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Baumpollenallergien

Prof. Karl-Christian Bergmann, Leiter der interdisziplinären allergologisch-pneumologische Ambulanz, Charité Berlin und Vorstand der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst in Berlin

Heuschnupfen: Baumpollenallergien nehmen im Jahresvergleich deutlich zu

Berlin, 15.4.2015 – Zum Start der Hauptsaison des Pollenjahrs 2015 gibt die „Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst“ mit Sitz an der Berliner Charité einen Überblick über aktuelle Forschungsergebnisse zum Pollenflug in Deutschland und zu Atemwegsallergien wie Heuschnupfen und Asthma. Wichtigstes Ergebnis: Birkenpollen breiten sich in Deutschland unvermindert stark aus.

Zahl der Birkenpollen massiv angestiegen

Im Vergleich der Jahre 2013 und 2014 hat die Zahl der Birkenpollen in Deutschland um mehr als 19 Prozent zugenommen, rund 70 Prozent der wichtigsten allergenen Pollen sind Birkenpollen. Einen Grund für den Anstieg sieht die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID) darin, dass die Birke in den öffentlichen Bereichen vieler Städte trotz gegenteiliger Empfehlungen durch den PID und andere Organisationen unvermindert angepflanzt wird.

„Ich gehe davon aus, dass Baumpollenallergien insgesamt weiter deutlich zunehmen werden“, sagt Prof. Dr. med. Karl-Christian Bergmann, Leiter der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst. „Da die Baumpollenallergie dazu neigt, sich von einem allergischen Schnupfen zu einem allergischen Asthma auszuwachsen, sind Heuschnupfenpatienten besonders angesprochen, Ihren Hausarzt oder Allergologen aufzusuchen, um sich rechtzeitig mit antiallergischen Medikamenten zu versorgen oder eine Immuntherapie zu besprechen.“

Immer mehr Heuschnupfenpatienten müssen auf bestimmtes Obst und Gemüse verzichten

Jeder zweite Baumpollenallergiker reagiert zudem allergisch auf Kern- und Steinobst, wie Haselnüsse, Äpfel, Birnen, Pflaumen und Kirschen. Daher wächst die Zahl der Menschen in Deutschland, die bestimmtes Obst oder Gemüse nicht mehr essen können, da sie ansonsten im Mund unangenehme Symptome wie Juckreiz, Schwellung der Schleimhäute oder der Zunge verspüren würden.

Ausblick auf die Pollensaison 2015

Auf der Grundlage der Pollenflugdaten der vergangenen 14 Jahre hat die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst die voraussichtlichen Pollenflugzeiten für 2015 errechnet. Der Flug der Birkenpollen hat in diesem Jahr langsam begonnen, noch fliegen erst wenige Pollen. Die Hauptsaison für Birkenpollen steht noch bevor. Da die Konzentration der Birkenpollen in 2014 hoch war und nach einem „Mastjahr“ in der Regel ein Jahr mit geringerer Konzentration folgt, werden für 2015 weniger Birkenpollen erwartet. Birkenpollenallergiker können mit schwächeren Symptomen als 2014 rechnen.


 

Pollenflugleiten 2015

Gräser- und Beifußpollen werden eine mittlere Stärke besitzen und unverändert auf dem Niveau der vergangenen 15 Jahre bleiben. Allergiker müssen sich auf eine mit 2014 vergleichbare Symptomstärke einstellen.

Die Pollensaison für Ambrosiapollenallergiker wird stark vom Fernflug der Ambrosiapollen aus der ungarischen Tiefebene und dem Gebiet des Plattensees beeinflusst werden. Hiervon werden vorwiegend die nördlichen und östlichen Bundesländer betroffen sein. Das Ende der Pollensaison wird für den 20.9. mit dem Ende des Flugs der Ambrosiapollen angenommen.

Berliner Bezirke: Massive Unterschiede in der Pollenkonzentration

Eine aktuelle Studie der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern zeigt anhand des Beispiels der Stadt Berlin, dass die Pollenkonzentration selbst innerhalb einer Stadt sehr unterschiedlich sein kann. Erste Auswertungen zeigen, dass der größte Unterschied in der Birkenpollenkonzentration zwischen den Messstellen in den Berliner Bezirken bei mehr als 200 Prozent liegt. Auch die Verteilung der Gräserpollen zwischen den Berliner Bezirken unterscheidet sich deutlich, sogar um bis zu 300 Prozent. Gemessen wurde mit 16 Stationen, an sehr  belebten Orten wie dem Bahnhof Zoo genauso wie in ruhigen Parkanlagen.

„Die Studie zeigt, dass der Wohnort innerhalb der Stadt einen großen Unterschied für die Belastung durch Birken- und Gräserpollen ausmachen kann“, sagt Prof. Bergmann, Leiter dieser Studie. „Damit ist allerdings auch klar, dass die bisherigen beiden Messstellen in Berlin nicht ausreichen, um für Pollenallergiker eine genau Belastungsvorhersage zu liefern. Wir benötigen wesentlich mehr Messpunkte.“

Ambrosia in Berlin

Die Zahl der Ambrosiapollen in Berlin ist in den vergangenen Jahren nicht signifikant gestiegen, aber die Verbreitung ist unverändert hoch. Die Ambrosia ist selbst in unmittelbarer Nähe von Kindergärten und Schulen zu finden. Die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID) macht erneut auf das hohe Allergenpotential dieser Pflanze aufmerksam, die jede für sich Millionen von Pollen produziert. Die Ambrosia kann ganze Landstriche kolonisieren.

Eine wesentliche Gefahr, beim gelegentlichen  Ausreißen der Pflanze  durch den Kontakt mit ihren Pollen oder bei Berührung mit der Hand eine Allergie gegen Ambrosia zu entwickeln, besteht in der Regel nicht. Es wird trotzdem empfohlen, beim Ausreißen Handschuhe zu tragen und die Pflanze auf Abstand zum Gesicht zu halten.

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