-Lösung für das Allergen der Eibe.

Das Allergenextrakt für Eibenpollen gehört zu den Extrakten, bei denen sich die Zulassung für die Hersteller nicht lohnt?

Es gibt tatsächlich eine Reihe von Pick-Test-Lösungen, die nach und nach aus dem Angebot der Hersteller verschwinden, weil die Kosten für die Zulassung für die Hersteller im Vergleich zum Vorkommen der jeweiligen Allergie zu hoch sind. Dazu gehört z.B. Kapok, eine Pflanzenfaser, die früher zum Wattieren von Schulterpolstern oder Jacken verwendet wurde. Kapok wird heutzutage aber nicht mehr verwendet, und so schadet es auch nicht, wenn auch das Allergenextrakt nicht mehr hergestellt wird.

Leider sind auch einige wichtige Allergene weggefallen, wie z.B. Latex – es gibt kein Extrakt mehr für den Prick-Test auf Latex - und leider werden wir in Zukunft auch keine neuen Prick-Test-Lösungen mehr bekommen. Verständlicherweise hat das Paul Ehrlich Institut festgelegt, dass Prick- und Therapielösungen einen qualitativ hohen Standard erfüllen müssen. Eine Konsequenz daraus ist jedoch auch, dass die Hersteller keine Lösungen für neue Allergene mehr bereit stellen werden, z.B. wenn es zur Einwanderung neuer allergener Pflanzen kommt, was dank Klimaerwärmung ja zunehmend der Fall ist, siehe Ambrosia. So fällt eine wichtige Säule der Allergiediagnostik weg.

Bei Eibenpollen gab es jedoch nie ein Extrakt für den Prick-Test und auch für den IgE-Test und die Komponentendiagnostik.

Warum gab es nie einen Prick-Test für das Eibenpollenallergen?

Das Allergen der Eibe galt stets als wenig relevant bei Pollenallergien und so hat kein Hersteller je ein entsprechendes Extrakt auf den Markt gebracht. Dies nachträglich zu tun macht für die Hersteller auch keinen Sinn, da es sich um eine eher seltenere Allergie handelt. Erst nach langem Suchen habe ich schließlich ein Labor entdeckt, Dr. Fooke in Neuss, das auf Eibenpollen testen kann.

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden.