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Pollenallergie Frühblüher Hasel Erle

Prof. Karl-Christian Bergmann, Leiter der interdisziplinären allergologisch-pneumologische Ambulanz, Charité Berlin und Vorstand der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst in Berlin

Pollenalarm: Pollenallergiker leiden unter Frühblühern Hasel und Erle

Häufig starten Hasel und Erle ihre Pollenflugsaison erst im Februar. Ist der Winter jedoch mild oder bleibt er gar aus, kann die Pollenflugsaison auch schon früher starten. Für viele Menschen spielt dies keine Rolle. Hasel und Erle gehören jedoch zu den allergenen Pollenarten und für Pollenallergiker, die auf diese Frühblüher reagieren, ist ein milder Winter deshalb wenig wünschenswert. MeinAllergiePortal sprach mit Prof. Karl-Christian Bergmann, Leiter der interdisziplinären allergologisch-pneumologische Ambulanz, Charité Berlin und Vorstand der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst in Berlin über den Pollenflug-Start der Frühblüher in der Pollensaison 2015.

Herr Prof. Bergmann, startet in diesem Jahr der Pollenflug bei Hasel und Erle früher als sonst?

Es kommt immer wieder vor, dass der Beginn des Pollenflugs von Haselnuss und Erle früher als sonst einsetzt. In manchen Jahren startet die Pollenflugsaison von Hasel und Erle sogar schon Mitte-Ende Dezember. In diesem Jahr hat der Flug der Haselnusspollen und auch der Erlenpollen in einigen Regionen in der zweiten Januarwoche begonnen. Damit ist 2015 ein Jahr mit frühem Pollenflugbeginn, es gab jedoch auch schon Jahre in denen dieser noch früher einsetzte.

Wirkt sich der früher einsetzende Pollenflugbeginn von Hasel und Erle auch auf den Beginn des Pollenflugs der nachfolgenden Pflanzen aus?

Wenn der Flug von Hasel früher als üblich beginnt, kann es sein,  dass die letzten Haselpollen zu einem Zeitpunkt freigesetzt werden, der den üblichen Zeiten entspricht. Dadurch kann es insgesamt zu einer Verlängerung der Pollenflugzeit des Hasels kommen.

Man kann jedoch nicht sagen, dass sich aufgrund einer früher einsetzenden Haselpollensaison auch die Startdaten des Pollenfluges aller anderen Pollenarten nach vorne verschieben. Für jede Pollenart gibt es einen für sie spezifischen Beginn des Pollenfluges. Dieser Beginn hängt von den meteorologischen Verhältnissen ab, die in den Monaten vor Start des Pollenfluges bzw. in den letzten Wochen davor herrschten. Z.B. ist es speziell für die Baumpollen günstig, wenn auf einen warmen Herbst eine Frostperiode folgt und dann wieder ein warmes Frühjahr. Es gilt jedoch keine Wetterlage, die für alle Pollenarten günstig ist bzw. sich gleichermaßen auswirkt.


Gibt es regionale oder umweltbedingte Einflüsse, die das Pollenaufkommen beeinflussen?

Es gibt regionale Unterschiede, die von klimatischen Faktoren abhängig sind. In diesem Jahr startete der Pollenflug von Hasel und Erle insbesondere in der Rhein Ruhr Area, im Saarland und im Nordwesten, wie z.B. in Bremen, sehr früh.

Umweltbedingte Einflüsse hingegen beziehen sich weniger auf die Region, als auf Faktoren wie Luftqualität, d.h. Feinstaubgehalt der Luft etc., die die Auswirkungen des Pollenfluges beeinflussen können. Hierfür ist es ausschlaggebend, ob es sich um ein städtisches oder ländliches Umfeld handelt, denn Städte sind diesbezüglich stärker belastet als das Land. Es gibt auch generelle Umweltfaktoren, wie z.B. den CO2-Gehalt der Luft. Der CO2-Gehalt beeinflusst die Pflanzenwelt insgesamt, indem das Wachstum der Pflanzen und die auch die Pollenproduktion verstärkt werden.

Viele werden in der kalten Jahreszeit von Infekten geplagt. Wie erkennt man, ob man eine Allergie auf Frühblüher wie Hasel und Erle hat, oder ob sich ein Virusinfekt einfach nur etwas länger „hinzieht“?

Bei der Beantwortung dieser Frage hilft eine einfache Regel: Allergien haben immer etwas mit „Juckreiz“ zu tun, sei es an der Haut oder wie bei der Pollenallergie an der Nase und den Augen. Bei einem Virusinfekt hingegen, tritt in der Regel kein Juckreiz auf. Symptome wie laufende Nase, blockierte Nase oder Nießreiz findet man hingegen bei Allergien und Infekten gleichermaßen.

Die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst bietet Pollenallergikern eine kostenlose Pollenapp, die eine präzise Symptomvorhersage erlaubt. Warum ist es so wichtig, das Auftreten und die Schwere der Symptome so genau vorherzusagen? Was bringt das den Patienten?

Früher hat man den Patienten bei Heuschnupfen empfohlen, Antihistaminika nur bei Bedarf einzunehmen, d.h. nur dann, wenn Symptome auftreten. Heute weiß man, dass man mit einer Antihistaminika-Therapie früh beginnen und die Medikamente durchgehend nehmen sollte, z.B. auch an Regentagen. Das bedeutet, Pollenallergiker sollten vor der Saison „ihrer“ allergenen Pollenart mit der Einnahme der Antihistaminika beginnen und erst aufhören, wenn die Pollenflugsaison ihres Allergens vorbei ist. Dabei hilft unsere Pollenapp. Wichtig ist hierbei, Antihistaminika der neuen Generation zu verwenden, denn diese sind sehr gut verträglich und machen nicht mehr schläfrig.  

Auch Pollenallergiker mit sehr starken Symptomen, die kortisonhaltige Nasensprays verwenden müssen, sollten ihr Nasenspray früh einsetzen und durchgängig verwenden. Durch unsere Pollenapp wissen die Patienten, wann die für sie relevante Pollenart fliegen wird und können sich entsprechend darauf einstellen.

Es hat sich gezeigt, dass Patienten, die Antihistaminika und Kortison-Nasensprays früh und dauerhaft einsetzen, mit weniger hohen Dosen und insgesamt weniger Medikamenten auskommen. Auch entwickeln diese Patienten weniger Symptome, als beim bedarfsweisen Medikamenten-Einsatz.

Alle diejenigen, die die App „Pollen 3.0“ installiert haben, sollten deshalb frühzeitig im Jahr einen Blick darauf werfen, um den Start „seiner“ Pollenart nicht zu verpassen. Ein User, der fünf Tage hintereinander seine Symptome meldet, bekommt eine individualisierte Pollenflugvorhersage, die auf seine Befindlichkeiten zugeschnitten ist. Patienten, die auf wenige Pollen schon mit schweren Symptomen reagieren, bekommen eine andere Warnung als diejenigen, die bei größeren Pollenmengen  nur wenige Symptome zeigen. Im März kommt übrigens eine neue Version unserer App heraus, die Version 4.0, die mit interessanten neuen Funktionen ausgestattet ist.

Herr Prof. Bergmann, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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