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Allergische Rhinitis (AR) – steigende Zahlen, doch immer noch massiv unterschätzt!

Die Häufigkeit von allergischer Rhinitis ist in den letzten Jahren in nahezu allen westlichen Ländern drastisch angestiegen. Die Behandlung der allergischen Rhinitis entspricht jedoch in vielen Fällen nicht den medizinischen Möglichkeiten. Grund genug, im Rahmen der Veranstaltung "Allergologie im Kloster", die vor über 10 Jahren von Prof. Ludger Klimek, Zentrum für Rhinologie und Allergologie Wiesbaden, ins Leben gerufen wurde, einen besonderen Fokus auf das Thema zu legen.

Die neue ARIA-Guideline – präzisere Empfehlungen für eine erfolgreiche Therapie  

„Lücken im System“ der aktuellen ARIA-Guidelines standen im Zentrum des Vortrages von Prof. Jean Bousquet, Universität Montpellier, Frankreich, denn sie sind u.a. dafür verantwortlich, dass Patienten mit allergischer Rhinitis oft keine optimale Symptomkontrolle haben. ARIA steht für „Allergic Rhinitis and its Impact on Asthma“, eine Initiative, die speziell auf die Zusammenhänge zwischen allergischer Rhinitis und Asthma und verbesserte Therapieoptionen fokussiert. Die neuen ARIA-Guidelines, die kurz vor der Veröffentlichung stehen, werden explizitere und eindeutigere Therapieempfehlungen  geben, die zudem stärker auf die individuelle Symptomlage, d.h. auf den Phänotyp des AR-Patienten abgestimmt sein werden. Bereits in der Vergangenheit haben Studien gezeigt, dass eine Therapie entsprechend der ARIA-Leitlinien bei den behandelten Patienten zu einem höheren Maß an Symptomfreiheit führt.

Ein wichtiger, häufig unterschätzter Faktor, ist die Alltagstauglichkeit der Dosierungsanweisung für Medikamente zur Symptombehandlung der allergischen Rhinitis, denn nicht nur die Wahl des richtigen Wirkstoffes ist ausschlaggebend für den Behandlungserfolg. Mindestens genauso wichtig ist die Frage, wie praktikabel die Dosierungsanweisung des  Medikamentes ist: Was nützt dem Patienten ein Wirkstoff, der zwar eine gute Wirkung zeigt, wenn er regelmäßig präventiv eingenommen wird, wenn dies nicht in den Alltagsablauf des Patienten passt und er deshalb einfach nicht „compliant“ ist? Bei Medikamenten muss deshalb auch auf ihre Praktikabilität beurteilt werden.

Allergische Rhinitis ist keine Bagatellerkrankung

Oft zu wenig Beachtung finden die Begleiterscheinungen der allergischen Rhinitis und ihr negativer Einfluss auf die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit der Patienten, führte PD Dr. med. Martin Wagenmann, Hals-Nasen-Ohrenarzt und Allergologe an der HNO-Klink am Universitätsklinikum Düsseldorf aus. Laut Untersuchungen des Robert Koch Instituts haben 30 Prozent der Deutschen im Laufe ihres Lebens eine Allergie. Davon entfallen ca. 15 Prozent auf Heuschnupfen und ca. 9 Prozent auf Asthma. Betroffen sind Menschen in jedem Lebensalter – auch ältere Menschen sind häufig betroffen. Bemerkenswert ist: Bei den ältere Menschen war die Lebensqualität durch die allergische Erkrankung stärker eingeschränkt, als bei den jüngeren Patienten.


Allergische Rhinitis: Schlafstörungen – mangelnde Schlafqualität - Tagesmüdigkeit   

Vor allem Patienten, die an mäßiger bis schwerer allergischer Rhinitis leiden, leiden oft auch unter einem erheblichen Mangel an Schlafqualität bzw. unter einer ausgeprägten messbaren Tagesmüdigkeit. Dies schränkt die Leistungsfähigkeit der Betroffenen in starkem Maße ein. Neueste Untersuchungen konnten zudem nachweisen, dass bei allergischer Rhinitis auch die Fahrtüchtigkeit der Betroffenen leidet, vergleichbar etwa mit einem Alkoholspiegel im Blut von 0,5 Promille.

Allergische Rhinitis und Asthma bronchiale

Der Zusammenhang zwischen Asthma und allergischer Rhinitis ist eindeutig. In einer Studie hat man Patienten, die allergische Rhinitis, nicht jedoch Asthma hatten, über mehrere Jahre hinweg verfolgt. Das Ergebnis war eindeutig: Menschen mit allergischer Rhinitis hatten ein deutlich stärkeres Risiko, Asthma zu entwickeln. Aus Sicht des behandelnden Arztes ist es deshalb wichtig, bei diesen Patienten gezielt nach frühen Asthma-Symptomen zu forschen, damit eine möglichst frühe Behandlung erfolgen kann.

Allergische Rhinitis: Aus saisonal und perennial wurde intermittierend und persistierend

Früher unterteilte man die allergische Rhinitis in die saisonale und perenniale allergische Rhinitis. Damit wollte man zwischen den Rhinitis-Formen, die während eines begrenzten Zeitraumes auftreten, den Pollenallergien und den ganzjährigen Rhinitis-Formen, wie z.B. der Haustaubmilben Allergie, unterscheiden.

De facto sind jedoch Patienten mit Pollenallergie, die z.B. auf die Pollen von Hasel, Erle Birke und Gräsern allergisch reagieren, durchaus nicht nur saisonal, sondern im schlimmsten Fall von Februar bis Oktober, also den größten Teil des Jahres von allergischer Rhinitis betroffen. Umgekehrt hat ein Katzenallergiker, der nur ab und zu auf Besuch mit dem Katzenallergen konfrontiert ist, nicht mit perennialen Symptomen zu kämpfen. Man unterscheidet deshalb bei der allergischen Rhinitis heute nach intermittierend und persistierend, sowie nach „leichten“ und „mäßigen bis schweren“ Symptomen.

Allergischer Rhinitis – wie sieht die Therapie aus?

Zur klassischen Therapie der allergischen Rhinitis stehen Antihistaminika, Steroide, Leukotrienantagonisten und Nasenspülungen zur Verfügung. Dabei ist eine topische Therapie, d.h. eine lokal wirkende Therapie einer systemischen Therapie vorzuziehen. Zum einen sind bei lokaler Anwendung der Wirkstoffe generell niedrigere Dosierungen nötig und zum anderen ist die lokale Wirkstoffdosis in der Nasenschleimhaut relativ gesehen höher, als bei systemischer Anwendung. Insbesondere dann, wenn der Patient nur an der Nasenschleimhaut unter Beschwerden leidet, ist die topische Therapie zu bevorzugen. Hier gab es in letzter Zeit eine interessante Entwicklung - ein Nasenspray mit einem Kombinationswirkstoff aus Fluticasonpropionat und Azelastinhydrochlorid. Dabei handelt es sich um ein pharmakologisch verbessertes Präparat mit einer guten Wirksamkeit. Es besteht aus zwei Wirkstoffen, die bisher unabhängig voneinander zum Einsatz kamen. “Insbesondere bei schweren Symptomen der allergischen Rhinitis zeigt das Kombinationspräparat eine sehr gute Wirkung“ betonte Prof. Ludger Klimek.

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